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Der Israelit · 1903-08-27 · Heft 68 (27.8.1903) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 68 (27.8.1903)
Date
1903-08-27
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Münz'schen Äroschüre wird die kritische Methode des Prof. Delitzsch dadurch in ein scharfes Licht gesetzt, daß dieselbe in fein pointirter, satyrischer Weise auf Homer, Shakespeare und Goethe, sowie aus Plato, Spinoza und Kant angewendet wird. Die Satyre ist durchsichtig und liegt offen zu Tage. Der oberflächliche Recensent der „Nord. Allg. Ztg." nimmt aber oie humorvolle, satyrische Darbietung als bitteren Ernst und bürdet dem Verfasser die wunderlichen Konsequenzen auf. die sich aus dieser irrthümlichen Vorstellung ergeben. In der angeführten Antikritik sucht nun die „Nord. Allg. Zeitg." die Mißverständnisse ihres Recensenten zu berichtigen. Jo st, Henry Edward, „Ueber den persönlichen Erfolg", Modern - Pädagogischer Verlag, Charlottenburg. 21 Lieferungen 30 Mk. Die Gesellschaft großer Städte ist kindisch und macht aus dem Reichthum ein Spielzeug. Sie führt ihr Vergnügüngsleben so aufdringlich und mit solcher Wichtigkeit, daß ein flacher Beobachter zu dem Glauben kommen muß, dies sei anerkanntermaßen der beste Gebrauch, den man von seinem Vermögen machen kann, und was immer die Menschen vorgeben, das letzte Endziel 'müsse diese weichliche Ueppigkeit sein. Verständige Menschen aber sehen den Werth des Reichthums in der Möglichkeit, die Natur sich zu assimiliren, die Kraft und die Säfte des Planeten zur Inkarnation und zur Nahrung ihrer Pläne umzugestalten. Was sie begehren ist Macht, nicht Zuckerwerk. Macht, ihre Pläne auszuführen. ' Es ist schon oft die Frage aufgeworfen worden, worin denn eigentlich die Prinzipien des persönlichen Erfolges im Leben bestehen. Warum dem einen Glücksgüter in Fülle, dem anderen Ehrenämter zufallen, während wieder andere ihr ganzes Leben hindurch auf keinen grünen Zweig kommen. Es ist unbestreitbar, daß es viele feststehende praktische Grundsätze für den Erfolg der ersteren gibt, aber man hat sich bisher seltsamer Weise stets gehütet, seine Geheimnisse zu verrathen, obgleich man sicher war, daß es immer wieder dieselben Motive und Maximen und praktischen Lebensregeln sind, die hier mit auffallender Regelmäßigkeit in Betracht kommen. Der Muth der Namhaftmachung solcher bewährten und gediegenen praktischen Methode gebührt dem obengenannten Autor, der bereits durch seine früher erschienenen praktischen Schriften „Ueber die beste Art geistig zu arbeiten" (5 Mk.) und „Ueber Gedächtnißbildung" (6 Mk.) in Deutschland schnell bekannt geworden ist. Unseren Glaubensgenossen sei die Schrift um dessen twillen ganz besonders empfohlen, weil sie ja bekanntermaßen einen erhöhten Kampf ums Dasein zu führen haben und ihnen manche werthvolle Winke aus dem trefflichen Werke dabei sehr zu Statten kommen mögen. Statistisches Jahrbuch des Deutsch - Israelitische» Gcmciudebundes 1903. Herausgegeben vom Bureau des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes Berlin W.. Steglitzerstraße 85. 16. Jahrgang. Pr. Mk. 2. S. 252, 8°. Für ein statistisches Jahrbuch ist in jüdischen Kreisen ein unbedingtes Bedürfniß vorhanden. Sowohl von offizieller, als auch von privater Seite wird ein solches sehr oft benöthigt. Dem jüdischen Kaufmann, dem jüdischen Buchhändler, den Gemeindeverwaltungen sind die Adressen der Vereins- und Kultusvorstände der Gemeinden des deutschen Reiches hochwillkommen, und das vorliegende statistische Jahrbuch, welches nun im 16. Jahrgange erscheint, würde seinem Zwecke vollständig entsprechen, wenn es, wie es dies verspricht, genaue Angaben auch bringen würde. Zu unserem Bedauern mußten wir aber bemerken, daß das Jahrbuch in dieser Beziehung durchaus nicht als zuverlässig gelten kann. Soweit wir es auf die Richtigkeit seiner Angaben hin kontrolliren konnten, fiel diese Kontrolle keineswegs zu seinen Gunsten aus. In nicht weniger als neun Fällen in einer einzigen Rubrik sind zum Theil schon vor zehn Jahren verstorbene Herren als jetzige Vorstände von Vereinen und Gemeinden aufgeführt. Ferner sind Pensionate, die längst nicht mehr bestehen und deren frühere Inhaber schon lange das Zeitliche gesegnet haben, als noch bestehend aufgezählt. Wie gesagt, konnten wir nur einen kleinen Tbeil kontrolliren, glauben aber kaum, daß es mit den anderen Angaben des Werkes besser bestellt ist. Unter diesen Umständen kann das Buch seinem Zwecke durchaus nicht genügen, und zu der schon eingetretenen Verzögerung der Ausgabe hätte auf Kosten der Genauigkeit noch eine größere treten dürfen. Außer diesem leider so fehlerhaften statistischen Material enthält das Buch auch noch einen werthvollen Anhang behördlicher Entscheidungen und Verordnungen, welche das Verwaltungswesen und das Verhältniß der Behörden in den verschiedenen Theilen Deutschlands zu den jüdischen Institutionen und Gemeinden beleuchten. Auch in der übrigen jüdischen Presse findet das „Statistische Jahrbuch" eine absprechende Beurtheilung. So konstatirt die „Jsr. Wochenschrift", daß nicht einmal die Daten von Berlin, dem Orte seines Erscheinens, richtig wiedergegeben sind. I. L. ZeikmgsuaHriHten und Correspondeuzen. Deutschland. Leipzig, 24. Aug. Die „Jüdisch-Orthodoxe Vereinigung" versendet den Rechenschaftsbericht der „Adatz Jeschurun" für die Jahre 1901—1903. dem wir die nachstehenden Mittheilungen entnehmen:

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