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Der Israelit · 1903-11-16 · Heft 91 (16.11.1903) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 91 (16.11.1903)
Date
1903-11-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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- 1991 sachen zu ihrer Begründung und keine Vorschläge zur \ Besserung. In Bezug hierauf sei aber noch Folgendes bemerkt:. Den Synodalmitgliedern und Ersatzmännern zur Synode, welche den Aufruf mitunterzeichnet haben, ist s. Z. das eben gedachte Rundschreiben des Oberraths vom 7. Oktober 1897 zugegangen, durch welches ihnen Gelegenheit gegeben wurde, „sich offen und rückhalislos darüber auszusprechen, an welchen Punkten von dem Oberrath in Gemeinschaft mit der Landessynode die bessernde Hand angelegt werden sollte und welche einzelne Maßnahmen in dieser Richtung vorgeschlaaen werden können." Damals haben die Männer, welche sich jetzt in schwersten Anschuldigungen gegen den Oberratb ergehen, keinen positiven Vorschlag zu machen: gehabt. Und ebensowenig haben die beiden mitunterzeichneten Synodalabgeordneten auf den Synoden von 1598 und 1901, welchen sie angehörten, sei es für sich oder in' Verbindung mit anderen Abgeordneten ihrer Richtung, irgend welche Mißltände zur Sprache gebracht oder Maßnahmen zur Förderung des religiösen Lebens vorgeschlagen, wie es ihre Pflicht gewesen wäre, jvenn sie berechtigte Beschwerden geltend zu machen oder nützliche Anregungen zu geben gehabt hätten. Die Unterzeichner des Aufrufs erkennen rückhaltlos die mustergiltige Ordnung in der Organisation der Landessynode an. Auf dieser einheitlichen und wohlgeordneten Organisation beruht die Kraft des badischen Iudenthums zur Wahrnehmung seiner religiösen Interessen und die Fähigkeit, die vermögenderen Theile des Ganzen, insbesondere die Stadtgemeinden mit ihrer überwiegend freier gesinnten Bevölkerung zu Gunsten der weniger leistungsfähigen Glieder heranzuziehen. Mögen diejenigen, welche es nöthig zu haben glauben, das „gesetzestreue Iudenthüm" in Baden zur Sammlung zu rufen, sich der Verantwortuna bewußt sein, welche sic auf sich nebmen, wenn sie durch die Aufstellung unrichtiger und verletzender Behauvtunnen und durch die Erregung von Mißtrauen einen Keil in die Organisation der Landessvnaaoge treiben, die Mitglieder derselben den geordneten Organen, die beharrenden der fortschrittlichen Richtung und umgekehrt entfremden. Im Gegensatz dazu wird der Oberratb nach wie vor lveral. Verordnunasblatt 1897. S. 57) bestrebt sein, dabin zn wirken. ..daß beide Richtungen, iede in ihrer Weise, unter gegenseitiger Achtung und Verträglichkeit, miteinander wetteifern in der Befriedioung der religiösen Bedürfnisse und in der sittlichen Förderung der Glaubensgenossen." Im Bewußtsein' dieser Vilichtersnllnna kann er die Veurtbeilung der aeaen-ihn falbst gerichteten Beschwerden der Svnode überlassen.' Dä- ^eoenmuß der in'erster Meiste die Rabbiner und Lehrer sowie die Svnääoaenrathe treffende Vorwurf 'mg'U'aelnder Nslede des -religiösest Lebens. unter voller- AnerkennnNa' der Pflichttreue dieser' Vea'mten - und Kollegien, schon jetzt nachdrücklichst zurückgewiesen werden.*) *) Siehe den Artikel anTder Spitze.dieser Nummer. Red. , y ( |i c .|i i c I u/* v 3&tch, 8. Nov. Aus P^cs-Neudorfcwird gemeldet, daß. bei der am 1. November stattgehabten Rabbinerwahl Herr Rabbiner Juda Gold stein aus' Karlburg mit Stimmenmehrheit zum.^ Rabbiner gewählt wurde. Herr Rabbiner Judq Goldstein ist aus der Preßbürger Schule, die er mehrere'Jahre hindurch mit großem Fleiße absolvirte. Dort reifte-er zu meinem bedeutenden «n i'vtzr, heran, und in den Vereinen für homiletische Hebungen 'bildete er sich zu;einem flotten - Kanzelredner aus. Starke Belesenheitin >er Midrasch- Litteratur. reiches Wissen auf dem Gebiete der Bibel-' Exegese, eigenes Jener der Begeisterung, machen ihn zu einem Maggid, der feine Hörer hinreißen kannlt Die Gemeinde P^cs-Reudorf hat in ihrer-Wahl .den - würdigen Nachfolger des verewigten Gaon Rabbi. Naftali Sofer s. A. getroffen; sie hat in ihrem, jungenRcibbiner einen aufstrebenden, vielversprechenden Mann, .. .her es verstehen wird, seinem Sitze sowohl, wie seinem großen Ahnen b'\ n i*no prr:n und b"r vfw xjr ft» psn Ehre zu machen. Teplitz (Böhmen). Am 2. November/verstarb im 89. Lebensjahre der Rentier Herr Lippman.Uu e r - bach. Derselbe, stammte aus einer.^.hochachtbaren, alten, jüdischen Patrizierfamilie Posens,. woselbst er viele Jahre Inhaber der 1797 gegründeten Firma S. I. Auerbach war. Der Verewigte war in Posen Voxsteher verschiedener jüdischer Vereine, und unterstützte, auch andere gemeinnütztiche Bestrebungen. . Im Jastre 1872 erhielt der Heimgegangeneauf Befehl des Kaisers durch die königl. Ordenskommission für geleistete freiwillige Dienste die Hriegsdenkmünze 1870/71. ' . ' ... *•' Nachdem der Verblichene sich 1881 voih seiner geschäftlichen Thätigleit zurückgezogen, siedelte, er nach Teplih über. Auch hier erwarb er sich durch seinen biederen, vornehmen Charakter, sowie durch sesne.wahrhaste Frömmigkeit hohe Achtung und viel Liehe./-' Die Beerdigung fand Freitag. 6. Povember, -.unter großer Betheiligung statt. Das Andey-ken.; des Verewigten bleibt züm Segen! - , /-• ..-.&«>»•' iin i . Rußlä n d. ' Petersburg. (I o u r n a l! st ü i7 d. D t ä.g t S - 'mann.) Ist'.diesen Tagen weilte einer der-Eigenthümer des /.Daily^.Telegraph". Hert/M o l s ,' in Pe- " iersburä? Wie nun erzählt wird, wär'der^ Hauptzweck seiner Reife nach Rußland der 'Wuns^' bet Lage der russischen Juden tzyd nn't'der Sitln'munq der russischen Regierung "gegen Ihre' jM^cheä' 'Ünterthanen liekannt^zu machen?-.Am'H)Wövet''tdÜrW'.Hrd'Wolf von'dem- Minister ^des'JnÄtn/^Hernik' vön lss^hwk^ ''enchfangemlrnd' er hätie mitlhm NN^'' länhe re' 'ilnter- ^Mng.'-'LÜie^' zu''erwarten war,' bemühst M der russische Minister, den englischen Journalisten zu überzeugen, daß die Beziehungen der russischen Regierung TV

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