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Der Israelit · 1903-09-10 · Heft 72 (10.9.1903) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 72 (10.9.1903)
Date
1903-09-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
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V-! 160t auch fernerhin diesen Zuschuß zu erhalten und betont, daß durch ein Zirkular die noch ausstehenden jüdischen Lehrer Bayerns zum Beitritt in den Verein eingeladen worden seien, da nach der einschlägigen Entschließung der hohen Kgl. Regierung nur Mitglieder des Vereins in den Genuß des Staatszuschusses treten können. Durch den beregten Zuschuß hat wohl das Loos der dienstunfähigen Kollegen und Lehrerrelikten eine dantenswerthe Besserung erfahren, doch reicht die Unterstützung noch lange nicht zur Bestreitung des Lebensbedarfs. Möge darum das Interesse für die materielle Seite des Vereins nicht erlahmen; leider ist solches bei einzelnen Herren so schon kein nennenswertes. Dem verstorbenen Seminarlehrer Schlenker, Mitbegründer und mehrjähriger Vorstand des Vereins, werden warme Morte des Nachrufes gewidmet, ebenso den Heimgegangenen Mitgliedern Weißbart-Allensheim und Falk-Aub. Ueber den Verlauf der Versammlungen zu Kitzingen und Gunzenhausen ist s. Zt. schon in diesen Blättern referirt worden. Das Mitgliederverzeichniß weist ein „ewiges Mitglied" und ein „lebenslängliches außerordentliches Mitglied" aus, dann 953 außerordentliche und 170 ordentliche Mitglieder. Der Mindestbeitrag eines außerordentlichen Mitgliedes ist drei Mark, die ordentlichen Mitglieder haben einen Jahresbeitrag von zehn Mark zu entrichten. Die gelammten Mitgliederbeiträge betrugen 1) außerordentliche 3469.02 Mk., 2) ordentliche 1700 Mk. Von Gemeinden und Vereinen gingen 584.85 Mk. ein, bei Festlichkeiten etc. wurden gesammelt 1909.88 Mk., von sonstigen Wohlthätern 1330.63 Mk., aus Tantiemen ergaben sich 238.85 Mk., für Neujahrswunschenthebung 123 Mk. Das Gesammtvermögen des Vereins beziffert sich auf 82,231.86 Mk., das bleibende Grundkapital 71,771.51 Mk. Die Zunahme pro 1902 beträgt 2679.05 Mk. Am Schluß sind noch einige Mittheilungen und Beschlüsse der Verwaltung angefügt. Der Jahresbericht ergibt im Ganzen ein erfreuliches Bild redlichen Strebens in ideeller und materieller Hinsicht. Möge mehr und mehr die Lehrerarbeit gewürdigt und anerkannt werden. L. Weiden, 'r. Eine heilige. Veranlassung versammelte heute unsere Gemeinde zu einem von der -Vorstandschaft anberaumten Festgottesdienst in der festlich geschmückten Synagoge. Anläßlich der glücklichen Geburt eines Mädchens hatte Herr Heinrich Bloch, der schon des öfteren unsere junge Gemeinde mit hochherzigen Spenden bedacht, eine neue Sefer Thora gestiftet. Nach Beendigung des Morgengottesdienstes wurde die Feier durch Rezitation des Psalms 19 eingeleitet. Anknüpfend an den Vers: rrar rron 2,vrd nbnp nBnw «ms vb sprach Herr Lehrer Strauß tiefempfundene, der feierlichen. Stunde angepaßte Worte, verbunden mit der herzlichen Danksagung für das edle Geschenk. Das neue Sefer. von M. Grünbaum in Fulda, verdient in jeder Beziehung die vollste Anerkennung. ' Frankreich. Paris, 6. Sept. Die in Petersburg erscheinende Zeitung „Nowosti" hat in ihrer Nummer von 5./18. August einen sehr liebenswürdigen Aufsatz über Herrn Zadoc Kahn veröffentlicht, worin unter anderem auch behauptet wurde, Herr Zadoc Kahn habe die Absicht gehabt, den Samstaggottesdienst am Sonntag abzuhalten. In einem Briefe an die Redaktion der „Nowosti" protestirt Herr Zadoc Kahn, der augenblicklich in Wiesbaden weilt, gegen diese Behauptung. Er habe nie die Absicht gehabt — und Niemand habe das Recht, das Gegentheil zu behaupten — die. Samstagsruhe auf den Sonntag zu übertragen, denn ein solches Unternehmen wäre nicht nur ganz erfolglos, sondern auch dem ganzen Wesen und allen Traditionen des Judenthums zuwider. Er habe sich nur erlaubt, während der Wintersaison an den Sonntagen religiöse Besprechungen abzuhalten, um denen, die an den Samstagen leider nicht frei sind, Gelegenheit zu geben, die Geschichte, die Ideen und die Einrichtungen des jüdischen Volkes kennen zu lernen. Der Redakteur der „Nowosti", der getaufte * Jude Notowitsch, und sein Mitarbeiter, haben wohl ihre Wünsche für die Wirklichkeit genommen. Wir können daher.Herrn Zadoc Kahn nur beglückwünschen, daß er der Ente, die sie in die Welt haben setzen wollen, die Flügel abgeschnitten hat. Pi. (Wenn Herr Zadok Kahn mit seinen Sonntags- Vorträgen es soweit bringt, daß sein Auditorium recht bald nicht mehr „verhindert" ist, die Sabbatvorträge mitanzuhören, so lassen wir uns diesen „Sonntagsgottesdienst" gern gefallen. Red. d. „Jsr.") S p r e ch s a a l. Jnowrazlaw, 6. September. Sehr geehrter Herr Redakteur! Um vielfache» im mich gerichteten Anfragen zu genügen, erkläre ich hiermit, daß meine „Predigten für alle Fest- und Feiertage des Jahres" — Pr. 1.20 Mk. — ausschließlich neue, bisher ungedruckte Predigten enthalten. Rabbiner Dr. Kohn. S i r a ß b u r g i. E., 6. September. Hochgeehrter Herr Redakteur! Im Momente in Europa mit der Herausgabe des nach Handschriften neu bearbeiteten und revidirten „Talmud Jeruschalmi" beschäftigt, thut es mir sehr leid, in einigen jüdischen Blättern eine gegen mich gerichtete Anschuldigung zu finden.

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