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Der Israelit · 1903-09-03 · Heft 70 (3.9.1903) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 70 (3.9.1903)
Date
1903-09-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1546 „Nur nicht bei dem Franzensmonument, es wäre tausend Schade für das herrliche Kunstwerk, wenn es das Schicksal ereilte, wie das Ziskadenkmal. bei dem Sie damals geschworen." Diese harmlosen Scherze hatten die Bitterkeit, welche in den Herzen der beiden jungen Leute Platz gegriffen hatte, verdrängt, und mit dem wiederholten Versprechen, pünktlich am Platze zu sein, schieden ste von einander. „Was soll daraus werden, was soll daraus werden?" fragte sich Hedwig, als sie die steile Treppe zu ihrer Wohnung hinauf schritt. „Er hat mein ganzes Herz gefangen genommen, und auch ich bin ihm nichi gleichgültig. Aber kann denn eine Verbindung zwischen uns zu Stande kommen, zwischen der Jüdin und dem Christen? Nein und tausendmal nein! Und soll ich freiwillig auf das Glück verzichten, das mir der Verkehr mit diesem hochgebildeten Manne gewährte, blos darum, weil meine Wiege in einem jüdischen, die seine aber in einem christlichen Hause gestanden? Soll ich verdammt sein, einsam und unverstanden durch's Leben zu gehen, weil der Mann, den der Zufall mir in den Weg gestellt hat, zufällig einer anderen Glaubensgenossenschaft angehört, als ich? Und doch, niemals ivürde ich meinen Glauben, auch nur zum Scheine, verändern. um irdischer Liebe willen. Ich bin stolz darauf Jüdin zu sein, und dieser Stolz ist mächtiger, als meine Liebe zu diesem liebenswerthen Fremden. Dieser Stolz wird mich auch davor bewahren, durch. einen Glaubenswechsel etwas zu thun. was ich mit lebenslänglicher Neue erkaufen müsste, was mich unwürdig machte, mich als Kind solch' frommer Eltern, wie die ineinen es waren, zu bekennen. Nein, nein, ich fürchte keine.Versuchung! Ich will ihm stets eine treue Freundin und Beratherin sein, will mich an seiner Freundschaft erfreuen, aber ihm angehören, nein, niemals!" Gestärkt durch diesen Vorsatz hatte Hedwig ruhig geschlafen und war, gekleidet in ein einfaches, schmuckloses Gewand, wie es sich für einen Krankenbesuch unter solchen Umständen ziemte, am verabredeten Platze erschienen. Der Doktor war der Erste gewesen. „Dieses Mal halte ich Wort," sagte Hedwig scherzend. indem sic dem Doktor die Hand zur Begrüßung reichte. Dieser ergriff die zarte, weiße Hand, welche ihm Hedwig entgegenstreckte und drückte einen innigen Kuß darauf. „Was ist das, Herr Doktor? Wenn ich, wie ich mir es vorgenommen habe, Ihre Freundin bleiben soll, so müssen Sie solche Ueberschwenglichkeiten unterlassen." „Freundin!? Das Wort ist wirklich zu kalt für uns. Wollen Sie denn nicht mehr werden, als bloße Freundin?" „Was ist höher, als Freundschaft? M i r geht nichts darüber." „Ein höheres, als Freundschaft, ist Liebe," entgegnete der Doktor. Nun war es heraus, da. was sie zu hören erwartete, fürchtete. (Schluß folgt.) Füd. Mllevloi Der Unterschied zwischen unserem jüdischen Mondjahre und dem bürgerlichen Sonnenjahre wird sich nach Ausweis der neuen Kalender besonders im nächsten Jahre 1904 recht auffallend zeigen; während bekanntlich unsere jüdischen Monate genau mU dem Mondwechsel laufen, wird der bürgerliche Monat Februar 1904 ohne Vollmond sein, — ein „Mond" ohne Vollmond. Uebrigens wiederholt sich diese immerhin merkwürdige Erscheinung, entsprechend unserem sog. kleinen Cyklus, alle neunzehn Jahre. Während der Februar ohne Vollmond bleibt, haben Januar oder März. bezw. beide diese Mondsphase in doppelter Zahl aufzuweisen. — L. — Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montaga nnü houneratagg, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 8 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich. halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehr! durch B. jj*. Skeinacker, Leipzig, Notzplah sö.— Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für's Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1015. Stellesuchende und sonstige .Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine Aufgabe deö Jöraelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so^kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post auf dieselbe unter Nr. $933 abonniren. 'Auf nvunsch stunden wir die Zahlung deck JnsertionsbetragS au außer Stelle Befindliche bick nach Erlangung einer solchen. AAMB Inhalt (Hauptblatt): Der erste allgemeine Rabbiner-Kongreß in Krakau. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Maiin. Berlin. Hannover. Krefeld, Rürnberg. Straßburg. Oesterreich: Wien. Frankreich: Paris. Dänemark: Kopenhagen. Italien: Rom. Rußland: Kiew. — Mitthe luagcn aus den jüd. Armenvereinen und für dieselben: Nürnberg. — Feuilleton: Zurückaefunden. (Fortsetzung.) Inhalt Lik Beilage: Der Antrag Sachsen auf dem Potsdamer Fleischer-Verbandstage, — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Frankfurt a. M. Hombura v. d. H. Oesterreich: Wygoda. Lemberg. Ungarn: Busapest. England: London. — Personalien: Frankfurt a. M. FlörSbenn a. Rt. Aoetsheim. — Vermischtes. Belletristische Beilage: Preßburgec Taknun und Stadlonim (Fortsetzung). — Der Jude. (Fortsetzung.) * Llterachche Beilage. Verantwortliche Redaktion Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des Israelit". Schottstraße Rr. 2. Mainz. Druck und Verlag der Job. Wirth'schen Hofbllchdruckerei Acrien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilagen. SSRJSWäSTWT’’'' ■y» jwi niy. g. j■ ^,r»flw-.»

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