Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 64 (13.8.1903)
- Date
- 1903-08-13
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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r / aSSBUiWcggg 44. Jahrgang. «» Die „3ca." Jahresbericht derZewish Colonisation Association/ (Fortsetzung.) Palästina. Weit günstiger, als in Argentinien, wo nahezu 65 pCt. aller Kolonisten der direkten Unterstützung bedürfen, hat sich in den letzten drei Jahren die Situation der jüdischen Kolonien in Palästina gestaltet. Nichts legt ein so günstiges Zeugniß für die Bestrebung der jüdischen Vereine zur Kolonisation Palästinas ab, als wenn selbst der Verwaltungsrath der „I. C. A.", dem gewiß Niemand Voreingenommenheit für die Besiedelung des heiligen Landes vorwerfen kann, die Zukunft der jüdischen Kolonien Palästinas in rosiger Beleuchtung zu sehen beginnt. Die vor drei Jahren eingeleitete Reorganisation der palästinensischen Kolonien befindet sich auf dem Wege ihrer Verwirklichung. Die Installation der neuen Kolonien um Liberias nehmen einen normalen Verlauf. Die Ernteergebnisse des ersten Jahres sind ermuthigend. Mehrere Kolonisten haben eine gute Einnahme gehabt, die ihnen ein reichliches Auskommen sichert; nach einiger Zeit werden sie im Stande sein, mit den Rückzahlungen zu beginnen. So nähern wir uns allmählich unserem Ziele, das darin besteht, die Kolonisten sestständig und von unserer Bevormundung unabhängig zu machend Ein großes Hinderniß für die Entwicklung der Kolonien bildet immer noch der Zehnte, der von den Steuerpächtern in manchen Kolonien willkürlich bis auf 30 pCt. erhöht wird. Allein die Verwaltung hofft, auch dieser Schwierigkeit zu Gunsten der Kolonisten Herr werden zu können. Rach dieser kurzen Einleitung wollen wir zur Beschreibung "6er einzelnen Kolonien übergehen. Leider fehlt sowohl über die Zahl der Kolonisten als auch über den Umfang des im jüdischen Besitz sich befindenden Bodens irgendwelche offizielle Angaben, und so müssen wir uns einer von dem Kolonisten- Manasse Meierowitz auf Rischon-le-Zion 1901 gesammelten nicht ganz Zuverlässigen Privatstatistik bedienen. A. Die Kolonien in Judäa. 1) Rischon-le-Zion. Die 615 Ha. umfassende Kolonie ist ausschließlich auf die Weinproduktion angewiesen. Die Kolonisten haben 2,264,979 Kilo Trauben geliefert. 2) Ekron, das ursprünglich eine reine Getreidekolonie, dann aber gegen den Willen der sich gewaltig sträubenden Kolonisten in eine reine Obstkolonie umgewandelt wurde, soll nunmehr wieder zum Getreidebau zurückkehren. Zu den 383 Ha. der Kolonie sind jetzt weitere 350 Ha. zugekauft und mit 16 Kolonisten bevölkert worden, die zurückbleibenden fünfzehn Kolonisten sollen auf dem Boden des eben angekauften Dorfes Mansurah untergebracht werden. Im Berichtsjahre haben die 31 Kolonisten aus denl geringen Getreidebau (mit 25,087 Frs.) den Mandelbäumen und der Seidenzucht, ..eine Einnahme von zusammen ca. 24M0 Frs. gehabt. 3) P e t h a ch T i k w a h. Diese größte jüdische Kolonie Judäas mit 818 Seelen hat 115,000 Frs. für Trauben und 26,450 Frs. für Getreide eingenommen. Außerdem besitzt die Kolone 90 Ha. Orangerien. 4) Waad-el-Chanin. Die kleine 120 Ha. umfassende Kolonie mit 18 Familien hatte im Berichtsjahre 261,600 Kilo Trauben (gegen 182,000 im Vorjahre) eingenommen, und von ihrer 16,357 Frs. betragenden Schuld 14,170 Frs. zurückgezahlt. Ein Versuch mit dem Anbau von Taback hat eine Ernte von 560 Kilo pro Hektar ergeben. Der Taback ist von vorzüglicher Qualität. Der Anbau von Taback wird jetzt in sämmtlichen jüdischen Kolonien mit bestem Resultat gemacht. 6) R o ch o w o t h. Diese Kolonie, der es sehr gut geht, gehört zum größten Theil einer Warschauer Gesellschaft. Trotzdem von den 960 Ha. dieser Kolo-' nie kaum die Hälfte in Kultur genommen ist, haben die Aktionäre für das 1902 10 pCt. Dividende bekommen. Die Kolonie hatte für 185,169 Frs. Trauben gehabt. 6) K a t r a h. Dieser Kolonie geht es nicht so . gut. Die Bewohner befassen sich mit der Fabrikation von Cognac, statt mit Getreidebau. Die 23 Familien derselben hatten eine Einnahme von 39,828 Frs., davon 28,961 aus dem Cognacverkauf, und 10,866 für Trauben. 7) Chederah. Die Einwohner dieser Kolonie haben von jeher unsäglich viel vom Fieber gelitten, das drei große in der Nähe befindlichen Sümpfe Hervorrufen. Die Juden verzagten aber nicht, sondern nahmen den Kampf mit dem tückischen Feind muthig auf. Und wirklich gelang es ihnen, durch Anpflanzung eines wahren Waldes von 300,000 Eucalyptusbäumen nicht nur des Fiebers Herr zu werden, sondern sich auch! für die Zukunft eine reichlich fließende Einnahmequelle zu eröffnen. Im Berichtsjahre war das Klima soweit gebessert, daß die Kolonisten den Boden bebauen und ihm für 28,000 Frs. Getreide entlocken