Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 74 (17.9.1903)
- Date
- 1903-09-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2449890-2449960--59081-2523528- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1642 daß daher meine Ansicht keinerlei Werth hat. Geschieht Euch aber wirklich ein Unrecht, warum habt Ihr es Euch ruhig bis dahin gefallen lassen, warum habt Ihr es Euch unter dem entschlafenen Oberrabbiner — das Andenken des Gerechten werde zum Segen — ruhig gefallen lassen, ohne jemals. Einspruch dagegen zu erheben?" „Wer sagt Euch, daß ich's nicht gethan habe? Es ist seit langer Zeit alljährlich bei jeder neuen Einschätzung von mir geschehen, aber man hat mich in Folge dessen eher noch höher besteuert. Der verstorbene Rabbiner — er ruhe in Frieden — war als hochbetagter Mann ein willenloses Werkzeug in der Hand der übrigen Kommissionsmitglieder, die sich zum großen Theil aus Feinden, Konkurrenten und persönlichen Gegnern von mir zusammensetzten. Deßhalb konnte ich nichts erreichen. Dagegen hoffe ich einen besseren Erfolg von der Rechtlichkeit unseres neuen Oberhauptes. Sollte ich mich aber darin irren, so schwöre ich Euch, daß ich kein Mittel verschmähen werde, um endlich mein Recht zu erlangen." Bei diesen Worten leuchtete die Augen des Sprechers in so unheimlicher Gluth, daß Pardubiyer entsetzt zurückfuhr. Beck fuhr daher beschwichtigend fort: „Ich nehme den äußersten Fall an, zu dem es aber hoffentlich nicht kommen wird. Deßhalb ziehe ich Euch in's Vertrauen und bitte um Eure Mitwirkung. Ich kann keinen direkten Schritt mehr in der Sache thun, wenigstens haben mir die bisherigen nichts geholfen, da ich Partei bin. „Ein Gefangener kann sich nicht selber befreien," sagt der Talmud. Wenn ich von Ungerechtigkeit spreche, so glaubt Jedermann, das sei nur ein Vorwand zur Wahrung meiner Interessen. Aber Ihr könnt es. Wenn Ihr diesen Morgen Euch von unserem Oberrabbiner.verabschiedet und ihn darauf aufmerksammacht, daß er als Vorsitzender der Steuerkommission in der Lage wäre, ein altes Unrecht gutzumachen, über das ich Euch aufgeklärt habe, wenn er die Ueberzeugung gewinnt, daß Niemand in Prag meine Verhältnisse so gut kennt, als Ihr, und Ihr ihm sagt, daß Ihr es für Eure Pflicht erachtet, ihn zu warnen, betr. meiner Einschätzung nicht auf die Einflüsterungen meiner Gegner zu hören, so glaube ich, daß es Euch gelingen wird. Gelingt's Euch nicht, so werde ich keinen Schritt unversucht lassen, und dann schone ich Keinen. Versiebt Jhr's, Keinen!" Mit diesen Worten erhob sich Beck mit der Frage: „Wollt Ihr Euch nicht noch einige Stunden zur Ruhe niederlegen, Reb Koppel?" Pardnbitzer wies auf den Hellen Tag hin, der schon zum Fenster hereinschaute. „Es muß ja schon Zeit zum Morgengebet sein. Ich hatte auch nicht erwartet, daß wir vorher fertig würden und habe mir Tallis und Tefillin mitgebracht. Ich gehe in's Bes Hamidrafch, wo ich auch den Herrn Oberrabbiner zu treffen hoffe, begleite denselben dann in seine Familie, um mich von derselben zu verabschieden; auf ^ehn Uhr habe ich meinen Kutscher bestellt. Wir haben uns ja sonst nichts zu sagen. Euren Auftrag werde ich noch heute Morgen besorgen, mit welchem Erfolg, das wird sich ja bald Herausstellen. Birschuschem! Lebt wohl!" (Fortsetzung folgt.) Montag, 21, September, 29. Elul. V'y:n “Tonn ,n“T 219 Festtag-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 6-llfit 15 Min. Dirnstag. 22. September. 1. Tischri. *h bi' Mittwoch, 23. September. 2. Tischri. n“Tr '2 «». Festtag-Ausgang in Mainz und in Frankfurt a. M. 7 Uhr 10 Min. — Berlin 6 Uhr 40 Min. — München 0 Uhr 50 Min. — Hannover 0 Uhr 58 Min. — Stuttgart 6 Uhr 58 Mim — Brag 0 Uhr 40 Min. — Stratzburg 7 Uhr 05 Min. — Vose» 6 Uhr 37 Min. - Stettin 6 Uhr 43 Min. — Breslau 0 Uhr 27 Min. Donnerstag, 24. September. 3. Tischri. nfrtz b*.s (Nacht wie gestern). Der „Israelit" erscheint wßctientlicn zweimal, Montags und l>onnersiags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Dev Buchhandel VLrkshv! durch V. A Sleinackrv, 'Lriprig, Rotzplatz jö.Inserate 25 Pfennig die viergespalrene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zelle im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für's Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsend-n. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1015. Stellesuchende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine Anögabe deck Jöraelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post auf dieselbe unter Nr. 3933 abonniren. Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deS JnfertiouöbetragS «m außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Anhalt (Hauvtblatt): Ein Berein zur Wahrung der Interessen des gesehestreuen Judentums in Buden — 'ZeitungSnachrichteu —v- Mainz. Ans Südoeutschland. Breslau. Würzburg. Schwabach. Lesterreich: »'— und (Korrespondenzen: Deutschland: _______ — Feuilleton: Navvi Jom tob Lipman Heller (Fortsetzung). Inhalt der Vellage: .Tins p 1321 (Rosch-haschonoh-Dision.) am Main. Berlin. Dresden. Lesterreich: Zablotow. Lemberg. — BelletriMlch« Deilas«: Erneu Gruß zum-neuen Jahre. Elüawünlche zum neuen Jahr«. Extra- Speisehäuser' Wien. Italien: Rom Vision.) — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Terrtschland: Frankfurt |. — Sprechsaal. — Vermischtes. Extra-Beilagen: Ex-libriS-Iettel. — Register der rituellen Sveisehauser und Hotel-Restaurants des ..Vereins zur Förderung ritueller läufec" (Sitz Hamburg). — Geschästs-Eirkular deL Enecten-Nachschlagc-Bureaus »Gluck-Ans", Inh. Max Michel. Franktürt a. M Verantwortliche Redaktion Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition deS «Israelit*. Schottstrabe Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Job. Wirthsschen Hosbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Main-. HTerrir sechs Beilagen.