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Der Israelit · 1903-08-27 · Heft 68 (27.8.1903) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 68 (27.8.1903)
Date
1903-08-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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I “ ■'■ . ' -ZWWMMLNMW?SW!NW^NÄMM«ÄN 1507 weiter. Da nun die gütigen Gesinnungen des Souveräns gegeben sind, sowie die zweifellosen Vorlheile. die das türkische Reich davon hätte, mußte das Hinderniß in der Haltung der im Oriente intereffirten Hauptmächte gesucht werden, namentlich Rußlands. "Denn von Deutschland hatten wir uns keines Widerstandes zu versehen, nach der unvergessenen Thetlnahme, die uns der deutsche Kaiser bekundete. Als ich im Jahre 1898 die Ehre hatte, mit einer zionistischen Abordnung in Jerusalem empfangen zu werden, versicherte Se. Majestät unsere Bewegung seines Wohlwollens. An einem Kaiserworte soll man nicht drehen noch deuteln. Auch von England war eine Gegnerschaft nicht zu besorgen. und Ereignisse, die ich jetzt melden will, bestätigen dies. Narb der Erfolglosigkeit der letzten Verhandlungen in Konstantinopel und angesichts der wachsenden Noth mußten wir andere Wege suchen. So setzte ich mich denn im Oktober vergangenen Jahres mit einigen Mitgliedern des britischen Kabinets in Verbindung und unterbreitete ibnen den Vorschlag, uns eine Landkonzession für die Sinai-Halbinsel zu bewilligen, damit wir dort eine Ansiedelung für unser Volk gründen. Sowohl die Minister, denen ich hier meinen allerlvärmsten Dank ausdrücken möchte, als auch die hohen. Beamten der britischen Regierung, welche für diese Angelegenheit zuständig sind, haben mich mit dem größten Wohlwollen und Entgegenkommen ausgenommen. Es wurde mir bedeutet, daß, da das in's Auge gefaßte Territoriuni egyptisch sei, es nothwendig wäre, unmittelbar mit der egyptischen Regierung zu verhandeln, doch stellte die englische Regierung mir großherzig ihre Empfehlung zur Verfügung und drückte ihrem Vertreter in Egypten, Lord Cromer, ihre Hoffnung aus, daß der Plan von ihm und den Räthen Sr. Hoheit des Khedive in wohlwollende Erwägung gezogen werden würde. Die Britische Regierung gab uns anheim. als vorbereitenden Schritt die Entsendung einer Kommission von Fachleuten anzuordnen, die den Landstrich auf seine Eignung zur Besiedelung und auf die Aussichten seiner Kolonisation prüfen sollte. Um die Zustimmung der maßgebenden egyptischen Autoritäten zur Entsendung der Kommission und deren Unterstützung zu erlangen, begab sich unser Vertreter. Mr. Greenberg. versehen mit Empfehlungsschreiben des englischen Auswärtigen Amtes an die egyptische Regierung, Ende Oktober nach Egypten. Lord Cromer und der egyptische Minister des Auswärtigen nahmen ihn sehr freundlich auf und gaben nach einigen Verhandlungen ihre Zustimmung zur Entsendung der Kommission. Sie gestatteten auch, daß ein Vertreter des egyptischen Landvermessungs-Amtes sich der Kommission als Mitglied anschloß. Die Kommission wurde hierauf gebildet und bestand aus den Herren: Ingen. Keßler, Architekt Marmorek, Oberst Goldsmid, Ingen. Stephens, Prof. Laurent, Dr. S. Soskin. Dr. Hillel Joffe und dem egyptischen Negierungsvertreter Mr. Humphreys. Die Kommission kam in Egypten Ende Januar ' an.und brach Anfang Februar nach der Sinai-Halb-, insel auf. Inzwischen verließ unser Vertreter, Mr. Greenberg, England und ging wieder nach Egypten, um dem Lord Cromer und der egyptischen 'Regierung den Entwurf eines Charters für einen Landstrich auf der Sinai-Halbinsel zu unterbreiten. Rach langen Verhandlungen erhielt unser Unterhändler von der. egyptischen Regierung ein Schreiben, worin sie sich mit dem Grundsatz des vorgeschlagenen Charters einverstanden erklärt. Dieser bestimmt die jüdische Selbstverwaltung für den in Betracht kommenden Landstrich und gewährt Munizipalrechte für das gesammte, bewilligte Gebiet, unter der Voraussetzung, daß die entsendete Kommission einen günstigen Bericht erstatte, welcher der Regierung die Ueberzeugung beibringt, daß die Besiedelung der Halbinsel thunlich ist. Die Kommission kehrte Anfang März nach Egypten zurück und ich reiste selbst hin, um mit ihr zusammenzutreffen. Ich unterbreitete Lord Cromer und der egyptischen Regierung verschiedene Vorschläge, betraute jedoch, da ich nach Europa zurückkehren mußte, mit den weitern Verhandlungen ein Mitglied der entsendeten Kommission. Es folgten langwierige Verhandlungen, die jedoch, wie ich mit Bedauern mitzutheilen habe, das Ergebniß hatten, daß die egyptische Regierung erklärte, sie sei nicht in der Lage, auf die Sache weiter einzugehen,' da das fachmännische Gutachten dahin ging, daß es unmöglich sei, die pelusinische Ebene ausreichend mit Wasser zu versorgen, und daher auch die Besiedelung von El-Arisch oder einem anderen Theile der Halbinsel nicht erfolgen könne. Als die Mitglieder der britischen Regierung, mit denen ich vorher in Verbindung gestanden, von dem der egyvtischen Negierung ertheilten fachmännischen Rathc und von den Entschließungen, zu welchen sie sich genöthigt sah, Kenntniß erlangt hatten,' schlugen sie mir sofort an Stelle des früheren die Bewilligung eines anderen Landgebietes zum Zwecke der jüdischen Kolonisation vor. Das neue Landgebiet hat nicht den geschichtlichen, poetisch-religiösen und zionistischen Werth, den auch noch die Sinaihalbinsel besessen hätte, aber ich zweifle nicht, daß der Kongreß als Vertreter der jüdischen Masse auch das neue Anerbieten mit wärmster Dankbarkeit entgegennehmen würde. Der Vorschlag bedeutet eine autonome jüdische Ansiedelung in Ostafrika, mit jüdischer Verwaltung, jüdischer Lokalregierung und einem jüdischen Oberbeamten an ihrer Spitze, alles natürlich unter britischer, oberhoheitlicher Ueber-. wachung. Da dieser Vorschlag gemach! wurde, fühlte ich mich nicht gerechtfertigt, im Hinblicke auf die Ver- \\!

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