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Der Israelit · 1903-08-06 · Heft 62 (6.8.1903) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 62 (6.8.1903)
Date
1903-08-06
Page
– (sequence 26)
Language
German
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1382 i Lurgs beigegeben, die bei Beginn vieler Grabschriften von vielen auf dem alten 2"n ivs zu Preßburg ruhenden berühmten Männern und Frauen verzeichnet und für die Nachwelt erhalten geblieben. Da aber, wie oben erwähnt, die nsvn n»a '-28 in hebräischer Sprache erscheinen, mithin nur einem beschränkten Leserkreis zugänglich sind, so haben wir es unternommen. einen kleinen Theil desselben und nicht den uninteressantesten in diesen Blättern einem weiteren Leserkreise zugänglich zu machen. Wir glauben aber auch, als getreuer Sohn der Stadt und jüdischen Gemeinde Preßburg, ein Werk der Pietät zu vollziehen, indem wir es unternehmen, im Nachfolgenden einige Biographien berühmter Männer, die aus den Familien Teben und Lwuw sLemberger) u. A. hervorgegangen, und sich um das Wohl der jüdischen Gemeinde Preßburg, wie auch der Gesammtjudenheit große Verdienste erworben haben, welche im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte in Preßburg gelebt und gewirkt haben, unter theilweiser Benutzung der im oben genannten Werke befindlichen Daten, die aber oft unsererseits mit neuen ergänzt wurden, niederzuschreiben. Wenn es uns mit der Schilderung ihrer zum Thcile auch für den bhz segensreichen Wirksamkeit gelungen, uns Epigonen in folgenden biographischen Skizzen ein nachahmenswerthes Beispiel zu bieten, so finden wir uns hinlänglich belohnt. Abraham T e b e n s. A. Die Reihe der illustren, berühmten, jüdischen Männer Preßburg's eröffnen wir mit Abraham Teben. Derselbe war ein hochangesehener, frommer und gelehrter Mann, zugleich Parnes und Rosch Hakohol in Preßburg. Der Hauptzug seines Charakters, welcher ihn bei seinen Mitbürgern so berühmt und geachtet machte, war die rsx, die Wahrheit, die ihm um keinen Preis der Welt feil gewesen. Diese gute Eigenschaft war es auch, die ihm bei den höchsten Persönlichkeiten, beim König und den Ministern Zutritt verschaffte und seine Fürsprache für seine Glaubensgenossen zu einer einflußreichen machte. Ein glänzendes Beispiel erzählt von ihm der nicht minder berühmte Stadion Abraham Hirsch Lwuw (Lemberger), dessen Biographie wir später bringen werden. Als das Gericht in Preßburg über einen Glaubensgenossen des Abraham Teben wegen einer Gesehesverletzung, die sich Ersterer zu Schulden kommen ließ, verhandelte und im Begriff war, diesen zu verurtheilen, da befragte der Vorsitzende des Gerichtshofes den Abraham Teben, vor der Fällung des Urtheils. um seine Meinung, wie er nämlich über diesen Fall urtheilen würde? Sollte er den Angeklagten für schuldlos halten, so würde auch das Gericht denselben freisprechen. Doch sonderbarer Weise hüllte sich Abraham Teben in Schweigen und that nichts zur Rettung des Angeklagten. Dieses sein Vorgehen erregte bei seinen Gemeindegenoffen ziemliches Aufsehen. Als ihm später von seinen Freunden über sein sonderbares Verhalten Vorwürfe gemacht wurden, warum er nicht einmal den Versuch, gemacht habe, den angeklagten Glaubensgenossen von dem Verdachte des ihm zur Last gelegten Verbrechens zu befreien, da gab derselbe ihnen folgende Antwort: „Es ist wohl wahr, daß ich den Angeklagten mit einem Worte hätte befreien können, doch wäre dies für das Gesammtisrael von großem Schaden gewesen, weil dadurch meine Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit bei den Herren erschüttert worden wäre, und wenn dann die Zeit gekommen, einen wirklich schuldlosen Mann von meinen Glaubensbrüdern vom falschen Verdachte eines Verbrechens zu befreien, so wäre es nicht mehr in meiner Macht gestanden, dies zu vollbringen. Dieses ist der Grund, daß ich kein gutes Wort für den betreffenden Mann eingelegt." Diese seine Rechtfertigung fand bei den Frommen und Verständigen Preßburgs vollste Zustimmung. Glücklicherweise geschah später ein Wunder, daß der oben erwähnte Angeklagte doch freigesprochen wurde. Abraham Teben s. A. war am 10. Adar 5528 dähingeschieden und hinterließ zwei Söhne, welche Beide später, gleich ihrem Vater, berühmte. um die Judenheit verdiente, einflußreiche Männer geworden. Es waren dies Koppel Teben und Mendel Teben s. A.. deren Biographie wir im Folgenden. so weit diese bekannt, dem geehrten Leser bieten. Koppel Teben s. A. (Gestorb. am 25. Ab 5560.) Koppel Teben war eine weltberühmte Persönlichkeit. Er lebte zur Zeit des Mahram Barbi in Preßburg, wo er als Stadlon für' die Gesammtjudenheit segensreich wirkte, und gleich seinem Vater in den Palästen des Kaisers und der Minister gerne gesehen war. Von allen Weltgegenden kamen bedrängte Glaubensgenossen zu ihm, um seine Fürsprache beim Kaiser und der Regierung zu erbitten. Wie oft bewirkte seine gewichtige und einflußreiche Fürsprache bei den maßgebenden Regierungsmännern, daß judenfeindliche Erlässe rückgängig gemacht und eine diesen drohende Gesere von seinen jüd. Glaubensbrüdern abgewendet wurden. Wie oft wagte er sein Leben, um für seine bedrückten und verfolgten Glaubensgenossen einzustehen. oder wenn es galt, den Bestand eines der jüdischen Religionsgesetze, welches zu halten man diese hindern wollte, zu retten. Für seinen großen Ruf als Stadlon. als Fürsprecher und Wohlthäter seiner Glaubensbriider zeugt am besten ein an ihn und seinen Bruder Mendel Teben s. Ä., von Rabbi Eleasar Kallir, Rabbiner in Kollin. dem berühmten Verfasser des „Or Chodosch" gerichtetes, vom 15. Ab 6656 datkrtes! Schreiben, in welchem dieser Eingangs desselben beide

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