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Der Israelit · 1903-09-03 · Heft 70 (3.9.1903) · page 31

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 70 (3.9.1903)
Date
1903-09-03
Page
– (sequence 31)
Language
German
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| |~y TIT I5b9 gegeben von seinem Nachkommen Jonas Eibenschütz in Szobotist, Pacs 1891, und von Oberrabbiner Hirsch zwei Predigten: „Die Hoffnung und der Glaube Israels in der Bedrängniß, ein Wort zur Zeit, gesprochen in der Klaussynagoge zu Prag am 7. Tage des Pesachfestes 5642. Prag, Selbstverlag 1882", und *rw WDia die vier Festkelche oder die vier Lebensstufen, gottesdienstlicher Vortrag, gehalten am 2. Tage des Pesachsestes 5640." (2. Auflage, Prag, Pascheles, 1880.) Druckfehler und Ungenauigkeiten in manchen Zitaten wird sich der Leser meist selbst verbessern können; ich mache als auf ein Beispiel nur darauf aufmerksam, daß S. 2, Zl. 5 v. u. das Wort ausgefallen ist, da R. Mordechai Kohn nicht der Großvater des R. Jonathan Eibenschütz, sondern der Schwiegervater seines Schwiegervaters war, daher ’jpT ’cn zu lesen ist, wie in der Einleitung zu 'nbvi vns richtig steht, und daß ebendaselbst Zl. 4 v. u. die Jahreszahlen -VN und ysn durch :*j>n und *ryn zu ersetzen sind, wie ebenfalls in genannter Einleitung steht und wie der Verf. auf S. 31 und S. X richtig zitirt. Für den des Hebräischen unkundigen Leser hat der Verfasser das Ergebniß seiner Arbeiten im deutschen Theile des Buches in gedrängter Kürze wiederholt und nur bei der obenerwähnten Zurückweisung eines über R. Jonathan Eibenschütz verbreiteten grundlosen Berichtes etwas länger verweilt. Die Bemerkungen Salomon Bubers und die beigegebenen Photographien des Innern der Hamburger und Altonaer Synagogen werden den verschiedensten Kreisen von Lesern nicht unwillkommen sein. Alle aber werden freudig die Fortsetzung des Werkes begrüßen, das sehr wohl geeignet ist, die Erkenntuiß der Wirksamkeit unserer Großen und die Hochachtung, die wir ihnen schulden, zu mehren. ree? Z e i t f r a g e rr. Tie JudenmafsakreS in Kischinew. Von To l d. Mit einem Weiheblatt von E. M. Lilien und Illustrationen. Pr. 1 Mk. 102 S. Groß-Oktav. Berlin SW. 47. Jüdischer Verlag. Das vorliegende Buch erzählt in der schlichten Sprache der Zeitungsnachrichten die schreckliche Tragödie in Südrußland. Denn wie der Verfasser in dem Vorwort es ausspricht, soll in ihr nur die Wahrheit sprechen, die grauenerregende Wahrheit allein. Und die Bilder, die Photographien, die dem Werke beigegeben sind, sie erzählen ganze Bände von der Furchtbarbarkeit des barbarischen Treibens zu Kischinew an jenen letzten Tagen des Passahfestes, des Festes der Befreiung aus dem Stlavenjoche eines grausamen Volkes, das keine Barmherzigkeit kannte und die Juden quälte bis auf's Blut. Und wir in unserem aufgeklärten Zeitalter, welche Scham muß uns ergreifen, wenn wir sehen müssen, wie ein Bild der Judenverfolgung in Frankfurt a. M.. die im Jahre 1623 stattfand, ein paffendes Titelbild abgibt für ein Buch, das Ereignisse des Jahres 1903 schildert?! Der billige Preis von einer Mark ist jedenfalls wegen Veranlassung einer Massenverbreitung des Werkes angesetzt, die ihm wohl zu wünschen wäre. J.L. Sukennikoff, M. Kischinew. (Maxim Gorky, Greuelthaten in Kischinew u. a.) 32 S. Pr. Mk. 1. (Nur in russischer Sprache erschienen.) Berlin W., Russischer. Verlag, Leibnizsiraße 18. 1903. Dieses Büchlein enthält einige Briefe von Gorky, Tolstoi und anderen bekannten russischen Schriftstellern, die sich über die in Kischinew vorgefallenen Ereignisse äußern. Es sind zum größten Theile die Briefe, die auch in's Deutsche übertragen, in der deutschen Presse veröffentlicht worden waren. Trotzdem ist die Broschüre schon deßhälb sehr lesenswerth, weil sie zeigt, ein welch' abfälliges Urtheil man in der ganzen geistigen Aristokratie Rußlands über die bekannten Vorfälle hegt. I. L. Tie Judenverfolgungen in Kischinew. (Nur in russischer Sprache erschienen.) Pr. Mk. 2. Jll. 8". Leipzig, H. V. Dietz N a ch f. G. m. b. H. Dies vorliegende neue Buch iiber die Kischinewer Vorkommnisse sind Betrachtungen eines Russen, der den Ereignissen ziemlich objektiv gegenübersteht. Der Hauptinhalt besteht darin, daß entwickelt wird, wie die Verfolgungen nur auf Grund eines gut ausgearbeiieten Programms ihre große Ausdehnung annehmen konnten. Die Schuld daran wird den Behörden zugeschoben, die auf Instruktionen höheren Ortes hin gehandelt und ihre Kräfte nicht nur nicht zur Unterdrückung des Aufstandes angewandt hätten, sondern daß sogar Leute in amtlichen Stellungen daran theilgenommen hätten. Bei diesen anklagenden Thatsachen, die das Buch enthält, ist es nicht zu verwundern, daß sein Verkauf in Rußland durch die Censur unterdrückt wurde. I. L. Tie ReichStagswahl in Schlochan * Flatow im Jahre 1903. Johannes Balling, Buchdruckerei. Berlin W. 35. Die vorliegende Broschüre behandelt in erschöpfender Weise die Reichstagswahl in dem obengenannten, dadurch „berühmt" gewordenen Wahlkreis, daß dort angeblich Juden ihre Glaubensgenossen zur Wahl des antisemitischen Kandidaten durch Wahlaufrufe aufgefordert hätten. Im Gegensatz zu manchen Zeitungen

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