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Der Israelit · 1903-08-24 · Heft 67 (24.8.1903) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 67 (24.8.1903)
Date
1903-08-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Kaiser und Könige sagen: „Wir" statt „Ich". Schon im Talmud Sanhedrin 38d werden alle derartigen Stellen aufgezählt, um den etwaigen Jrrthümern vorzubeugen. . .p« freien E’pron rpa* opa ^2 fan» "1 tb» Rabbi Jochanan lehrte, daß überall, wo die Angreifer der heiligen Schrift Gelegenheit zu ihren Angriffen zu finden vermeinen, sich gleich auch die Widerlegung findet. . Es ist wahr, es finden sich häufig anscheinende Widersprüche in der heiligen-Schrift, die sich jedoch oft auf. die einfachste Weise erklären lassen, während die Angreifer, denen die Tradition meistens unbekannt ist, darüber ein großes Geschrei erheben. Wir wollen dieses an einem Beispiele klar machen. Beim Hochzeitsmale des Simson (Richter, C. 14) gibt dieser den Philistern das bekannte Räthsel auf und seht ihnen die sieben Hochzeitstage als Frist zur Lösung. Drei Tage lang bemühen sich die Philister vergeblich, des Räthsel's Lösung zu finden. Und nun heißt es weiter: „Und es war am siebenten Tage,. da sprachen sie zu der Frau des Simson: Ueberrede Deinen Mann, daß er uns das Räthsel auflöse." (V. 16.) Und dann erzählt die heilige Schrift weiter, daß die Frau des Simson ihn weinend und jammernd gequält habe während der Hochzeitswoche. „Und es war am siebenten Tage, da sagte er ihr die Deutung, weil sie ihn so sehr gequält hatte." (V. 17.). Als nun die Frau die Lösung erfahren, beeiste sie sich, dieselbe ihren Landsleuten mitzutheilen, und diese verkündeten sie am siebenten Tage, bevor die Sonne unterging, dem Simson und verlangten ihren Lohn. (V. 18.) Unverständlich erscheint nun die Bezeichnung des siebenten Tages in V. 15. Drei Tage haben die Philister vergeblich nach der Auflösung geforscht; man erwartet daher, daß sie am vierten Tage sich an die Frau des Simson gewendet; statt dessen heißt es: „am siebenten Tage". Roch mehr: Die junge Frau quält ihren Bräutigam die folgenden Tage bis zum Ende der Hochzeilswoche. und erst am siebenten Tage gibt Simson nach und verräth die Deutung des Räthsels. Dieser Widerspruch scheint unlöslich zu sein, und doch wird er ganz einfach gehoben. Hochzeitsfeste wurden und tverden bei den Israeliten meistens am vierten Wochentage, am Mittwoch, gefeiert. . Mittwoch gibt Simson sein Räthsel auf. Drei. Tage. Mittwoch. Donnerstag und Freitag bemühen sich die Philister vergeblich um die Lösüyg. des"Räthsels; da, am siebenten Tage, das heißt am siebenten Tage der Woche, wenden sie sich an die junge Frau 'und diese güält ihren Gatten während derübrigen Hochzeitstage, und 'erst am siebenten' Tage der' Hochzeitswoche, am Dienstage, läßt sich Simson herbei, ihren Bitten nachzugeben. (Vergleiche Raschi z. St.> Mit welchem unerhörten Leichtsinn die Angreifer der heiligen Schrift häufig Vorgehen, mag aus Folgendem erhellen. Da lesen wir in der vorerwähnten Zeitschrift, daß während in der heiligen Schrift erzählt wird, daß David als Hirtenknabe den Goliath erschlagen, im 1. B. Samuelis 21, 6, die Besiegung des Goliath unter die Regierungszeit des Königs David verlegt werde, und daß der Besieger des Goliath dort Elchanan heiße. Daraus wird der Schluß gezogen, daß David den Goliath gar nicht erschlagen, sondern daß die Priester diese Heldenthat auf den Knaben David übertragen, um ihn dadurch als ein auserwähltes Rüstzeug Gottes erscheinen zu lassen. — Nun ist aber die ganze Ausführung grundfalsch. Im ersten Buche der Chronik, C, 20, SS. 5 (also nicht 1. B. Samuelis 21,6, wo von etwas ganz anderm die Rede ist) wird erzählt, daß Elchanan, der Sohn des Jair, einer der Helden Davids, den Lachmi, den Bruder des Goliath, erschlagen habe!!! So werden die Lügenwaffen geschmiedet, mit denen die heilige Schrift angegriffen werden soll. ' IMsmßsKschrichLe« rmd CsrrcspoyDerrze«. Deutschland. Berlin, 16. Aug. Am 2. August starb in Karlsbad Frau Clara F r e n k e l, Gattin des Herrn Maurermeister Joseph Frenkel. Die Verstorbene gehörte einer sehr geachteten Berliner Familie an, sie war bescheidenen Sinnes und übte im Stillen Wohlthätigkeit. An der Bahre sprach Herr Rabbiner Dr. Weiße und ein Neffe der Verstorbenen, Herr Rabb. Dr. Golds ch m i d t aus Königshütte. E.R. Salzbrunn, im Aug. Ueber eine Kantorenversammlung in Bad Salzbrunn wird von zuständiger Seite berichtet: Wenn die Zeit der großen Ferien herankommt und alles sich aus dem Gleichmaß der täglichen Arbeit heraussehnt in dem begreiflichen Verlangen nach Erholung und Ruhe, dann erfaßt auch den Kantor der Wunsch, eine kleine Ferienreise anzutreten. Und wahrlich, ihm thut es nur allzu noth! Selbst das kräftigste und abgehärtetste Organ bedarf nach der Anstrengung eines Jahres der Erholung und Erfrischung, zumal gar bald nach den großen Ferien, für den Kantor die schwere Arbeit der hohen Feiertage herannaht. Leider ist es nur verhältnißmäßig wenigen Kantoren vergönnt, sich eine Sommerwohnung zu gestatten, da es ihnen theils pekuniäre Hindernisse, tbeils.die^ Rücksicht auf die schwer zu findende geeignete Vertretung verbieten. Aus diesem Gründe fanden sich aucb in diesem Jahre in Salzbrunn, das doch wegen ' seiner der Stimme zuträglichen Quellen und seines

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