Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 70 (3.9.1903)
- Date
- 1903-09-03
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
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II - "TT um 1568 '! cm würdiges Denkmal errichtet und nicht minder zugleich damit sich selbst geehrt. Sie zeigen, daß sie wahres Verdienst und geistige Größe zu würdigen verstehen und entschlossen sind, sie zur Nachahmung der Nachwelt zu erhalten und zu empfehlen. Und in der That, der Mann, dessen Lebensbild uns in schlichter, eindrucksvoller Darstellung hier entrollt wird, verdient die Verehrung und die Liebe, die ihm . lange über die Zeit seiner Wirksamkeit in der Gemeinde hinaus bewahrt worden sind. Er war ein Mann von alter, jüdischer Gelehrsamkeit, zugleich ausgestattet mit gediegenem Profanwissen, das er in fleißigem Universitätsstudium sich erworben, und also ausgerüstet mit allem, was nöthig war. um der Reform in ihren „flegeljahren" — um ein gutes und wahres Grätz'sches Wort zu gebrauchen — unerschrocken und, soweit die Leser seiner Schriften überhaupt der Belehrung zugänglich waren, mit Erfolg entgegenzutreten. So griff er durch Schriften, die noch heute lesenswerth sind, zum Theil allein, zum Theil in Gemeinschaft mit seinem Bruder, R. Israel Deutsch in Veuthen. in den Breslauer Streit um die Berufung Abraham Geigers, in den Streit um die Orgelfrage und um die ersten Rabbiuerversammlungen zu Braunschweig und Frankfurt a. M. ein. überall in seinen Darlegungen sachliche Entschiedenheit mit persönlicher Milde vereinend, sodaß er stets wenigstens d i e Befriedigung batte, die Aufrichtigkeit seines Streben? auch von den Gegnern anerkannt zu sehen. Ein tüchtiger Gelehrter. Hot er auch sonst wissenschaftlich gearbeitet und außer einer Uebersetzuna und Erklärung des Propheten Habakuk sowie dem litterarischen Nachlasse seines obengenannten Bruders, auch eine kritische Ausgabe des nzivrr nnrr veröffentlicht, mit welch' letzterem Werke er uns ein Buch hinterlassen bat. dessen Wichtigkeit gerade in unseren Tagen der Kämpfe um die Priorität und Suveriorität des indischen Glaubens nicht genug geschäht werden kann. Daß Deutsch über all' diesen Arbeiten nicht seine AmtLvflichten vernachlässigte, bedarf kaum mehr der Erwähnung: immerhin sei darauf hingewiesen, daß auch über diesen Theil seines Wirkens die Norden'sche Schrift Lesenswertbes berichtet. Möae sie recht viel gelesen werden, und möge das Andenken des Mannes, den sie schildert, reichlich Nacheiferung wecken. B. Tukest, (Eduard, Klausrabbinev zu Altona. 2WV5"1 Biographien und Grabstein-Inschriften der Rabbiner der drei Gemeinden Altona. Hamburg und Wandsbeck. Herausgegeben von E. Gräber in Iaroslau. Krakau 1903. Der-. lag des Herausgebers. XXXV u. 140 S. 8". Die drei Gemeinden Hamburg. Altona und Wandsbeck, die etwa seit der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts mit kurzer Unterbrechung bis zum Jahre 1811 zu einem Rabbinate vereinigt waren, zählten lange zu den bedeutendsten und berühmtesten Gemeinden und ihr Rabbinat war unbestritten eines der angesehensten innerhalb und außerhalb Deutschlands. Kein Wunder, daß dorthin die bedeutendsten Gelehrten ihrer Zeit berufen wurden und daß die Größten gerne selbst angesehene Stellungen verließen, um diesem ehrenvollen Rufe zu folgen. Eine Geschichte der Dreigemeinden ist noch nicht geschrieben, aber einen wichtigen und eventuellen Theil dieser Geschichte bietet uns der Verfasser in den vorliegenden, hebräisch geschriebenen 24 Biographien, in denen er je nach dem zu seiner Verfügung stehenden Material mit größerer oder geringerer Ausführlichkeit die Männer vorführt, die an der Spitze der Gemeinde gestanden haben. Vollständige Bilder der betreffenden Zeiten sind damit allerdings noch nicht gegeben, der Verfasser verspricht vielmehr, in einem zweiten Bande die Männer darzustellen, die nicht als Oberrabbiner fungirten. aber als Rabbinatsassessoren, Vorsteher oder Privatgelehrte Einfluß auf das geistige Leben in der Gemeinde und auf deren Entwicklung gewonnen haben. Es ist immerhin eine stattliche Liste großer Namen, die das Jnhaltsverzeichniß aufweist. z. B. R. Hirsch Aschkenasie 02X cyt) R. Jonathan Eibenscbütz, R. Raphael Kohn, Männer, die durch ihre Schriften und ihren Einfluß auf dos religiöse Leben weitester Kreise hervorragend einwirkten, ferner eine Anzahl von Männern, die durch persönliche Beziehungen oder Erinnerung der jetzigen Generation besonders interessant sind, wie R. Mendel frankfurter und R. I. Bernavs. der Großvater und der Lebrer Samson Rapbael Hirsch's u. a. Vielen Biographien sind Portrait?, vielen sind Kopien der zum Tbeil sehr interessanten Grabschriften beigegeben. Daß der Verfasser bei aller Zurückhaltung die großen Streitfragen nicht unerwähnt ließ, die manchmal die Gemeinden, ja bisweilen, von hier ausgehend, die ganze Judenheit bewegten, wird man nur gutheißen können; vervollständigt soll allerdings auch diese Darstellung erst durch den zweiten Band werden. Insbesondere gilt dies von der Auseinandersetzung über den Eibenfchütz- Streit, deren noch die Biographie R. Jakob Emdens wesentliche Ergänzungen bringen wird, die aber auch in der bisherigen form nickt zum mindesten deßhalb dankenswertst ist. weil sie an einem unwiderleglichen Beispiel zeigt, mit welcher Leichtfertigkeit man bisher, fast unangesockten. jüdische Geschichte schreiben durste, und mit welcher ungeheuren Borsicht man nur an die Lektüre der verbreiteten jüdischen Gesckichtswerke heranaeben darf. Den meisten Vkoaravhken folgen Ausrästlunaen der von den betr. Rabbinen selbst oder aus ihrem Nachlasse veröffentlichten Schriften und kurre Notnen über ihre Nachkommen. Bei flüchtiger Durchsicht des Litteraturnachweise? bemerkte ich als fehlend: von R. Jonathan Eibenschiitz: nsv rnsdn heb 's heraus-