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Der Israelit · 1903-08-13 · Heft 64 (13.8.1903) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 64 (13.8.1903)
Date
1903-08-13
Page
– (sequence 19)
Language
German
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H^,Ät-.'L,^^»/7'L'^ ,.,'L»^'..^/-- :.~WifViinS-,Jisit.Zri.-u. ... C. Die industrielle Kolonisation. Zu den industriellen Etablissements, welche im. Verlaufe dez^Kolonisationsbewegung in Palästina in's Leben gerufen wurden, gehören nebst den Kellereien in Rischon le-Zion, Sichron-Jacob und Rosch-Pina noch die Spinnerei und Weberei von Rosch-Pina, die Weberei in Jerusalem, sowie die Färberei und die Appretur-Anstalt daselbst. 1) Der Keller von Rischon le-Zion hat in dem Berichtsjahre 5,315,400 Kilo Trauben verarbeitet. Da der Versuch einer Böttcherei in Palästina selbst aus Mangel an geschickten Böttchermeistern einstweilen gescheitert ist, werden die Weinfässer noch in Europa gekauft. Die Transportkosten des Weines konnten bedeutend herabgesetzt werden, und es sind Aussichten vorhanden,, sie noch weiter zu verringern. Der Weinverkauf nach Europa, Asien, Afrika und Amerika hat eine derartige Ausdehnung gewonnen, daß die Existenz der nur Wein bauenden Kolonisten bald gesichert erscheint. 2) Der Keller von Sichron-Jacob hat im Berichtsjahre 778,300 Kilo Trauben zu 4,679 Hektoliter Wein verarbeitet. Es wird in Sichren fast nur Weißwein fabrizirt. Die Fabrikation sowie die Transportkosten konnten sehr wesentlich herabgesetzt werden. 3) Der Keller von Rosch-Pina spielt nunmehr eine ganz untergeordnete Rolle bei der Herstellung der Palästinaweine, da die großen Transportkosten ^um Meere die Weinproduktion in dieser Kolonie unlohnend machen. Desto bedeutender ist in Rosch- Pinah die 4) Seidenspinnerei und Weberei, welche zahlreiche jüdische Arbeiter aus Safed beschäftigen. Die großen Transportkosten der Kohle vom Meere und der Cocons vom Libanon her erschweren die Fabrikation wesentlich. Andererseits sind aber durch die Anschaffung besserer Maschinen die Herstellungskosten verbilligt und die Erzeugung eines werthvolleren Produktes ermöglicht werden. Im Ganzen wurden in den letzten zwei Jahren 4107 Kilo Seide aller Sorten verkauft und dafür ein Preis von durchschnittlich 44 Frs. pro Kilo, erzielt worden. 6) Die Weberei in Ierusalem beschäftigt etwa 100 Arbeiter, welche sich in derselben einen Tagelohn von 1—2 Frs. erwerben. Das Produkt findet guten Absatz und die Märkte erweitern sich noch fortwährend. Im Berichtsjahre wurden für 30,000 Frs. Stoffe, erzeugt. Noch im ersten Stadium ihrer Entwicklung befinden sich die Färberei und die Appreturanstalt, über die einstweilen wenig zu berichten ist. Für den Vau von 39 Arbeiterwohnungen wurde ein Kredit von 73,555 Frs. bewilligt, wovon 63,000 verausgabt wurden. 12,391 Frs. sind inzwischen von den Inhabern der Wohnungen zurückgezahlt worden. Die mit einem Kapital von 50,000 Frs. im Jahre 1901 errichtete Vorschußkaffe hat an 160 Personen 101,960 Frs. ausgeliehen und davon 54.642 Frs. nebst 2908 Frs. Zinsen zurückerstattet erhalten. Die Arbeiterinnenstube beschäftigt 43 Mädchen und Frauen, von denen 39 Haarnetze Herstellen. Wir fügen hinzu, daß der Löwenantheil an den Ausgaben für Palästina von dem bekannten Protektor der jüdischen Kolonien des Heiligen Landes, dem Baron Edmund Rothschild bestritten wird. Die „I. C. A." fördert nur einige kleine Kolonien, sowie die jüdische Bevölkerung in Jerusalem. Dennoch soll sie im Jahre 7901 für Palästina nicht weniger ' als 273,000 Mk. ausgegeben haben. Canada. 1) Das Baron Hirsch-Institut zu Montreal, welches sich hauptsächlich mit dem Empfang und der Unterbringung von jüdischen Ein« Wanderern beschäftigt, hat im Berichtsjahre mit Hilfe der „I. C. A." ein großes Schulgebäude für 476 Schüler errichtet. 2) Der Hirsch-Kolonie . geht es so gut, daß die Gesellschaft den Entschluß fassen konnte,, sie vollkommen sich selber zu überlassen. Die Kolonie wird in der Folge in den Jahresberichten der „I. C. A." nicht mehr figuriren. Ein Beamter der kanadischen Regierung, welcher im Berichtsjahre die Kolonie revidir't hatte, stellt den Kolonisten ein glänzendes Zeugniß aus und schildert sie als sehr intelligente, fleißige Arbeiter, die energisch, stolz und freiheitsliebend, unter allen Umständen ihren Weg finden werden! Es sind 26 Familien mit 81 Seelen, die 18 Häuser nebst Zubehör, 52 Pferde, 146 Kühe besitzen und 416 Ha. Land angebaut haben. (Schluß folgt.)' " ZeiMrrgsrrachrrchLerr rmd Sorrespsrrderrzerr. Deutschland. Köln, 7. Aug. (Doktor-Jubiläu m.) Der Vorsteher des israelitischen Lehrer-Seminars. Herr Rabbiner Dr. Plato, feiert heute die fünfzigste Wiederkehr des Tages, an dem er aufder Universität Jena zum Doktor promovirte. Der Jubilar wurde im Jahre 1822 in Halberstadt geboren, besuchte das Gymnasium daselbst und später die Universität Jena, die er 1853 verließ. Nachdem er mehrere Jahre als Religionslehrer am israelitischen Realgymnasium in Frankfurt a. M. .gewirkt, leitete er später eine, Knaben-Erziehungsanstalt in. Weinheim. a. .d. B., .und wurde 1867 an. das israelitische. Lehrerseminar für. Rheinland und Westfalen berufen, das., sich erst in

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