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Der Israelit · 1903-08-17 · Heft 65 (17.8.1903) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 65 (17.8.1903)
Date
1903-08-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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richtenden Schriftstellers; ja, der deutsch - französische Krieg, den ein großer Theil des lebenden Geschlechts miterlebt hat, wird von französischen Federn anders dargestellt, als von deutschen. Die großen Siege und Erfolge des deutschen Heeres werden von vielen Franzosen als die Produkte des niedrigsten und schändlichsten Verraths ausgegeben. Welche Glaubwürdigkeit ist daher dem egyptischen Priester Manetho uni/ den griechischen und römischen Schriftstellern, die Ihm nachschreiben, beizumessen? Dagegen ist die streng objektive Darstellung der heiligen Schrift hervorzuheben. Sie verschweigt nichts, sie bemäntelt nichts; sie erzählt auf das Sorgfältigste und Genaueste auch das, was ihren Helden zum Nachtheile gereicht. Sie berichtet uns die Sünden der ersten Menschen, verschweigt nicht den folgenreichen Rausch des frommen Noah, sie erzählt, daß auch ein Abraham gezweifelt und ein Zeichen verlangt für die Erfüllung der göttlichen Verheißung; sie erzählt, daß der edle, gottergebene Jizchak in blinder Vaterliebe dem ungerathenen Sohne den Vorzug gegeben; sie berichtet, wie der fromme Jakob einen seiner Söhne den andern vorgezogen und dadurch unendliches Leid über sich und sein Haus gebracht, sie verschweigt nicht, daß der junge Joseph sich seinen Brüdern gegenüber nicht sehr edel benommen und berichtet die unschöne Rache, die diese dafür geübt. Selbst Moscheh, der vollkommenste aller Menschen, muß es über sich ergehen lassen, daß sein Fehl bei den Haderwassern gerügt wird. Nicht anders berichtet die heilige Schrift über die anderen Helden des israelitischen Volkes; immerwährend sagt sie die ganze und volle Wahrheit. Und wie über die Einzelnen, so über die Gesammiheit. Da wird nichts verschwiegen, nichts bemäntelt, nichts beschönigt; denn die heilige Schrift ist die Offenbarung Gottes und das Siegel unseres Gottes ist die Wahrheit. (Schluß folgt.) ZettungsKschrichren rmd Correspondenzerr. Deutschland. Berlin, 12. Aug. (Die Kischinewer Massacres.) Die in ihrer Brutalität und Grausamkeit fast beispiellos dastehenden Judenmassacres von Kischinew haben neuerdings einen litterarischen . Niederschlag in einer vom „Jüdischen Verlage" in Ver- . lin herausgegebenen und (trotz ihres auf den Massenvertrieb berechneten Preises) ansehnlich ausgestatteten Schrift von Told erfahren. Bis auf vereinzelte Details bringt diese traurige „Urkunde des Menschengeschlechts" kaum eine neue, in der Presse noch nicht berührte Thatsache. allein die umfassende Zusammenstellung jener unerhörten barbarischen Greuel wirkt erschütternd und warnt den Kulturmenschen vor dem Gefühl der Sicherheit und Selbstgefälligkeit, „wie wir's so herrlich weit gebracht." Mancherlei Interessantes bringt die Einleitung, die sich mit der Vorgeschichte des Massenmordes beschäftigt, insbesondere mit dem verhetzenden Einfluß des von der Regierung begünstigten und unterstützten „Vessarabetz" und den Vorberietungen der Excesse. Die Haltung der Polizei, die bei dem fürchterlichsten Gemetzel die Hände in den Schoß legte oder gar lächelnd „mitmachte", ist bekannt, deßgleichen die Raserei der im Blute watenden Horden, die nutzlose Gegenwehr einer vom Militär entwaffneten jüdischen Schaar, das in einem Kulturlande gar nicht zu begreifende Verhalten der - Regierungsorgane, die Schuld des Minister Plehwe u. s. w. Zur Erklärung des Kischinewer Blutbades wird der im russischen .'Nationalcharakter begründete und durch Tradition und Umgebung geschürte Haß herangezogen, der 'tark und tief genug sei, derartige Ereignisse auch in Zukunft immer wieder in diesem Lande zu ermöglichen. Freilich sei es Sache der Regierung, die Ausbrüche jener atavistischen Mordwuth im Peime zu unterdrücken. Diese Verantwortlichkeit der russischen Regierung müsse man vor allem und immer wieder in Europa aufzeigen. Uebrigens setzt der Verfasser ein volles Vertrauen auf die zionistische Idee: man müsse es möglich machen, daß Juden, statt aus dem Elend in's Elend zu wandern, im Orient angesiedelt werden — „als freie Menschen, die von freier Arbeit leben können." Frankfurt a. M., 13. Aug. Der „Frkf. Ztg." schreibt ein Student: „Unter dem Titel „Ein Appell an die deutschen Studenten" beschäftigt sich in der «Frkf. Ztg." „Ein Student" mit den religiösen Verbindungen. d. h. richtiger mit den konfessionellen Verbindungen, wie aus seinen Ausführungen hervorgeht. Leider wirft der Einsender die konfess. Verbindungen wahllos zusammen, während doch ein großer Unterschied besteht. Die einen wollen, die anderen müssen sich absondern. Kein politisches, kein soziales, kein nationales Moment, auch kein akademisches treibt zur Trennung, nein, bloß die Konfession. „Semit" und „Germane" und ähnliches sind die Schlagwörter aus der Rassenfrage, wie man sie gerade brauchen kann, mit denen die Sache „national" oder „wissenschaftlich" begründet wird. Nachdem so die akademische Jugend an den deutschen Universiäten in christliche Deutsche oder Germanen und in jüdische Deutsche oder Juden schlechthin zerfallen war, was heute im Korvs- und Verbindungslebcn durchweg ein Faktum ilt, führte die Nothwendigkeit und das moralische Gewissen ganz von selbst zu jüdischen Verbindungen, die sich in ihrer besten Gestalt mit bewußter^Tendenz in einem Kartellverband. dem zusamenschlossen. Diese Verbindungen, frei von aller religiösen oder nationalen Son-

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