Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 62 (6.8.1903)
- Date
- 1903-08-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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wirkt die Thätigkeii unseres Herrn Dr. Marx geradezu erhebend und verleiht dem Judenthum Ansehen und eine Würde, die eben in Westfalen richtig verstanden wird. In der herrlichen idealen Auffassung des Judentbums, die uns durch Wort und T h a t von Herrn Dr. Marx gelehrt wird, werden wir s. G. w. in den Stand gesetzt, die weitesten Kreise, auch über Westfalens Grenzen hinaus, für die heilige Sache zu intereffiren, damit durch sie der Vers unserer heiligen Schrift sich erfüllen möge: ’ö» rin toik Dipon bzz -jwj-i w2n. E. L. Marburg, 4. Aug. Am 3. August d. I. beging die „Jüdische wissenschaftlich gesellige Vereinigung" ihre Semesterschlußfeier. Der Verein blickt nunmehr auf das erste Semester seines Bestehens zurück. Er bezweckt vor allem den Zusammenschluß der Marburger jüdischen Studenten zur Förderung geistiger und geselliger Bestrebungen. — An den Vereinsabenden finden wissenschaftliche Vorträge von Mitgliedern statt, an die sich Diskussion und gemüthliches Zusammensein anschließen. Der Verein besitzt eine eigene Bibliothek. Zum Vorstand für das Wintersemester 1903/04 wurden gewählt die Herren: cand. Phil. Leopold Rothschild, cand med. Leo L ö w e n st e i n, Leopold Maier. Neuanmeldungen für das Wintersemester, sowie Anfragen sind an Herrn cand. Phil. Leopold Rothschild in Alsfeld in Hessen. Marktplatz, oder an Herrn cand. med. Leo L ö w e n st e i n in Marburg, Elisabethstraße 13 II. zu richten. AuS Baden. (Fortbildungskurs für Kantoren.) Der Großherzogliche Oberrath der Israeliten beauftragte die Herren Bezirksrabbiner Dr. P i n k u s - Heidelberg und Dr. Doktor- Bruchsal mit der Bildung eines Fortbildungskurses für die Lehrer und Kantoren aus deren Rabbinaten. Den Theilnehmern sollte kein amtlicher Zwang zum Besuche auferlegt sein, dagegen volle Reiseentschädigung und auskömmliches Zehrgeld gegeben werden. Der Großherzogliche Oberrath wollte diese Institution als eine Vergünstigung aufgefaßt wissen. Der Hauptzweck sollte darin bestehen, für eine würdige und eine einheitliche Gestaltung des Gottesdienstes, auch auf den Landgemeinden, die Wege zu ebnen, damit sich diese Segnung inl Verlauf von einigen Jahren über das ganze Land verbreiten würde. Am 26. April d. I. begann unter der Anwesenheit oben genannter Herren Rabbiner der Kursus mit 16 Theilnehmern. Der als Musiker und Sänger rühmlichst bekannte Kantor Scheuer mann - Heidelberg war als Instruktor ernannt. Er ließ es sich angelegen sein, die altehrwürdigen. unvergleichlich schönen Gesänge für Sabbat, wie sie für die Landgemeinden ohne Chorgesang im Volke fortleben, zu sammeln und leicht verständlich in Musik zu setzen. Das Werk, das den Titel führt: „Die gottesdienstlichen Gesänge für das ganze Jahr", zusammengestellt von S. Scheuermann, Kantor in Heidelberg 1903 und die Abschnitte enthalt: 1. Freitag Abend. 2. Morgengottesdienst, 3. Minchagottesdienst, 4. Mariv nebst einem Anhänge: die guten Sabbate mit ihren Einschaltungen, bereicherte er noch durch die Aufnahme schöner Kompositionen von Japhet, Lewandowsky und Liebling und Jakobsohn. Jeweils am Sonntag Nachmittag von 3—5 Uhr fanden die Uebungen in der Synagoge zu Heidelberg statt und erreichten ihren Abschluß am 26. Juli, der einen sehr würdigen Verlauf nahm. Der auch den Proben beigewohnte und vielfach belehrend elngegriffene Herr Bezirksrabbiner Dr. P i n k u s drückte seine Befriedigung über das Gehörte aus und ersuchte die Theilnehmer mit den empfangenen Belehrungen sich gewissermaßen an dem Anfänge einer großen Besserung zu fühlen, sich daher immer mehr in den Geist ^er Stücke zu versetzen, um die Gesänge recht würdevoll in der Synagoge vorzuführen. Die gleiche Anschauung vertrat auch der vielfach bei den Uebungen anwesende Rabbiner Herr Dr. Doktor aus Bruchsal, der namentlich die Kunst des Gesanges definirte und' meinte, eine große Summe vow/kleinen Umständen sei bei dem schönen Singen zu berücksichtigen, die, wenn unberücksichtigt geblieben, dem Vorträge einen unschönen Charakter verleihen. Der Vertreter des Großh. Oberrathes, Herr Direktor D r i e s e n, schloß sich den lobenden Ausführungen des Vorredners an und freute sich über das schöne Verhältniß zwischen Rabbiner und Lehrer. Von sämmtlichen Rednern wurde dem Großh. Qberrathe der Dank für diese Einrichtung, die nun für das ganze Land geschaffen werden soll, ausgesprochen, auch von Kursusmitgliedern, namentlich dem verdienten Leiter Herrn S ch e u e r m a n n, der in einer längeren Ansprache die lromme und hohe Bedeutung eines Chason als Interpret des Geistes und der Musik unserer Gebete auseinandersetzte, wurde allseitiger Dank für sein mühevolles, aber sehr erfolgreiches Unternehmen gespendet. Eine beabsichtigte gemüthsreiche Schlußfeier wurde wegen der „drei Wochen" nicht abgehalten. Gailingen, im Aug. („Das traute Heim" des israelitischen Krankenhauses G a i l i n g e n (Baden). Wohl mit Recht darf man dies Krankenhaus ein trautes Heim nennen für Leidende. Schon durch seine wunderschöne Lage ist es sehr anziehend. Auf einer kleinen Anhöhe, ganz in der Nähe des Rheines, erhebt sich inmitten eines herrlichen Gartens der stattliche Bau. In der Nähe liegt auch I Dießenhofen und die Festung „Hohentschweil", die ehej mals durch Verrath übergeben werden mußte. Und . wenn ich vorerst als Insasse im Namen sämmtlicher Kollegen den Gründern und Gönnern für dies edle