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Der Israelit · 1903-09-03 · Heft 70 (3.9.1903) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 70 (3.9.1903)
Date
1903-09-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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be Daniel! de urbe mit all seiner Habe in Schuh; desgleichen den von der päpstlichen Kammer angestellien Sachverständigen und Schätzer, Benedict Mel's zu Rom. Der Jude Angelus Mannuelis wird am 1. Juli 1392 zum Arzt und Familiären Bonifaz' IX. angenommen und dem Schutz des heil. Petrus und der römischen Kirche empfohlen. Ebenso wird am 23. Oktober 1392 der zu Perugia wohnende Salomon de Metasia de Sabatuchio als Familiäre bestätigt. Eine Stiftungsurkunde für ein Spital und Kirche in Coimbra wird genehmigt, obwohl sie an einer Stelle errichtet werden sollen, wo die Juden drei Hostien begraben haben sollen, wodurch der locus „immundus sive sterquilineus*' geworden ist. Dies hörte wieder auf; denn die Hostien wurden nachher unversehrt wieder ausgegraben. — Für den vor vier Jahren getauften, in Venedig weilenden Juden Abraham Nicolai, der (so eine Art amerikanischer Doktor) nur in Kairo oder Damascus promovirt hatte und ein Diplom vom Sultan von Babylon besaß, erläßt Bonifaz unter dem 31.' Juli 1398, daß dieser nach abgelegtem Examen vor dem Bischof von Nusco und vor drei Magistri in artibus et physica die gleichen Pivilegien genießen dürfe, als wenn er in Paris oder Bologna studirt hätte. Seine bedeutenden Kuren in Venedig werden dabei erwähnt. — Ein getaufter Paulus (ehedem Jakob) nebst seiner Frau Katharina (ehedem Rayne) und ihren Kindern Franz (ehedem Lademann) und Magdalene (ehedem Freut), also deutsche Juden, werden allen Christgläubigen empfohlen, deßgleichen dem in Eichstätt wohnenden Juden Moses von Heydeck und seiner Gattin Verthlein ihr Eigenthum bestätigt, da sie zum Christenthum übertreten. Am 15. Oktober 1402 wird der Jude Angelus Samuelis in Mileto zum Richter in Kriminal- und Zivilsachen für die in Cosenza, Mortalto und Tropea wohnenden Juden (für Streitigkeiten unter ihnen selbst) ernannt. Die Bischöfe müssen den Inquisitoren in den Weg treten, weil sie mehr aus Habsucht, als aus Glaubenseifer in Calabrien und Otranto die Juden belästigen. — Unter dem 18. Juli 1399 wird ein freisprechendes Urtheil des Inquisitors der Romagna bestätigt, der von der Ansicht ausging, dem die spätere Inquisition nicht mehr gehuldigt hat, „es sei besser, daß eine That unbestraft bleibe, als daß ein Unschuldiger verurtheilt werde". Der Jude Salomo zu Nimini war angeklagt, er habe Christenmädchen verführt durch die nach Häresie riechende Vorspiegelung ..non esse peccatum, Olivistianas concumbere cum .Tndaeis“. Die Beweisaufnahme versagte, und der Jude wurde freigesprochen. Rußland. Kiew, im Sept. (Starke jüdischeAuswanderung.) Seit einiger Zeit macht sich eine auffallend starke jüdische Auswanderung aus Kiew und Umgegend nach Amerika bemerkbar. Jede Woche verlassen zahlreiche jüdische Familien die hiesige Stadt oder die im Kiewer Gouvernement liegenden Städte, um ihr Glück in der neuen Welt zu versuchen. Ihr ganzes Vesitzthum verkaufen sie zu Spottpreisen, um so schnell als möglich Rußland zu verlassen. An der Auswanderung betheiligen sich in erster Linie kleinere Handwerker, Kaufleute, Krämer u. s. w. Miithelimge« aus de« lifo. AiMMreineu Md M dieselbe«. (SLmmtttche jüd. Wanderbettelvereine unv «affe» für Durchreisende sind gebeten, unS Mitthellungen über Erfahrungen, die sie auf dem Gebiete ihrer ThStigkeit machen, rukommen »rr kaffen.) Nürnberg, 1. Sept. Vor mehreren Wochen habe ich Sie auf einen Schwindler aufmerksam gemacht. Sal. N e u w i r t h , Klisio (Ungarn), der in Wien eine Frau oder ein Mädchen entführte (Sophie Römer), was Polizei und Verwandte mittheilen. Derselbe gab sich als Rabbiner und Lehrer der Alliance- Schule aus und dürfte dem doch durch Veröffentlichung das Handiverk gelegt werden. Daß die Wanderbettelei noch lohnend sein muß, beweist folgender Fall: In Bochum wurde Neumann Moscheh, Minsk, verhaftet, der ca. 4000 Mk. bei sich hatte. M. L. Feuilleton. urückgefunden Movelle von Vabette Fried, Prag. l5 „Und welchem glücklichen Zufalle verdanke ich es, daß Sie gerade heute, wo ich hier sprechen sollte, auf die Sofieninsel gekommen sind?" „Nein, da wäre dieser Zufall wirklich ein wunderbarer. Es war nicht durch Zufall, sondern mein eigner Wille, der mich hergeführt hat. Ich las im Tagblatte unter den Vereinsnachrichten die Anzeige, daß ein Doktor Dansky in diesem Saale einen Vortrag halten werde. Ich wünschte, ich hoffte es. daß Sie das wären, und. verschaffte mir eine Eintrittskarte zu diesem Vortrage. Ein unvorhergesehener Zufall hat mick aufgehalten, und so wäre ich fast zu spät gekommen, um noch eingelassen zu werden, wo ich doch geplant

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