Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 73 (14.9.1903)
- Date
- 1903-09-14
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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GE güJar I^A9*hfür dass)^ -LE I-<^/^O S ES<JV~ 3 O NJ/- eeeebsoe 1*5^ I4.$«pt.l903 j M. [»*. 40. uvgev ZWMrPm un8 Mtsäkonim/) Biographische Skizze von Herrmsnn Löwmgev, Frankfurt a. M. Moses B e t t - l h e i m s. A. (Gest. SSW.) Moses Bettelheim, Sohn des Jakob Bettelheim, war einer von den letzten Stadlonim Preßburg's, und Parnes der jüdischen Gemeinde. Er war ein sehr reicher, angesehener und wohlthätiger Mann. Seine Wohlthätigkeit war in Preßburg allbekannt, ebenso sein großer Einfluß bei der Regierung und den Landesbehörden, bei denen er oft als Stadion für leine Glaubensbrüder mit Erfolg eingetreten. So manche Wohlthätigkeitsvereine und viele zur Beförderung der Religiosität und Erhaltung des Religionsgesetzes gegründete Vereine in Preßburg verdankten ihm ihr Entstehen. Besonders verdient machte er sich um die Unterstützung der rrnn ncf? und der nr^n in Preßburg, welchen sein Haus stets offen gestanden, und welch' Letztere in großer Zahl an seinem Tische speisten, und die er mit allem zum Lebensbedarfe Nothwendigen versorgte. Doch womit R. Moses Bettelheim für die späteste Zeit seinen Namen derj ewigte, ist, daß er in einer Zeit der Noth als Netter der weltberühmten Jeschiwa, deren Bestand zur Zeit des großen „Ehatham Sofer" s. A. bedroht gewesen, ja in Frage gestellt war, muthig eingetreten. Es war dies nämlich im Jahre 6687. da existirte in Preßburg ein Mann, dessen Wort beim Obergespan des Comitates von großem Gewichte gewesen, und dieser denunzirte in böswilliger Weise die Preßburger Jeschiwa, indem er angab, daß der Rabbiner der Preßburger Gemeinde, Rabbi Moses Sofer s. A.. einige Hunderte von Talmudschülern heranziehe, die Alle bis zu ihrem zwanzigsten Lebensjahre, und oft noch mehr, nur Talmud lernen, und welche bei ihrem Austritt aus der Jeschiwa jedes profanen Wissens bar sind. Auf diese Denunziation hin kam ein Befehl der Regierung, daß binnen vierzehn Tagen sich kein Talmudschüler mehr in Preßburg befinden dürfe, bei Gefahr der Ausweisung. In dieser kritischen Zeit schickte Rabbi Moses Sofer zu R. Moses Vettelheim, der damals Rösch Hakohol in Preßburg gewesen, daß er Schritte thue, um diese ni'72 rückgängig zu machen, was dem berühmten Stadlon auch mit Gottes Hilfe gelang. So wurde denn durch seine Intervention der orthodoxen Gesammtjudenheit ein großer Dienst geleistet, indem die Preßburger aus welcher Tausende von Schülern u. zahlreiche unserer hervorragendsten Rabbinen hervorgegangen, erhalten geblieben. Als R. Moses Beitel- Heim im Jahre 5696 dahingeschieden war, herrschte tiefe Trauer in Preßburg, und Rabbi Moses Sofer rief in seinem Hesped den '^rr: folgende Worte zu: Weinet, weinet Schüler der Jeschiwa um den Dahingegangenen. denn lvenn R. Mosche Vettelheim nicht gewesen, so wäre kein Talmudschüler mehr in Preßbürg! Aus 'diesem Schmerzensrufe Rabbi Moses Sofer läßt sich ersehen, welche große und verdienstvolle Persönlichkeit mit Moses Vettelheim in's Grab gesunken war und welchen großen Verlust die Preßburger jüdische Gemeinde durch dessen Hinscheiden erlitten. R. Moses Vettelheim hinterließ zwei Söhne, Rabbi Kalmann und Rabbi Raphael Vettelheim, die Beide in seinen Fußtapfen wandelten und seine würdigen i