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Der Israelit · 1903-09-21 · Heft 75-76 (21.9.1903) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 75-76 (21.9.1903)
Date
1903-09-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
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bereits im Jahre 1858 der Gründer unserer Vereinigung. Herr Rabbiner Hirsch s. A., öffentlich aufmerksam gemacht, und auf den er namentlich in der Sitzung des Vereinsvorstandes vom 21. Mai 1888 unter nachdrücklichster Betonung der unabweislichen , Nothwendigkeit geeigneter Fürsorge nach dieser Richtung hingewiesen hatte. — Die unter Aufsicht unseres Vorsitzenden von einem zuderläffigen Sofer geschriebenen bezw. bei zuverlässigen Soferim bezogenen Parschijoth und Mefusoth, welche von einem seitens der Vereinigung besoldeten fachkundigen Kontrolleur einer nochmaligen gründlichen Durchsicht und Prüfung unterzogen und mit dem Siegel der Vereinigung versehen werden, sind bei Herrn Buchhändler A. I. Hofmann dahier, welcher sie von dem vorerwähnten Sofer bezieht, käuflich zu erhalten. Diese Veranstaltung erfordert — um den Preis nicht zu vertheuern — erhebliche materielle Aufwendungen seitens unserer Vereinigung, und gestatten wir uns daher hier im Interesse derselben gerne die Bemerkung, daß Spenden und sonstige Zuwendungen auch speziell für diesen hochwichtigen Zweck sehr willkommen und förderlich sein werden. Ein Bild anderweitiger, nicht weniger wirksamer Thätigkeit unserer Vereinigung gibt der nachfolgende Ueberblick über die während des in Rede stehenden Zeitraums für verschiedene Zwecke gewährten Subventionen. Es gelangten während dieser Zeit im Ganzen 170. Gesuche zur Bewilligung und beliefen sich die Aufwendungen für statutenmäßige Zwecke insgesammt auf Mk. 16,170.09. Hiervon betrafen: 1) Subventionen an hilfsbedürftige Gemeinden zum Zwecke der Anstellung bezw. Erhaltung geeigneter Lehrer und Schächter: 61 Subventionen mit zusammen Ml. 3030; 2) Subventionen an hilfsbedürftige Gemeinden zur Errichtung bezw. Reparatur von Ritualbädern: 29 Subventionen mit zusammen 2050 Mk.; 3) Subventionen an hilfsbedürftige Gemeinden zur Reparatur von Synagogen: 6 Subventionen mit zusammen 357 Mk.; 4) Stipendien als Beihilfe zur Ausbildung zum Rabbineru. Lehrerberufe: 27 Subventionen mit zusammen 1072 Mk.; 6) Subventionen zur Erhaltung ritueller Restaurationen: 10 Subventionen mit zusammen Mk. 1860; 6) Subventionen zur Beschaffung ritueller Militärverköstigung: 11 Subventionen mit zusammen 790 Mk.; 7) diverse Subventionen (Beihilfe zur Herausgabe von aktuelle Interessen des gesetzestreuen Judenthums betreffenden Schriften; Beschaffung ritueller Verköstigung am' Peßachfeste in Kranken- und Gefangenen-Anstalten; Beiträge zur Ausbildung zum Sofer, Mohel, u. a. m.): 36 Subventionen mit zusammen 1165 Mk.; 8) Für allgemeine Zwecke im Interesse des gesetzestreuen Ju? denihums (einschl. der Veranstaltung betr. Thesillin. und Mefusoth) 5848.09 Mk. Zus. 16,170.09 Mk.' Insgesammt wurde seit Bestehen der Vereinigung (1887—1903) an Subventionen der Betrag von Mk. 63,814 verausgabt, und wurden 184 Gemeinden unterstützt. In dieser Zahl sind die Gemeinden, welche wiederholt unterstützt iuütütn, nur einmal gerechnet. Auch auf dem Gebiete des unentgeltlichen Stellennachweises war unsere Vereinigung, wie in früheren Jahren, thätig und es ist ihr in einer Anzahl von Fällen gelungen. Stellesuchenden durch Nachweis von an Sabbat und Festtagen geschlossenen Geschäften förderlich sein zu können. (Fortsetzung folgt.) Zettuttgsrrachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Köln, 18. Sevt. Das Kuratorium des hiesigen Lehrerseminars hat in seiner gestrigen Sitzung einstimmig Herrn Dr. Naphtali Cohn, Distrikts- Rabbiner und Leiter der Präparandenanstalt in Burgpreppach zum Direktor des Lehrerseminars, als Nach- ' folger des Herrn Rabbiner Dr. Plato gewählt. Herr Dr. Cohn, gebürtig aus Altona, wo er von Jugend' auf bei den dortigen Talmudgelehrten fleißig lernte, hat seinen wissenschaftlichen Studien auf der Universität Berlin obgelegen und seine rabbinische Ausbildung auf dem Rabbiner-Seminar daselbst erhalten. Durch sein segensreiches Wirken, als Distriktsrabbiner und als Leiter der Präparandie in Burgpreppach, hat er Erfahrungen gesammelt, die gerade für den Posten des Direktors eines Lehrerseminars erforderlich sind, und wird die hierher erfolgte Wahl daher allgemein als eine glückliche bezeichnet. Halberstadt. Vor einiger Zeit ist hier zur Pflege der Geselligkeit ein Verein „Casino" gegründet worden. dem bereits jetzt über fünfzig hiesige jüdische Familien beigetreten sind. Der Verein, der in das Ver-' einsregister des königl. Amtsgerichts eingetragen ist, läßt jetzt mit einem Kostenaufwand von ca. 120.606 Mark an bester Lage ein Vereinshaus errichten, das nicht nur die Klubräume, sondern auch große, schöne Räume für die hiesige Verend Lehmann Loge, einen Saal für den etwa 80 Mitglieder zählenden Verein jüdischer junger Kaufleute, ferner' ein öffentliches Restaurant mit einem 230 Quadratmeter großen Festsaal, eine Kegelbahn u. s. w. enthalten wird. Die Fertigstellung .des Hauses, an dem fleißig gearbeitet wird, erwartet man zum nächsten Frühjahr und läßt sich bereits jetzt beuriheilen, daß das Gebäude mit der wundervollen Fassade ein Schmuck und eine Zierde für die Stadt werden wird. Einem tüchtigen Wirth . würde sich hier Gelegenheit zu einer voraussichtlich sehr

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