Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 73 (14.9.1903)
- Date
- 1903-09-14
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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1632 Nachfolger waren. R. Kalman Bettelheim war als scharfsinniger Talmudgelehrten und langjähriger Vorstand der Brüll'schen Synagoge in Preßburg bekannt, und R. Raphael Bettelheim als langjähriger Parnes und verdienstvoller Rosch Hakohol in den weitesten Kreisen Preßburg's hoch geschätzt und verehrt. Beiden wird gleich ihrem verdienstvollen Vater, R. Moses Bettelheim, ein gesegnetes Andenken für ewige Zeiten in Preßburg bewahrt bleiben. (Schlußwort.) Im Vorhergehenden haben wir in kurzen Umrissen die Bilder der berühmten jüdischen Männer in Preßburg, der Takifim und Stadlonim, die in den letzten zwei Jahrhunderten dort gelebt und gewirkt, nach den wenigen Daten, die uns die v*vn m geboten und welche uns selbst zur Verfügung gestanden, zu zeichnen versucht. Doch die Geschichte der Juden Preßburg's in den früheren Jahrhunderten, besonders die der hervorragenden Juden dieser Zeit, ist noch in tiefes Dunkel gehüllt, da, wie Eingangs unserer Skizze erwähnt, in Folge großer Brände ein großer Theil des Archives der jüdischen Gemeinde Preßburg's verbrannt und auch durch große Ueberschwemmungen viele uralte Grabsteine iheils weggeschwemmt, iheils zerbrochen und von den noch erhaltenen rozxa die Grabschriften verwischt wurden, und so jede Spur, die über so manche wichtige Episode in der ereignißreichen Geschichte der Preßburger Juden näheren Aufschluß geben könnte, vernichtet wurde. So haben denn zwei entgegengesetzte Elemente, nämlich Feuer und Wasser, das Ihrige dazu beigetragen, um den Weg des Geschichtsforschers zu einem schwierigen und unwegsamen zu gestalten. Doch aus den spärlichen aus den Bränden geretteten Gedenkbüchern und der darin enthaltenen Aufzeichnungen ist zu ersehen, daß unsere Glaubensbrüder schon mehr als 650 Jahre in Preßburg existirt haben und die mannigfachste Wandlungen vom Guten zum Bösen und umgekehrt durchgemacht haben. Diese kurzen, aber inhaltsreichen, im Gedenkbuche der Gemeinde gefundenen, im -Sv?» n-r veröffentlichten Aufzeichnungen dürften unsere Leser interessiren und wollen wir hier in Folgendem wiedergeben: Dieselben lauten in deutscher Uebersetzung: «Im Jahre 5011 waren schon viele Juden hier und waren dieselben gleich den angesehensten Mitbürgern geachtet. Im Jahre 5051 wurden ihnen vom Könige Andreas alle Freiheiten gleich den anderen Bürgern der Stadt verliehen. Im Jahre 6120 wurden sie von hier nach dem nahegelegenen Haimburg vertrieben und wurde ihnen erst im Jahre 5128 wieder die Erlaubniß zur Rückkehr ertheilt. Im Jahre 5159 konnten sie sich schon eine große Synagoge in der damaligen Judengasse*) erbauen. Im Jahre 527? niußten sie 110 Gulden Kopfsteuer jährlich der Stadt bezahlen. Im Jahre 5286 erließ die Wittwe des Königs Ludwig, die Königin Marie, den Befehl, alle Juden von Preßburg auszutreiben, welcher Befehl auch in diesem Jahre ausgeführt wurde. Im Jahre 5237 befanden sich hier 8—900 Juden." Von diesem Jahre ab finden sich keine Aufzeichnungen mehr und fehlt seit dieser Zeit, das ist ein Zeitraum von 376 Jahren, jeder Anhaltspunkt über die Geschichte der Juden Preßburgs, wenn nicht die Grabsteine auf dem alten n*n iV2 eine beredte Sprache führen würden. Aber auch diese wären stumm geblieben, wenn diese nicht I. Weiß in seinem trefflichen, nicht genug zu empfehlenden Buche isrn n'2 zum Reden gebracht hätte. Doch auch diese steinernen Zeugen reichen nur bis zum Jahre 5 4 6 7, welche Jahreszahl der älteste rcxe trägt. Daraus ergibt sich, daß über einen Zeitraum von beinahe 200 Jahren jede Aufzeichnung über die Geschichte der Juden Prcßvurg's fehlt, auch kein Grabstein aus dieser Zeit zu finden ist. was dadurch erklärlich wird, daß im alten m srz aus Mangel an Belegraum dreimal das Erdreich überschüttet wurde. JDiit dieser kleinen, wie wir glauben nicht uninteressanten Abschweifung, beschließen wir die Reihe der Preßburger Takifim und Stadlonim. die auf dem alten Preßburger n'2 ruhen mit den Worten: Lmnm c.-! btpwd und mit dem Vorbehalte, in einem nächsten Artikel noch die Biographien jener berühmten Takifim und Stadlonim aus der neueren Zeit, die bereits auf dem neuen, seit 56 Jahren bestehenden n'2 l'vk ruhen, dem geehrten Leser zu bieten. ) Die heutige Judengasse (Scklobgcnndgasse). befindet ncb nickt aus demselben Blage, als die im Jahre 5159 bestandene Judengasse.