Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 74 (17.9.1903)
- Date
- 1903-09-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1637 Mitglied des Vereins kann jeder volljährige, in Baden anfällige Israelit werden, der sich mit den Zielen des Vereins einverstanden erklärt und zu einem Jahresbeitrag von mindestens 2 Mk. verpflichtet. In der Voraussetzung, daß Sie ebenfalls bereit sind, für die Interessen des gesetzestreuen Judenthums einzutreten, laden wir Sie hierdurch ein, sich dem Verein als Mitglied anzuschließen. Es handelt sich um eine Lebensfrage unserer Religion, es handelt sich um die Zukunft des Judenthums in Baden. Da darf Keiner Zurückbleiben, darf Keiner die geringen Opfer, die ihm zugemuthet werden, scheuen. Dem ernsten Streben wird der Erfolg nicht versagt bleiben. Eduard Bauer, Mannheim; Leopold Blum, Hochhausen a. N.; Bernhard Vodenheimer, Wiesloch; Jakob Daube, Königsbach; Jonas Daube, Freiburg i. B.; Jakob Emsheimer sen., Karlsruhe; Aron Ettlinger, Mannheim; Julius Ettlinger, Mannheim; Ferdinand Fröhlich, Grötzingen; Joseph Greilsamcr, Breisach; Leopold Haas, Karlsruhe; Samuel Jeselsohn, Neckarbischofsheim; Nathan Kahn, Karlsruhe; Bernhard Kaufmann, Mannheim; Dr. Latte, Mannheim; Max Marx, Wiesloch; Jakob Machol, Ettlingen; Nathan Nathan, Königsbach; Siegmund Rosenbaum, Mannheim; Carl Rosenthal, Konstanz; Berthold Rothschild, Nandegg; Nathan Rothschild, Mosbach; Salomon Reutlinger, Königsbach; Leopold Simon, Mannheim; Dr. Stern, Baden-Baden; Machol Strauß, Mannheim; Leopold Weil, Kippenheim; Salomon Weil, Freiburg i. V.; Dr. Würzburger, Rappenau; Joseph Würzburger, Rappenau; Max Würzburger, Karlsruhe. * * * Man darf die Hoffnung hegen, daß sich dem Verein recht viele Gesinnungsgenossen anschließen werden. Wenn auch die Zahl der Gesetztreuen in den einzelnen Gemeinden klein ist, so wird die Zusammenfassung der Kräfte ihren Anstrengungen den Erfolg sichern. Und was das Wichtigste ist: .die neue Organisation wird den Beweis liefern, daß die Praxis des Oberrathes die religiösen Gefühle vieler badischen Juden verletzt, und daß gerade diejenigen die Prinzipien des Oberrathes mißbilligen, welche an dem religiösen Leben das größte Interesse haben und den lebhaftesten Antheil nehmen. Zugleich aber wird der Verein sein Bestreben darauf richten, das religiöse Gemeindeleben im Sinne des überlieferten Judenthums zu fördern und Thora- Kenntnisse zu verbreiten. Dadurch wird er am besten im Stande sein, den zerstörenden Einfluß der Reform zu bekämpfen und dem gesetzesgetreuen Judenthum zu neuer Blüthe zu verhelfen. Zetturrgsnachrrchlerr und Correspondeuzelt. Deutschland. Mainz, 17. Sept. Für unsere geehrten Leser legen wir heute einen sogenannten „Ex libris-Zettel" bei, der zum Einkleben in die Innenseite von Büchereinbänden und zum Einträgen der Namen der Kkgenthümer bestimmt ist. Jeder Abonnent kann eine kleine Anzahl für seine Bibliothek von uns gratis beziehen. Größere Auflagen unter Berechnung der Selbstkosten. Der Zettel ist auch als Lesezeichen zu verwenden. Berlin, 15. Sept. Man schreibt: Der Beschluß der Berliner Konferenz, die Emigration aus Kischinew nach Kräften zu verhindern, scheint sich bis jetzt wirksam erwiesen zu haben. Die Zahl der Auswanderer wenigstens, die Berlin passiren, ist eine außerordentlich geringe. Ehe dieser Beschluß gefaßt wurde, resp. ehe derselbe in Kischinew bekannt sein konnte, kamen jedoch 29 Leute hier an, deren Beförderung zunächst vom Hilfsverein der deutschen Juden abgelehnt wurde, weil derselbe die Leute nicht planlos in die Welt hineinschicken wollte. Nachdem die „I. C. A." sich bereit erklärt hat, diesen Emigranten in Kanada Unterkunft zu verschaffen, sind dieselben auf gemeinsame Kosten des Hilfsvereins der deutschen Juden und der „All. isr. univers." dorthin expedirt worden. Stärker als die Zahl der passirenden Auswanderer ist in Berlin die Zahl der Rückwanderer nach Kischinew, welche von London oder anderen Plätzen zurückkommen und im Bureau des Hilfsvereins darum bitten, nach Rußland zurück« geschafft zu werden. Diese Rücksendung geschieht in jedem Falle, sobald man überzeugt ist, keinen berufsmäßigen Schwindler vor sich zu haben. Denn leider kommen auch Fälle vor, in denen berufsmäßige Schnor-- rer die öffentliche Mildthatigkeit unter dem Vorwände, daß sie aus Kischinew stammen, zu mißbrauchen versuchen. AuS Tüddentschland. Ein Frankfurter jüdisches Blatt brachte in seiner Nr. 45 vom 11. September d. I. eine Korrespondenz aus Neuenahr, datirt 26. August, die in ihrer klassischen Form sowie zufolge der ihr innewohnenden Logik Zweifel erregen konnte, ob wir eigentlich unseren ernsten Tagen oder der lustigen Purimzeit uns nähern. Die gewiß klassische Sentenz: „Morgen geh ich fort von hier und muß Abschied nehmen" hat Herr „Ploni" wohl als Motto an die Spitze seines Berichtes gesetzt, und diesem folgt das gedankenschwere Wort: Ikisn n« va plus qne le teiups, wobei höchlichste Verwunderung ausgesprochen wird, daß die Wahrheit dieses Ausspruches auch an einem kleinen Platze wahrzunehmen ist; „und dennoch ist es so." (Aber wirklich? Herr Ploni!) Und gar erst, daß Herr Ploni es nicht begreifen kann, nicht schon früher nach Neuenahr ge-