Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 62 (6.8.1903)
- Date
- 1903-08-06
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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lxnt'b durch »eine- Gemükhsbewegung — durch die begeisterte Auffassung — hervoryerufen. Und mittelst , dieses Zusammenwirkens werden sie zu Trägern der hehren „Westweisheit". Kraft dieser „einheitlichen Grmüthsskimmung" gestalten sich die Töne dieser „vortrefflichen Musik" zu einem mächtigen Accord, zu einem Trostgesang, an. dem wir uns immer wieder aufrichten können. DMNKgsVSchbZHSen u&ö «Lorrcsyonvsrrzen. Deutschland. Aus Westfalen, nnopa d'cjco -k ajajro Wenn der „Ab" in's Land zieht, vermindert man die Freude. Wahrlich zwiefach empfinden wir heute die Schwere dieses Wortes, wo uns die Kunde erreicht, daß einer der tapfersten Mitkämpfer für nennpn wn-nn eingegangen ist zum ewigen Leben. Mit der Trauer im Herzen über die Zerstörung unseres heiligen Tempels verbindet sich die Klage, daß ein treuer Diener im Heiligthum Gottes die Augen geschlossen, die ein ganzes Menschenalter treue Wacht hielten daß nicht schwinde aus dem Herzen von Israel die Liebe zur angestammten njiex Lehrer a. D. M. Rosenwald in Iserlohn sNNN"iiansanvo"7 der langjährige frühere Mitarbeiter des „Israelit", dessen Berichte „Aus Westfalen" uns Allen noch so wohlbekannt sind, ist am Sonntag a-«a> a im vollendeten 80. Jahre zur ewigen Ruhe eingegangen. Es würde den Raum Ihres gesch. Blattes zu sehr in Anspruch nehmen, wollte ich die Verdienste des Verstorbenen in dem Maße hervorhrben. wie es seiner Bedeutung zukommt. Aber-nicht unterlassen kann ich es, jenem Manne einen Scheidegruß zuzurufen, der als Jehudi und Mensch die besten und schönsten und edelsten Eigenschaften besaß. Ein halbes Menschenalter hindurch lag es ihm als Lehrer ob, die Jugend in unserer Thora zu erziehen, sie auszubilden zu guten Jehudim und ihnen Liebe und Begeisterung für's Judenthum in's Herz zu pflanzen. Sein bedeutendes umfassendes Wissen in allen Zweigen der jüdischen Literatur unterstützte ihn hierbei auf's beste. Dieses tiefe Eindringen in unsere Thora, die Freudigkeit und Seligkeit, die sie ihm bereitete, konnten seine näheren Freunde, besonders diejenigen am besten erkennen, denen es vergönnt war. an den v'x'r.r cnr seine Tefillo zu hören.' Diese Inbrunst, diese Andacht, mit der er da sein Gebet verrichtete, ließen erkennen, daß ein würdiger rvte die Awaudo verrichtete. Aber diese Awaudo, dieses Sichstellen in den Dienst Gottes war nicht auf's Gotteshaus und auf die enge Studierstube beschränkt, nein, sie erfüllte sein ganzes Dasein, sein ganzes Leben war ein Gottesdienst. In diesem Sinne bethatiate er auch seine Pflicht gegen die Mitmenschen. Die Bethätigung des Gemillus-Chesed war seine Lebens-Aufgabe; selbst nicht mit Glücksgütern gesegnet, setzte er seine ganze Kraft ein, die Leiden seiner ärmeren, bedrückten Glaubensbrüder und -schwestern zu lindern. Hülfe und Rettung zu bringen, wo es ihm möglich war. Seit seinem Bestehen weist der „Israelit" gar häufig Aufrufe auf, in denen der Entschlafene Unterstützung für diesen oder jenen wohlthätigen Zweck erflehte. Manche Thräne ist durch ihn getrocknet, mancher Kummer gelindert worden. Auf ihn paßt so recht der Satz nrw -nrca mer da ijö’tj nm: span nn So in gleichem Maße mm -tan rub'vzi mia? zum Gegenstand seiner Lebens- Aufgabe machend, war er durch sein biederes, lauteres und allzeit freundliches Wesen allüberall gleich geliebt, geachtet und verehrt. Dazu hat er nie nach der Gunst und Anerkennung der Mitwelt gestrebt. Gleich unserem großen Lehrer Mosche, von dem es heißt i'tf N rr "no so war auch unser wo Rosenwald ein jtr» kn des Wortes vollster Bedeutung, ein unentwegter Gottesstreiter und dabei auch von so grenzenloser Bescheidenheit, so großer Demuth und Selbstlosigkeit, daß seine eigene Persönlichkeit zurücktrat vor der Liebe zur buiL" der Gesammtheit. Und was es von pan paare heißt, daß er wbrr>' ppsu den Frieden liebte und ihn verfolgte, so liebte auch unser ,thh p wo den Frieden und predigte ihn nanb ca» pa Aber gleich dem Kauhen, der den trügerischen Frieden haßte und verfolgte, den man auf Kosten von Thauro und der Emeth schließen wollte, also bekämpfte auch er jede Neuerung, mit der man uns beglücken wollte. Mit scharfer Feder bekämpfte er die Bestrebungen der Reformpartei. mit den Waffen des^Geistes trat er ihnen entgegen. Er gehörte zu der kleinen Anzahl gesetzestreuer Männer Westfalen's. die unverbrüchlich fest zum Banner des unverfälschten Judenthums hält. Und er sah noch an seinem Lebensabend seine Hoffnung und Zuversicht erfüllt, daß seine allzeit laut mahnende und warnende Stimme ein Echo gefunden hatte, und auf den Trümmern des westfälischen Judenthums neues Leben erblühte. Am Grabe widmete Herr Prediger Dr. S a l 0 m 0 n iu Iserlohn ergreifende Worte der Trauer dem dahingeschiedenen treuen Freund. In formvollendeter Rede zeichnete er das Lebensbild des Entschlafenen, was derselbe ihm. seiner Gemeinde und dem Judenthume gewesen. Schmerzbewegt kennzeichnete er den edlen, uneigennützigen Charakter, die herzgewinnende Persönlichkeit des Verewigten, und gedachie zugleich rühmend der Familie, mit welcher der Verstorbene eine lange Reihe von Jahren gelebt, und die ihn mit Liebe umgeben hatte. So gehe denn hin in Frieden, Du Guter. Edler. Du treuer Freund und Genosse, der Du eine reichgeseg-