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Der Israelit · 1903-08-10 · Heft 63 (10.8.1903) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 63 (10.8.1903)
Date
1903-08-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1392 XII. Wochen waren seitdem vergangen. Wie Elieser eS versprochen hatte, wurde Juda freigelaffen und schafften sie ihn auf ein Schiff, damit er sich ebenfalls in Holland eine Existenz gründe. Wieder waren Marannen verhaftet worden und sollten zum Feuertode verurtheilt werden. Es war dies in einer kleinen Stadt bei Madrid. Sobald Josef dies vernahm, versammelte er seine Genoffen in der bekannten Ruine. Alle waren erschienen und es wurde beschlossen, daß jeder von ihnen bei der Befreiung mithelfen sollte. Die umfangreichsten Vorbereitungen wurden getroffen, Leitern zum Ersteigen der Gefängnißmauern wurden beschafft und die Stunde des Unternehmens wurde genau verabredet. In tiefer Ruhe lag das Gefängniß der Stadt da. Die Stille der Nacht wurde nur manchmal von dem gleichmäßigen Schritte der Wachen unterbrochen, die vor dem Gefängniß auf und ab gingen. Da tauchten plötzlich von allen Seiten dunkle Gestalten auf. Im Nu lagen die beiden Wachen, ehe sie noch einen Hilferuf ausstoßen konnten, gefesselt am Boden. Leitern wurden an die Gefängnißmauern angestellt und bald waren Josef und seine Freunde, denn diese waren die Befreier, im Innern des Hauses verschwunden. Der im Schlafe überraschte Wärter wußte nicht, was dieser Lärm bedeuten sollte, und ehe er recht zun« Bewußtsein kam, war er ebenso gefesselt und geknebelt, toie die beiden Soldaten. Nun ging es nach den einzelnen Zellen. Wer beschreibt den Jubel der Gefangenen, als sie vernahmen, was dieser laute, ungewöhnliche Lärm bedeutete, und daß Josef, von dem sie schon so viel gehört hatten, ihr Befreier sei. Weit über 20 Gefangene befreite Josef mit seinen Gefährten in dieser Nacht und sie konnten mit ihren seitherigen Erfolgen wohl zufrieden sein. .. Es galt nun zunächst, die Gefangenen in Sicherheit zu bringen. Sie wurden mit Nahrung genügend versehen, und Josef gab ihnen so lange das Geleit, bis er hoffte, daß sie jetzt die Flucht allein fortsetzen konnten. Mit Erstaunen und auch gleichzeitig mit Wuth und Rachgier vernahm die Stadt, daß sämmiliche gefangenen Marannen aus dem Kerker befreit worden seien. Wie die Bürger von Sevilla, so waren auch sie um eines der schönsten Schauspiele gekommen. Niemand hatte eine Ahnung, wer die kühnen Retter seien; die nach allen Seiten ausgefandten Reiter kehrten nach erfolglosem Suchen zurück. Die Entflohenen waren wie-vom Erdboden verschwunden.' Täglich wurde die Umgegend durchforscht, doch ohne jeden Erfolg, und bald war diese Begebenheit wieder in Vergessenheit gerathen. Da verbreitete sich abermals die Nachricht von einem neuen Angriff auf ein Gefängniß. in dem Marannen schmachteten. Bei diesem Ueberfall sollten sogar die Wachen, die sich zur Wehr setzten, schwer verwundet worden sein. Und wieder blieben-alle Nachforschungen erfolglos. ' (Schluß folgt.) Wschen-Rslenöev. Freitag. 14. August. 21. Ab. Sabbat-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 7 Uhr 15 Min. Samstag, 15. August. 22. Ab. apj Sabbat-AnSgang in Mainz und in Frankfurt a. M. 8 Uhr 30 Min. — Berlin 8 Uhr 21 Win. — München 8 Uhr 09 Min. — Hannover 8 Uhr 30 Min. — Stuttgart 8 Uhr 22 Min. — Prag 8 Uhr 05 Min. - Strahlung 8 Uhr 30 Min. - Posen 8 Uhr 09 Min. — Stettin 8 Uhr 22 Min. Der „JSraeNt" erscheint wöchentlich zweimal, Montags and Sounerslngi** jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buch Handel verkehrt durch V. 3* Sternackrv. Vemxtg, Roßplatz jS. — Inserate 25 Pfennig die vtergespalrene Nonpareillezeile oder deren Raum. 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