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Der Israelit · 1903-09-03 · Heft 70 (3.9.1903) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 70 (3.9.1903)
Date
1903-09-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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lischen Milchhändlers. Aber Empfehlungen von Eßwaaren, die nach jüdischem Ritual zubereitet sind, stehen auf gleicher Stufe, wie etwa die Anpreisung frischer Fische an den Freitagen, an denen die Katholischen sich der Fleischnahrung enthalten sollen, und über solche Angebote hat sich noch kein vernünftiger Mensch aufgehalten. Vielleicht ist die „Volkszeitung" jetzt im Stande, zu begreifen, daß ihre Anzapfung blühender Unsinn war? Stratzburg i. (£., 31. Aug. Der Ausschuf; der israelitischen Kunst- und Gewerbeschule in Straßburg zu Gunsten der bedürftigen Israeliten des Unter- Elsaß hat seinen Jahresbericht für das Rechnungsjahr 1902 veröffentlicht, der befriedigender und erfreulicher lautet, als der vorjährige. Der Rückblick, den die Einleitung auf das vergangene Jahr wirft, ist recht ermuthigend, und der Ausblick in die Zukunft hoffnungsvoller. als je. In ersterer Beziehung wurde auf die 60 Handwerkslehrlinge hingewiesen, welchen die Anstalt im verflossenen Jahre eine zweite Heimstätte der sorgfältigsten leiblichen und geistigen Pflege., der Gewöhnung an Fleiß, Ordnung. Sauberkeit und Pünktlichkeit war, von welchen 12. die in den letzten Monaten ihre Lehrzeit beendet haben, acht hier und vier auswärts als tüchtige, von ihren Meistern geschätzte Arbeiter ihr Handwerk betreiben; ferner auf die zahlreichen Zuwendungen, die - im abgelaufenen Jahre zu Gunsten der Anstalt gemacht wurden, namentlich seitens eines ehemaligen Zöglings der Anstalt. Herrn Benjamin Levy-Brumath- Boston, seitens der Unitas-Loge und des Israelit. Vereins für Ferienkolonien. Hinsichtlich der Aussichten auf eine hoffnungsvolle Zukunft wird in dem Bericht betont: Allenthalben beginnt man denn auch, mehr wie früher, die große Bedeutung unserer Anstalt anzuerkennen, und in den meisten Gemeinden gibt sich eine in stetem Steigen begriffene Theilnahme für unser Streben und Wirken kund. Mit besonderer Genugthuung zitirt der Bericht eine Stelle aus dem „Referat über die geistige, ethische und soziale Fürsorge für die jüdische, schulentlassene Jugend", gehalten auf der süddeutschen Logentagung von Herrn Dr. Julius Moses in Mannheim. welche lautet: „Ganz besonders sind Schulen und Anstalten zu begrüßen, welche eine frühzeitige Erziehung und Weckung zur produktiven Arbeit erstreben und diese Schüler aus ihrem gewohnten Milieu ent- ' fernen. Auf diesem sozial-pädagogischen Prinzipe fußen die Lehrlingsheime. Unter ihnen ist besonders crwähnenswerth die Ecole de travail in Stratzburg. wo die Schüler ohne jedes Entgelt, internirt sind, in ihrer freien Zeit eine gute Fortbildung genießen, besonders auch in Bezug auf technische und künstlerische Fertigkeiten, wo eine strenge Beaufsichtigung sich mit liebevoller Behandlung paart." ' Dasjenige, was in einer, israelitischen Gewerbeschule den Hauptpunkt bilden sollte, datz die Anstalt auch dahin strebt, datz die nach beendeter Lehrzeit austrelenden Jünglinge, die meist Kinder frommer Eltern sind und auch in der Anstalt religiös, hauptsächlich bezüglich m r.zv erzogen werden, in solche Werkstätten untergebracht werden, wo sie Sabbat und isr. Feiertage nicht zu arbeiten brauchen, diesen Kardinalpunkt vermisse ich in dem Bericht. Stratzburg, 31. Aug. (Statistik über die Konfessionsverhältnisse auf der Erd e.) In seiner auf den genauesten Berechnungen nach den besten statistischen Quellen beruhenden Artikelserie „Ueber die wichtigsten Religionsbekenntnisse zur Zeit der Jahrhundertwende" kommt P. Krose S. 1 in den „Stimmen aus Maria-Laach" zu folgenden Schlußfolgerungen, die allgemeines Interesse erwecken, da sie als im wesentlichen zuverlässig gelten müssen. Die Gesammtbevölkerung der Erde beträgt danach 153? Millionen. Bon diesen 1637 Millionen waren im Jahre 1900 549.017.000 oder 34.7 pCt. Christen. 202,048,000 oder 13,1 pCt. Mohammedaner, und 11,037.000 oder 0,7 pCt. Juden. insgesammt 762,102,000 oder 49,6 pCt. Monotheisten. Ungefähr die Hälfte der Menschheit bekennt sich also zum Glauben an einen Gott. Der Katholizismus mit 264,506,000 Bekennern ist die verbreitetste aller Religionen der Erde. Beinahe die Hälfte der Christenheit ist katholisch. Uebrigens weist P. Krose nach, daß die Zahl der Katholiken auf mindestens 270 Millionen zu schätzen sei. Die Zahl der Protestanten, 166,627,000 oder 30,35 pCt. sämmtlicher Christen, ist nur eine fiktiv angenommene, denn die Protestanten sind in zahllose Sekten getrennt, eine wirkliche protestantische Konfession, eine wirkliche protestantisch kirchliche Gemeinschaft gibt es nicht.. Auffallend hoch ist die von P. Krose ermittelte Zahl der Mohammedaner. 202.048,000 oder 13,1 pCt.; jedoch glaubt derselbe, daß weitere Forschungen das Resultat bestätigen werden. Unter den polytheistischen Religionen nimmt die Religion des Confuzius mit 235 Millionen Anhängern den ersten Platz ein, ihm nahe kommt der Brahmanismus oder Hinduismus mit 210 Millionen Bekennern. während der früher so stark überschäiüe Buddhismus mit 120 Millionen bedeutend zurücksteht. Oesterreich. 'itftcii. Die Ovpositionsrichtung im Zionismus, die unter Führung von David T r i e t s ch steht, gibt eine neue jüdische Monatsschrift heraus, welche den Namen „Der Weg" führt und deren Nummer 1 und 2 folgenden Inhalt haben: Die jüdische Bewegung (Mathias Acher), Zur Frage (M. I. Berdyczewski). Die Landfrage im Zionismus (David Trietsch). Rundschau. Schriftthum und Kunst.

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