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Der Israelit · 1903-08-31 · Heft 69 (31.8.1903) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 69 (31.8.1903)
Date
1903-08-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1532 erörtern, den Anschauungen entgegenzukommen, die am nächsten Zionistenkougreß in Betreff der Bedingungen ausgedrückt werden dürften, unter denen eine Niederlassung möglich sein würde. Wenn ein Landstrich gefunden werden kann, den die Bank und Sr. Majestät Vertreter als geeignet betrachten und der Sr. Majestät Regierung empfehlenswerth scheint, dann wird Lord Landsdowne geneigt sein, Vorschläge zur Errichtung einer jüdischen Kolonie oder Ansiedlung unter Bedingungen günstig aufzunehmen, die den Mitgliedern die Möglichkeit gewähren, ihre Volksbräuche zu beobachten. Zu diesem Zwecke würde er geneigt sein, wenn ein geeigneter Landstrich gefunden ist. und vorbehaltlich der Meinung der Berather des Staatssekretärs in Ostafrika, die Einzelheiten eines Plans zu erörtern, dessen Hauptpunkte sein sollen: die Gewährung eines ansehnlichen Stückes Land, die Ernennung eines jüdischen Beamten zum Oberhaupt der örtlichen Verwaltungsbehörde und die Gewährleistung voller Bewegungsfreiheit an die Kolonie für Munizipalgesetzgebung und für die Ordnung der religiösen und ausschließlich inneren Verwaltungsangelegenheiteu: dieses örtliche Selbstverwaltungsrecht muß indeß das Recht Sr. Majestät Regierung unberührt lassen, eine allgemeine Oberaufsicht zu üben. Es ist zur Zeit unnöthig.die Einzelheiten der Bedingungen zu erwägen, unter denen das Land bewilligt werden würde, ob dies in Form eines Verkaufs oder einer Pacht geschehen würde, aber Seine Herrlichkeit nimmt an, daß kein Theil der Verwaltungskosten der Siedelung Sr. Majestät Negierung zur Last fallen würde, und letztere würde sich das Recht Vorbehalten, das Land wieder in Besitz zu nehmen, wenn die Siedelung sich als Mißerfolg erweisen sollte." Greenberg selbst gab eine Uebersicht der Verhandlungen mit Clement Hill, dem Unterstaatssekretär des britischen Kolonialamtes. Dr. Herzl verlas ferner den Antrag, den das Aktionskomitee dem Kongreß zur Beschlußfassung unterbreitete und der lautet: »Zur Prüfung der Frage des von der britischen Negierung so hochherzig in Aussicht gestellten Gebietes beschließt der Kongreß, eine Kommission einzusetzen. Diese Kommission soll aus neun Mitgliedern bestehen. Es ist ihre Aufgabe, dem engeren Aktionskomitee mit berathender Stimme beizustehen für die Frage der Entsendung einer Expedition in das zu erforschende Land. Die Kosten der Expedition dürfen aber weder von der jüdischen Kolonialbank, noch aus dem Nationalfonds entnommen werden. Heber die Beschaffung der Mittel ha! sich der Finanzausschuß mit dem engeren Aktionskomitee in's Einvernehmen zu setzen. Der Beschluß über die Besiedelung Ostafrikas wird einem eigens hierzu einzuberufenden Kongreß Vorbehalten." Endlich um fünf Uhr Nachmittags gelangte man zur Abstimmung, die — 54 Minuten in Anspruch nahm. Sie ergab bei Namensaufruf 259 Ja und 177 Nein! Etwa 35 Aufgerufene enthielten sich der Abstimmung. Schon während dieses Wahlganges machte sich eine - gewisse Gegnerschaft geltend. Dr. N o s s i g - Berlin, der Verbündete des Dr. Trietsch. erklärte, daß er dir Abstimmung als eine ungültige ansehen müsse. Das Statut der Zionisten besage ausdrücklich, daß jeder Kongreßabgeordnete nur mit „Ja" oder „Nein" zu stimmen habe. Dr. Herzl opponirte und wußte diesen Zwischenfall zu erledigen. Die dem Ostafrika-Projekt feindlich gegenüberstehenden Russen verließen nach der Entscheidung demonstrativ den Saal. In der nun noch weiter dauernden und gegen acht Uhr Nachmittags beendeten Sitzung wurden keine wichtigen Fragen be handelt. * Basel, 27. August. Heute referirte S o k o l o w (Odessa) über „Zionismus und Wohlthätigkeitsanstalten im Osten." Auch er gelangt zu dem Schluß: Die Gesundung des jüdischen Volkes sei nur durch den Zionismus möglich. Kremenetzky (Wien) erstattet Bericht über den jüdischen Nationalfonds. Das Gesammtvermögen be trägt Ende August 1903 18,668 Pfd. Sterl. Im „goldenen Buch" der Spender von mehr als 10 Pfd. sind 7418 Pfd. eingetragen. Der Fonds für Landankäufe in Syrien und Palästina soll auf 200,000 Pfd. gebracht werden. Dr. L e w a n (Jekaterinoslaw) reicht Namens der gestern unterlegenen Minderheit der 178 Delegierten folgende Anträge ein: 1) Die Kosten der Ostafrika-Expedition dürfen nicht aus Schekelgel dern bestritten werden. 2) Die Zusammensetzung, Ausrüstung und Entsendung der Kommission wird dem Aktionskomitee überlassen. 3) Das Aktionskomitee soll einen Kongreß einberufen, der über die Besiedelung Ostafrikas definitiv zu entscheiden hat. — In der Nachmittagssitzung erstattete Dr. W o l f s o h n - Köln Bericht über die „Kolonialbank". Anfang des letzten Jahres begann die Bank ihre Thäiigkeit. Als Prinzip gilt. Gelder stets flüssig zu halten und nur Geschäfte zu besorgen, die rasch abgewickelt werden können. Die Bank hat einen Gewinn von 6000 Pfund Sterling erzielt und in Palästina eine Filiale, die „Anglo-Palästine-Company". gegründet. Von der russischen Regierung wird die Bank voraussichtlich die Erlaubniß erhalten, auch in Rußland eine Filiale zu errichten. Auf Antrag der deutschen Landsmannschaft wird beschlossen, eine dreigliedrige Palästina-Kommission zu ernennen, die sich mit der wissenschaftlichen und praktischen Erforschung von Palästina zu befassen hat. Die Kommission führt die Aufgabe selbstständig durch und hat bei Beschlußfassungen des Aktionskomitees. sowie bei der Jahreskonferenz (kleiner Kongreßeine berathende Stimme. Sic erhält vom Aktionskomitee eine jährliche Subvention von 15,000 Frs. Ebenso

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