Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 64 (13.8.1903)
- Date
- 1903-08-13
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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konnten. Außerdem wurden für 24,000 Frs. Trauben verkauft. B. Galiläa. 8) Die Kolonie Sichron Jacob, welche I960 noch 116 Familien beherbergte, ist inzwischen sehr erheblich entlastet worden. Es sind 41 Familien in den neuen Kolonien um Liberias angestedelt worden. Von den zurückgebliebenen 73 Familien sollen 5 in Sichron Jacob selbst und 28 ans dem neugekauften, 543 Ha. umfassenden Boden des benachbarten Dorfes Vurdje angesiedelt werden. Für den Rest von 40 Familien wird das Terrain von Sichron Jacob selbst mit seinen Weinbergen und Obstbäumen wohl umsomehr ausreichen, als dies Jahr in Sichron aus dem Getreidebau 27,268, aus dem Weinbau 34,782 und aus der Obstkultur 2760, im Ganzen-64,810 Frs. vereinnahmt worden sind. So scheint die Frage über die Zukunft von Sichron Jacob, welche noch vor zwei Jahren dem Verwaltungsrath der „I. C. A." nahzu unentwirrbar schien, sich dennoch ihrer befriedigenden Lösung zu nähern. Der Verwaltungsraih scheint jetzt sogar in das entgegengesetzte Extrem verfallen" zu wollen, wenn er die rosige Hoffnung ausspricht, die früher als „sogenannte" Kolonisten bezeichnten Einwohner von Sichron Jacob werden in 2—3 Jahren im Stande sein, mit Rückzahlungen zu beginnen. 9—15) Reue Kolonien. Den guten Erfolg, den die „I. C. A." mit Sichron Jacob sowie mit den Andern an Landknappheit leidenden galiläischen Kolonien erzielt hat, verdankt sie dem ebenso einfachen, wie eigentlich ganz selbstverständlichen Entschlüsse, den nothleidenden Kolonisten Land zuzukaufen. Diese Landankäufe im Umfange von ca. 6000 Ha. sind erfolgt einerseits am Berge Tabor (Meskan), andererseits in der Nähe von Tiberius. Bislang sind auf den neuen Ländereien vier Kolonien, nämlich Meskah, Daleika, Abadje und Uamma gegründet worden. Im kommenden Winter sollen drei weitere Kolonien auf dem neuen Boden errichtet werden. Jeder Kolonist erhält eine vollständige Ausrüstung, bestehend aus einem Haus von <brci Räumen, Scheune, Stall, Vieh s6 Ochsen, 2 Kühe, 1 Esel, 20 Schafe und 20 Hammel), Ackergeräthe nebst 41 Ha. Land für eine Familie von 5 Köpfen. Auf diese Weise sind bis jetzt 79 Familien installirt worden. Es wird beabsichtigt, diese Familien nach erfolgter Einrichtung vollkommen sich selber zu übcrlasserr-nnd sie nicht im geringsten zu bevormunden. Bis jetzt liegen die ersten Ergebnisse von 3 Kolonien vor: In Paniina, wo die Aussaat noch rechtzeitig erfolgen konnte, haben 11 Kolonisten für 20.809 Frs. Vrotfrucht geerntet. Das macht das schöne Einkommen von 1700 Frs. pro. Familie aus. In Meskah und Dalayka konnte die Besitznahme des Bodens nur sehr spät erfolgen. Die Bestellung konnte nicht rechtzeitig vorgenommen werden, und das Ergebniß war für die 22 Kolonisten von Meskah 33,163, und für die 25 von Dalayka nur 5517 Frs. 16) Rosch-Pinäh Diese 2942 Ha. umfassende Kolonie besitzt nur 1364 Ha. ertragfähigen Bodens. Das Getreide brachte 60,940, die Weinberge 10,129, und die. von den Kolonisten arg vernachlässigte Seidenzucht 2178 Frs. Die Gesammtsumme von 73,252 Frs. reichen nicht aus, um 43 Familien zu ernähren, zumal von diesem Gesammtbetrage noch 21,600 Frs. Steuern abgehen. Es sollen daher noch 8 Familien in den neuen Kolonien untergebracht Wersen, so daß die Zurückbleibenden Land genug übrig behalten sollen, um aus ihm ein Einkommen von 1700 Frs. erwerben zu können. Der Tabacksbau hat 275 Kilo pro Ha. ergeben. 17) Iess od - Hamaaloh Die Kolonie sehr guten Boden, aber ein sehr schlechtes Klima. Ihre Lage in einer nach dem Meromsee sich öffnenden Thalschlucht bewirkt, daß der Sirocco ungehindert über den Boden der Kolonie streicht und deren Fluren versengt. Jessod Hamaaloh hat schon hintereinander drei Mißernten gehabt. Rur die Tabackernte war glänzend und hat ca. 600 Kilo pro Ha. ergeben. Die Getreideernte brachte nur 36,676 Frs., was zur Ernährung von 32 Familien umsoweniger ausreicht, als der Steuerpächier die Kolonien geradezu ausgeplündert und ihnen 33 pCt. ihrer Ernte als „Zehnten" abgenommen hat. Die Kolonisten werden wohl etwas mehr Boden bekommen müssen, damit ihre Existenz gesichert ist.- 18) M e t h u l e. Von den 60 Kolonisten dieser nördlichsten Kolonie Palästinas sind 21 in den neuen Kolonien untergebracht worden, so daß die 774 Ha. anbaufähigen.Bodens dieser Kolonie nebst den in der Nähe erworbenen Terrains von Merdj und d'Abel für die zurückgebliebenen 39 Familien vollkommen ausreichen. Die Kolonisten haben neue Wohnungen erhalten, die alle-zusammen von einer Mauer und einem breiten Graben umgeben sind, um sie so vor den Ueberfällen der Drusen zu schützen. Der Tabacksbau hat 286 Kilo pro Ha., der Getreidebau 18,646 Frs. ergeben.- 19) M i s ch m a r H a j a r d e n. Die 12 Kolonisten von Mischmar müssen immer noch unterstützt werden, da die Kolonie nur 250 Ha. anbaufähigen Bodens besitzt. Es sind deßbalb 146 Ha. Land hinzugekauft worden. 20) Sedjera. Die Ernteergebnisse dieser in eigener Verwaltung der ,.J. C. A." rnit Hilfe von jüdischen Taglöhnern bewirthschafteten etwa 1700 Ha. umfassenden Vodenkomplexe läßt sehr viel zu wünschen übrig, da Dürre und Sirocco seit zwei Jahren die Einten vernichten. Vis jetzt sind 667 Ha. in Anbau genommen.