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Der Israelit · 1903-08-13 · Heft 64 (13.8.1903) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 64 (13.8.1903)
Date
1903-08-13
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Düsseldorf, dann in Ehrenfeld befand und nunmehr seit einer Reihe von Jahren in Köln besteht. Als Direktor dieser Anstalt hat Herr Dr. Plato eine außerordentlich wirksame und segensreiche Thätigkeit entfaltet und ist auch litterarisch hervorgetreten. Seine Leutseligkeit und sein Wohlthätigkeitssinn sind stadtbekannt und so nehmen die weitesten Kreise an dem Jubelfeste des bewährten und hochangesehenen Mannes lebhaften Antheil. Soweit die Berichte der Kölnischen Tagesblätter. Wir fügen hinzu, daß Dr. Plato einer der Sänken des wahren Judenthums ist, für dieses stets feine ganze Kraft eingesetzt hat und daß jeder -echte Jude dem Jubilar heute den Wunsch nicht vergessen wird: Haschem jaarich jomov usch'naußof. Red. d. „Js." Stratzburg, 4. Aug. Mit Befriedigung kann der „Verein jüdischer Studenten" (V. I. St.) auf das verflossene erste Semester seiner Zugchörigkeit zum „B. I. C." (Bund jüdischer Corporationen) zurückblicken. Mannigfache Schwierigkeiten waren und sind auch jetzt noch zum Theil zu überwinden. Aber es ist ihm dennoch gelungen, sowohl im Innern eine rege Vereinsthätigkeit zu entfalten, als auch nach Außen einigermaßen festen Fuß zu fassen. Zum ersten Mal hatten wir dieses Semester einen regelrechten Turnkurs, den Bbr. Karl Meyer leitete. Unserer Antrittskneipe am 16. Mai. die einen glänzenden Verlauf nahm, folgten allwöchentliche Vorträge über jüdische Themata. Rege Diskussionen und gemächliche Kneipen schlossen sich daran an. Trotz der Kurze des Sommersemesters ist es uns gelungen, zehn Vortragsabende zu veranstalten. Es behandelten Vbr. Weil: „Svinoza und sein Verhältniß zum Judenthum", Bbr. K. M e y e r : „Worms und die Wormser Judengemeinde in den Jahren 1348—50" int Anschluß an Lauff's Werk: „Die Geißlerin". Vbr. B ermann: „Die französische Revolution und die Emanzipation der Juden". A. H. M a m l o ck: ..Eine jüd. Hochschule", Bbr. Cohen: Referat des Vortrages von Dr. Seligmann über „Die providentielle Führung Israels". Bbr. A r o n s o n: „Die Bedeutung der Juden in der Gegenwart". Dr. Grombacher: «Der Handel und die Geldgeschäfte der deutschen Juden im Mittelalter". Bbr. Kahn: „Geschichte der Juden bis zu den Kreuzzügen". Bbr. Mar Meyer: „Die Vorsehung", nach den More Nebuchim des Maimonides, Rabbiner Dr. Wolf- Vischheim: ..Was hat das Judenthum zur Erziehung des Menschengeschlechts beigekragen?" Der letzte Vortrag wurde auf unserer Schlußkneipe' * gehalten, auf der wir eine stattliche Anzahl Gäste begrüßen konnten. Dieselbe nahm einen fröhlichen und würdigen Verlauf. Eine gelungene Tendenzrede hielt Bbr. Weil. Ferner sprachen Bbr. } Bermann in launiger Weise auf die Gäste, und Bbr. K. Meyer wohldurchdachte Worte auf den „B. I. C." Den Dank der Gäste übermittelte Herr Rabbiner Emil L e v y. ■ Der Herren, die uns im vergangenen Semester durch Vorträge unterstützten, sei an dieser Stelle unser Dank ausgesprochen, und wir geben der Hoffnung Ausdruck. daß sie auch in Zukunft in gleicher Weise uns gewogen bleiben, und auch andere diesem schönen Beispiele Nachfolgen werden. In die Ferienkommission wurden gewählt die Bundesbrüder Weil, Kahn und Pohl. Brief sind zu richten an den Vorsitzenden der Ferienkommiffion Herrn stud. jur. Simon Weil in Buchsweiler im Elsaß, der zu jeder Auskunft gerne bereit ist. Rumänien. Bukarest, im Aug. (Die Judenauswanderung.) Der Korrespondent des „Adeverul" in Jassy hatte eine Unterredung mit dem Bürgermeister jener Stadt, dem Abgeordneten P e n e s k u. Auf die Fragendes Korrespondenten, wie er die ökonomische Lage betrachte, antwortete der Bürgermeister: „Nicht nur. daß ich keine Besserung erblicken kann, sondern unsere Stadt geht immer mehr zurück. Niemand kann das besser wissen, als wir, die wir sehen, daß die Gemeindeeinnahmen in stetiger Abnahme begriffen sind. Die Ursachen sind nur allzu bekannt^ Es hat dazu viel die Nothwendigkeit beigetragen, in welcher sich Staat und Gemeinde befanden, alle Arbeiten einzustellen. Viele Leute erwarben sich durch diese Arbeiten ihr Brot und unsere Stadt hat ihre Einstellung besonders hart getroffen. Die Judenauswanderung trägt gleichfalls zu dieser schlechten, ökonomischen Lage bei. Aus Jassy sind mindestens siebentausend Juden ausgewandert (bei einer Gesammtbevölkerung von 60,000 Einwohner). Davon hat sich heute jeder überzeugt. Wenn wir annehmen wollten, daß jeder dieser Leute nur einen Franken täglich verbrauchte, so sind doch dem Konsum über zwei Millionen entzogen worden." Der Bürgermeister antwortete auf eine Bemerkung des Korrespondenten, daß er nicht die Möglichkeit habe, die Auswanderung einzudämmen, da die Leute eben hingehen, wo sie ihr Brot finden. Herr Penesku ist früher selbst Antisemit gewesen. Vielleicht hätten diese auswandernden Juden, die bei einem an Bevölkerung so armen Lande, wie Rumänien, einen doppelten Verlust bedeuten, das Stück Brot doch in einem der vielen Berufe gefunden, die ihnen durch gegen die „Fremden^ gerichtete Gesetze verschlossen worden sind. — "

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