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Der Israelit · 1903-08-31 · Heft 69 (31.8.1903) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 69 (31.8.1903)
Date
1903-08-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1525 Haupt nicht frankirt gewesen Ware. Da unter anderem Drucksachen. Ausrufe von Vereinen, in großen Massen mit dem Vermerk „ ,refuse par la (^iiMirezurückgehen, ist der Betrag dieser Strafporti nicht unerheblich, und es wird dadurch zu Gunsten der russischen Post ein starker Druck ausgeübt. Da rin großer Theil der Absender aus russischen Nnterihanen besteht, über welche der russische Konsul Jurisdiktion hat. können sich die Absender der Verpflichtung, diese ..Strafporti" Zu zahlen, nicht entziehen. Umsomehr sollte es Pflicht der deutschen Juden sein, jedes Schreiben und jedes Bittgesuch, welches mit der russischen Post nach hier geht, einfach in den Papierkorb zu werfen. Bemerkt wird hierbei, daß die Gesellschaft „Moschab sekenim" sich stets der russischen Post bedient. Es wird demgemäß gewarnt, dieser Gesellschaft etwas zu geben, bevor sie in dieser Beziehung nicht andere Gewohnheiten angenommen hat. Neuerdings 'hat sich auch der Herausgeber des Palästina-Almanachs. A. M. Luncz, der russischen Post bedient, so daß auch er eventl. von den Abnehmern seines Almanachs zu ^lehren wäre. (Wir sehen die Sache nicht so tragisch an. wie der Herr Einsender. Wenn die ottomanische Regierung das Postregal nicht monopolisirt hat, wozu sie doch berechtigt wäre, so wird sie dagegen von den fremden Postämtern auch entsprechende, wahrscheinlich sehr hohe Steuern erheben, und es ist demgemäß gegen die Benutzung dieser Posten nicht viel einzuwenden. Red.) Frankfurt a. M., 26. Ang. In der heute stattgehabten Sitzung des israelit. Gemeindevorstandes fand die Wahl eines Assistenzarztes für das Hospital der Jsr. Gemeinde statt. Dieselbe fiel auf Herrn Dr. Löffler aus Mannheim, z. Z. in Rendsburg. Durch diese Wahl ist einem langgehegten Wunsche derjenigen Gemeindemitglieder Rechnung getragen, die stets für Erhalt aller Gemeindeinstitutionen auf der Basis des Religionsgesetzes eintreten und dadurch wichtige Stützen der Gemeinde sind. Möge diese Wahl weitere Fortschritte zum Wohle der Gemeinde nach sich ziehen. Köln, 26. Aug. Hier fand dieser Tage die „50. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands" statt. Bei der Begrüßungsfeier sagte Herr Justizrath C u st o d i s u. a. Folgendes: „Einem obersten Grundsätze sind alle treu geblieben. Niemals haben wir auf unseren Versammlungen Andersgläubige angegriffen (Bravo), wir haben uns immer nur mit unseren eigenen Sachen beschäftigt (Bravo!) — das war gerade genug — und so soll es auch bei der 50. Generalversammlung gehalten werden. (Bravo!) Mit der 50. Generalversammsung soll auch unsere öffentlich bekundete Duldsarnkeit ihr goldenes Jubiläum feiern! (Stürmischer Beifall.) Tchweinfurt, 21. Aug. Bei der heutigen Verhandlung des Landgerichts wurde der frühere Pfarrer Andreas Kirchner von Hausen wegen Unterschlagung zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt. Dieser einst hochwürdige Herr, der im Wonnemonat Mai bei Nacht und Nebel in Begleitung einer schönen Maid seine trauernden Hinterbliebenen Gläubiger verlassen haben soll, war zur Zeit des Haßfurter Fleischbesudelungsmärleins Seelsorger von Pfarrweisach. einem idyllisch gelegenen Dörflein im schönen Baunachgrunde, wo der Dichter Rückert so gerne weilte und so manch' herrliches Lied gesungen hat. In diesen sturmbewegten Tagen soll sich dieser frumbe Mann gar wild gebärdet haben, da hat seine edle Seele gekocht, wie höllisch Feuer, da fühlte sich der so treu besorgte Hirte in seinem reinen Gewissen nicht eher beruhigt, bis eine eigene Dorfschlächterei für seine Pfarrgemeinde mit Filialen errichtet war, damit man kein verunreinigtes Fleisch mehr von den bösen Juden kaufen müsse und dadurch an Leib und Seele Schaden leiden könnte. Und merkwürdigerweise ist trotz alledem und trotz des Genusses des steng-konfessionell präparirten Fleisches das Gift der Sünde und der Leidenschaft in das gute und liebevolle Herz des braven Pfarrherrn eingezogen. F. Dänemark. Kopenhagen, 30. Aug. (Telegramm.) Herr Rabbiner Dr. G o i t e i n ist in der Nacht vom Freitag zum Sabbat leider plötzlich verschieden. Die Beerdigung findet Montag Nachmittag statt. Mehrere seiner Brüder befinden sich bereits hier. England. London. Mr. Arnold White ist von Seiten der russischen Regierung große Ehre widerfahren. Der internationale Antisemit hat sich bemüßigt gesehen, einen Plan zur Lösung der Judenfrage nicht nur zu entwerfen und in der englischen antisemitischen „Natio-. nal Review" zu veröffentlichen, sondern diesen Plan in einer Eingabe der russischen Regierung auch in allem Ernste zu unterbreiten. In diesen Tagen ließ der russische Staat Mr. Arnold White durch seinen Londoner Botschafter feierlich und offiziell mittheilen, daß sein Vorschlag, in Petersburg eine Konferenz der betheiligten Mächte (Rußland, England und Amerika) behufs Lösung der Judenfrage zu genehmigen, dem Kaiser vorgelegt wurde, daß die Regierung jedoch nach längerer, e r n st e r Verathung zu der Ansicht gelangt ist, eine Konferenz, welche sich mit einer internen russischen Angelegenheit befassen soll, unmöglich acceptiren zu können. Wie schade! London. Ein Protest gegen die Vorschläge der Fremdenkommission wird auf Antrag der jüdischen Schneidergewerkschaft zu Manchester auf dem bevorstehenden Kongresse der englischen Trades Union zur ' Verhandlung gelangen. Die betreffende Resolution, ^rr-b1 wujwwmmi“W’.aj.1 > >> . - ,_lü iuhmh

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