Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 62 (6.8.1903)
- Date
- 1903-08-06
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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1383 Brüder mit den höchsten Ehrentiteln bedenkt.*) In dem betreffenden Schreiben bittet Rabbi Eleasar Kalir die beiden illustren Brüder Koppel und Mendel Teben um ihre Hülse, um für seine gebrandschatzte und ausgeplünderte Gemeinde Kollin. deren jüdische Bewohner in der verzweifeltsten Nothlage sich befinden, von Seiten der mit ihnen befreundeten hohen Herrschaften ein Darlehen von 10—13,000 Gulden herbeizuschaffen, um wenigstens den Aufbau ihrer von den Judenfeinden niedergebrannten und zerstörten Häuser zu ermöglichen, welche Summe sich jeder Einzelne seiner Gemeindemitglieder, Einer für den Andern, an jährlichen kleineren Raten zurückzuzahlen verpflichtet. Aehnliche Ansuchen wir das von Rabbi Eleasar Kallir's, kamen von verschiedenen Gegenden an den Stadlon Koppel Teben, welcher dieselben nach Möglichkeit zu berücksichtigen sich bestrebte, indem er zu jeder Zeit bereit war, in der Zeit der Bedrängniß und Verfolgungen seinen jüdischen Glaubensbrüdern durch seine einflußreiche Fürsprache bei der hohen Regierung zu helfen. Ein solcher Grund mag ihn auch einmal nach Prag geführt haben, wo er in einem in der Nähe Prags gelegenen Kurorte am 23. ■omn r> in'z ovbvn mt:y ‘'br, zz 'few -.p •) w bm brriv"2 cs^ean pspn btnvrz *r::n i'a:n ~,zz:n ■van;*> ia“i nnubi payts frcxp apy -nnaa anuwa zy: nm a-.v no n bn:y: ma naana actaan .a'nrr nzff Ab 5559 seine reine Seele aushauchte. Und in der Fremde, nämlich in Prag, wohin seine sterblichen Ueöerresie überführt, zur ewigen Ruhe gebettet wurde. Es wurde ihm dabei die Ehre zu Theil, in der Nähe des großen Rabbi Jecheskel Landau, des berühmten Verfasser des „Noda Vijehuda", zur ewigen Ruhe gebettet zu werden. Aber der Tod Koppel Tebens ist von allerlei Sagen umwoben. So soll z. B. derselbe in Prag bei dem dort weilenden Kaiser in Angelegenheiten seiner bedrängten jüdischen Glaubensbrüder Audienz genommen und bei dem ihm sonst sehr ' gewogenen Monarchen ausnahmsweise einmal mit seinem Ansuchen abgewiesen worden sein. Als Koppel Teben vor Eifer und in dem Bestreben, seinen Glaubensgenossen zu helfen, sich Hinreißen ließ und sich erlaubte, dem Kaiser Vorstellungen zu machen, da sott er von diesem ungnädig entlassen worden sein. Diese Ungnade soll sich Koppel Teben so sehr zu Herzen genommen haben, daß er. auf der Heimreise begriffen, in einem Kurorte, unweit von Prag, schwer erkrankt und dahingeschieden. Sein Tod war ein großer Verlust nicht nur für seine Gemeinde, sondern auch für das Gesammtisrael. Mit Koppel Teben ist einer der größten und berühmtesten Männer und Stadlonim jener Zeit dahingegangen, dessen Angedenken für ewige Zeiten ein gesegnetes bleiben wird. p'-.s aV>y ->aib. (Schluß folgt.) uoe. Zeitgemälde von I. I. Kraszewski in autorisirter Uebertraguna. »Ja! Ja! Aber verwandeln Sie uns gefälligst erst einmal!" unterbrach ihn ein feister Herr. „Aus einem Geschlechte von Königen, die gewohnt sind, die Freiheit nur für sich zu haben, ist es heutzutage gewaltig schwer, schlichte Tagelöhner zu machen, deren wir so sehr bedürfen! Die Juden haben Intelligenz, Geld, Verbindungen, Schlauheit, Geiz, und wir — haben gar nichts!" „So müssen wir uns ändern!" „Ja, aber geben Sie uns dazu die Mittel!" rief Boakoam. „Die Regierung drückt, drängt und verdummt uns. Verarmt, abgestumpft und verweichlicht, wie wir sind, woher sollen wir die Kraft schöpfen?" „Aus dem Pflichtgefühl!" „Aus diesem Faß!" sprach Boaksam. „Versuchen Sie es einmal, daraus zu schöpfen! Das ist nicht so leicht. Dazu fehlt uns fast Alles! Ich weiß nicht, ob es schon heißen wird: Finte Poloniae! oder: Finte noMitatte Poloniae — ganz gewiß. Ich fühle, wir sind Leichen!" „Hören Sie mich an!" unterbrach ihn der Wirth langsam. „Wie St* sehen, habe ich nicht lange mehr zu leben; jede Stunde droht mir den Tod. In solcher Lage lügt der Mensch nicht, noch schmeichelt er, und nur wenig kümmert er sich um die Welt, die er verlassen soll. Ich, der ich dicht am Grabe stehe, sage Ihnen, die Sie den Untergang uns prophezeien, blicken Sie auf sich selbst! Sie selbst sind schuld daran! Prüfen Sie das Verhalten des Adels vom Jahre 1791 bis auf den heutigen Tag, suchen Sie große Namen, zeigen Sie mir Arbeiten, Bestrebungen und Opfer! Zählen Sie das Geld, die Namen, die Menschenleben und die Talente, die auf Schwindeleien und Possen vergeudet wurden! Uns fehlte es stets an Männern und an Geist! Und