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Der Israelit · 1903-09-07 · Heft 71 (7.9.1903) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 71 (7.9.1903)
Date
1903-09-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Die gute Pflege, die der alte Mann im Krankenhause genoß, trug wesentlich zu seiner Genesung bei, so daß Josef bald Anstalten treffen konnte, ihn in seine eigene Wohnung überführen zu lassen. Doch mußte Josef zuvor das feierliche Versprechen ablegen, daß er zum Judenthum zurücktreten und dann die Wohlthäterin des Alten, die schöne Hedwig Müller, Heirathen werde. Der alte, gute Mann nahm es über sich, das immer noch zürnende Mädchen mit der Handlungsweise seines Sohnes auszusöhnen, indem er alle Schuld auf sich selber nahm. So lange er in der Kremma lebte, hatte er den Sohn von sich gewiesen, und als er bei dem Wechsel der Herrschaft ans derselben vertrieben wurde, konnte er den Aufenthalt desselben nicht erfahren. „Fräulein," sagte er einst zu Hedwig, „ich habe niemals die Hoffnung aufgegeben, daß mein Sohn noch einmal Tschuwe (Buße) thut und ein guter Jude wird. Wie die Kinder Israels in Mizrasim (Egyvten) waren, da sind sie nur darum der Gcule (Erlösung) würdig geworden, weil sie in dem fremden Lande unter fremden Leuten ihre Namen nicht verändert haben. Das hat mich bei meinem Sohne getröstet. Er hat seinen Namen nicht geändert, und hat bei der Kfiro (Taufe) keinen anderen angenommen. Josef war er gewesen und Josef ist er geblieben. Auch seinen Vaternamen hat er behalten. Aus Dan hat er auf Polnisch Dansky gemacht."-.- Tansky hatte inzwischen seine Verbindung in Krakau gelöst, und nachdem er zum Judenthum zurückgekehrt war, in Wien ein Institut für fremde Sprachen eröffnet, welches ihm seine Gattin Hedwig leiten half. Die Wirtschaft des jungen Ehepaares besorgte Dansky's Schwester, Rlfka, welche dieser aus der Heimath kommen ließ. Chesket Dan lebte von neuem auf im Anblicke des Glückes seiner Kinder. Ein einziger Wunsch war ihm unerfüllt geblieben. Er hatte für sein Leben gern seine Rifka unter die Haube gebracht, bevor sie graue Haare bekam, aber Rifka wollte vom Heirathen nichts hören; die so günstig veränderten Verhältnisse, in denen sie lebte, befriedigten sie vollständig, sie verlangte nach keiner Selbstständigkeit. Das Behagen ihrer Lieben war ihr höchstes Ziel. Wenn sie von dem hochverehrten Bruder und dessen schöner, gütiger Frau darum gelobt wurde, daß ihr eine jüdische Nationalspeise, die sie so gut Zuzubereiten verstand, gut gerathen ist, so strahlten ihre dunklen Augen vor Freude,, und sie wünschte sich kein größeres Glück. Die jungen Ehegatten waren wohl ihrem Baterlande treu geblieben und verfolgten und unterstützten aus allen Kräften jede Bewegung zu dessen Gunsten, aber niemals mehr stritten sie miteinander über Politik, wie damals in Tabor, und sie liebten ihre Heimath, wenn auch darin das verpönte Deutsch gesprochen wurde. Wschen-Rslenöev. Freitag, 11. September. 19. Elul. Sabbat-Anfang in Mainz n. Frankfurt a. M. 6 Uhr 30 Min. Samstag, 12. September. 20. Elul. h'37> '3 Sabbat-Ausgang in Mainz und in Frankfurt a. M. 7 Uhr 35 Mm. - Berlin 7 Uhr 14 Mn. - München 7 Uhr 13 Min. - Hannover 7 Uhr 25 Min. — Stuttgart 7 Uhr 23 Min. —Prag 7 Uhr 05 Min. — Straßbucg 7 Uhr 30 Mn. — Posen 7 Uhr 02 Min. - Stettin 7 Uhr 12 Min. Sonntag, 13. September, 21. Elul. ‘rvhzb '’a'rtra. Der ..Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei 93ogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehr! durch V. jff. Slrinackrr, Leipzig, Roßplatz— Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. 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(3culu&). - Inhalt vrr Brilaae: Ein indisches Neuland. — Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Bad- Ltissingen. Oesterreich: Wien. Frankreich: Baris. England: London. Rußland: Petersburg. Sprechfaul: Frankfurt a. M. Ltlletristilch« Bcikag«: Der Jude. (Fortsetzung.) <?rtra-Bcilag«. Spenden-Berzeichnisse. Verantwortliche Redaktion Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit". Schottstraße Nr. 2. Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schcn Hofbuchdruckerei Acticn-Gesellschast in Mainz. Hierzu drei Beilage».

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