Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1903-08-06 · Heft 62 (6.8.1903) · page 25

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 62 (6.8.1903)
Date
1903-08-06
Page
– (sequence 25)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2449890-2449948--58802-2523237
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

6. Arrg. 1903.] lNr. 35. Biographische Skizze von Hermann Löwmger, Frankfurt a. 2N. Eine der ältesten ungarischen Städte, wo unsere Glaubensbrüder in der weiten jüdischen Diaspora schon vor mehr als einem halben Millennium von den Regenten Ungarns gnädig ausgenommen und ihnen seit frühesten Zeiten ihre Wohnsitze aufzuschlagen gestattet wurde, ist die altberühmte Krönungsstadt Preßburg. Es kann nicht in unserer Absicht liegen, eine Geschichte der Juden in Preßburg zu schreiben, da wir uns, wie schon das Titelwort unserer Skizze bezeugt, es nur zur Aufgabe gestellt, in Nachfolgendem die Biographien der berühmten jüdischen Männer dieser Stadt, die dort während der letzten zwei Jahrhunderte gelebt und segensreich gewirkt haben, dem geehrten Leser dieses Blattes zu bieten. Die Geschichte der Juden in Preßburg wartet noch immer der kundigen und fleißigen Hand eines Geschichtschreibers. Doch auch dieser dürfte auf große, nahezu unüberwindliche Hindernisse stoßen, da genaue Daten über dir mannigfachen Erlebnisse der Juden in Preßburg während des letzten Millenniums, mit Ausnahme der letzten zwei Jahrhunderte, fehlen, speziell aber Aufzeichnungen von jüdischer Seite nicht aufzufinden sind, weil bei einem großen Brande, wovon Preßburg im Jahre 1809 während der Beschießung dieser Stadt seitens Napoleons I. heimgesucht wurde und bei einem zweiten großen Brande im Jahre 1502, während einer Plünderung und Brandstiftung der feindlichen Truppen, ein großer Theil des Archivs der jüdischen Gemeinde verbrannt und nur das große, Gedenkbuch der Gemeinde und das der Chewra Kai discha gerettet werden konnte. Auch die Grabsteine des! mehrere Jahrhunderte alten rv: rz welche sonst j stumme Zeugen aus alter, längst entschwundener Zeit, durch ihre Grabschriften oft eine beredte Sprache zu führen pflegen und so manche Anhaltspunkte zur Geschichte der Juden in Preßburg hätten liefern können, sind bei der großen Ueberschwemmung, von der Preßburg, besonders das hart an der Dona« gelegene alte --n rrz im Unglücksjahre 1809 heimgesucht wurde, theils zerbrochen, deren Inschriften verwischt, theils fortgeschwemmt und vernichtet worden. Doch aus den aus obenerwähnten Elementarschäden geretteten Ueberresten ist zu ersehen, daß schon vor mehr als 650 Jahren Juden in Preßburg existirt und bereits eine geachtete Stellung eingenommen hatten. Die darauf bezüglichen, wenn auch oft nur spärlichen Daten verdanken wir zum großen Theile unserem wackeren Landsmanne, dem jungen Talmudgelehrten I. Weiß in Preßburg, der sich um die Geschichte der Juden in Preßburg große Verdienste erworben, da er mit vieler Mühe und anerkennenswerthem Fleiße alle auffindbaren Daten aus dem Gemeindebuche gesammelt, kopirt und in seinem vor ungefähr drei Jahren herausgegebenen trefflichen, in hebräischer Sprache verfaßten Werke wn n*s veröffentlichte. Demselben sind die Biographien aller berühmten Männer Preßburgs, dessen Rabbiner. Talmudgelehrte, sowie die Lebensbeschreibung der bei den jeweiligen Regenten und Negierungen Ungarns einflußreichen Stadlonim und Takifim Preß-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.