Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 60 (30.7.1903)
- Date
- 1903-07-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1321 i: . ' . ( - Kinder, also das Umgekehrte des gewöhnlichen Verhältnisses. Wir hören über die Nationalitäten, Ehen, Einwanderungen, Todesfälle, Friedhöfe. So machen der Nationalität nach die Russen 400.000, die Galizianer 120,000 aus. Heber die Gesundheitszustände der Eingewanderten «Verbreitet sich Dr. Maurice Fihsberg. Wir können die hochinteressante, 33 Seiten umfassende Arbeit, welche alle Lebensbeziehungen behandelt, leider nur flüchtig berühren. Die jüdische Bevölkerung Palästina's behandelt Dr. Moses Friedländer. jene Frankreichs Alfred H. Fried. Der vierte und letzte Theil ist der Anfang zur kommenden Welt- oder Gesammtstatistik der Juden. Als physische Rasse bespricht sie Dr. I. M. Judt. als Stadtbewohner Dr. Arthur R u p p i n. Die letzten 20 Seiten behandeln „die Zahl, Vertheilung und Zunahme der Juden auf der ganzen Erde." Hier wird bis zur Patriarchenzeit zurückgegrisfen. Hohen Staatsbeamten und Gelehrten wird das Wort ertheilt. Mehr als 50 Länder zählt die statistische Tabelle auf. Als muthmatzlich zuverlässigste Angabe gilt die Zahl 10,597,250, davon hat Europa 8,518,280, Amerika 1,169,881, Asien 524,652, Afrika 367.432. Australien 16,975. Die Vermehrung des jüdischen Stammes ist zwar eine stetige, jedoch in vielen Ländern sowohl absolut als relativ geringer, wie die der Landbevölkerung. Wir schließen hiermit die Besprechung der „Jüd. Statistik". Sie bedarf keiner weiteren Empfehlung, empfiehlt sich selbst durch ihren reichen, interessanten Inhalt. Immer, und immer wird man auf sie zurückgreifen müssen, sich bei ihr Rath holen und auf ihre Fingerzeige achten. Der „Verein für jüdische Statistik" hat sich durch seine Erstlingsgabe den Dank der modernen Judenheit gesichert; er wird auch in Zukunft die verdiente Anerkennung finden und darf auf sein Wachsen, Blühen und Gedeihen rechnen. A. Mannheimer - Dettelbach. ZsttKKgZNschsrchLm rms SssrefpEdsnzerr. Deutschland. Berlin, 28. Juli. In der „Reformation" leistet der Hofprediger aller Deutschen ein Stückchen, das alle seine seitherigen litterarischen Ergüsse weit in den Schatten stellt. Darnach vertritt'das Judenthum mit seiner ganzen Kraft und allen seinen Mitteln nicht nur den Kapitalismus, sondern ebenso energisch die Sozialdemokratie, die geschworene Feindin aller Kapitalwirthschaft; aber Herr Stöcker meint nicht, daß Einzelne dieser, andere jener Bewegung angehören, nein, ^dieselben Juden kämpfen gleichzeitig für und gegen — sich selber. Hören wir, wie Herr Stöcker dieses ungereimte Zeug zusamenzureimen versucht. „Die Feindschaft gegen das Christenthum, so schreibt Herr Stöcker ln der oben genannten Zeitschrift, die Gleichgültigkeit gegen Fürst und Vaterland und die Nichtachtung der nationalen Ehre sind lauter jüdische Tropfen im deutschen Blut, die in der sozialdemokratischen Bewegung wie ein Impfstoff gewirkt und die Theile des Volkes, die der Sozialdemokratie angehörcn. zersetzt haben. Dieser mit dem jüdischen Einfluß in unmittelbarem Zusammenhang stehende Prozeß ist uni so merkwürdiger, als das Judenthum zugleich der schlimmste Faktor des Mammonismus ist. Die Dinge liegen in der That so, daß der Jude als Großkapitalist an der Börse und im Handel, wie auch an gewissen Punkten der Industrie den Mammonismus bis zum Unerträglichen überspannt, daß dann derselbe Jude als Sozialdemokrat, in der Person Singer's sogar durch Personalunion des Großkapitalismus und des Umsturzes, zugleich das deutsche Volk gegen die Folgen des herrschenden Systems aufwiegelt, aber den Haß von den Juden weg auf die Deutschen lenkt. Diese Rollen hat man die Juden spielen, die Presse zum großen Theile in ihre Hände übergehen und sie weit über ihre Verhältnißzahl einerseits B'örsensürsten und Großhändler, andererseits Redakteure, Advokaten, Aerzte werden lassen. Und die Tagesprcsse sorgt dafür, daß dieser für uns trost-, ehr- und hoffnungslose Zustand nicht zu Kenntniß und Erkenntnis; des deutschen Volkes kommt. Ich weiß, daß es sehr unbeliebt ist, von diesen Verhältnissen zu reden. Aber die wachsende Sozialdemokratie zwingt dazu. Es ist der einzige Weg, die von der Sozialdemokratie verführten Volksmassen wieder für Kirche und Vaterland zurückzugewinnen, daß man ihnen die eigentlichen Träger der nationalen Zerrüttung zeigt und sie aufrvft, sich wieder zum Gesund- und Jungbrunnen deutschen Wesens zurückzuwenden. Bisher haben die Regierungen in Staat und Kirche der Judenfrage gleichgültig, ja völlig abweichend gegenübergestanden. Nur dadurch ist diese für Deutschland sehr bedeutsame Frage bis auf einige parlamentarische Reden und öffentliche Volks-Versammlungen unentschieden geblieben." Herr Stöcker träumt von jenen schönen Zeiten, als die „Berliner Bewegung" noch existirte. Daß sie recht bald wieder in Fluß kommt, kann Herr Stöcker beeiden. Wnrzbnrg, im Juli. Unsere Stadt steht diesen Sommer im Zeichen der öffentlichen Feste. Kaum war das eine der Enthüllung des Prinzregenten-Denkmals unter dem schönsten Verlauf beendet, als ein anderes nicht minder schönes und bedeutungsvolles seinen Einzug hielt, nämlich das des hundertjährigen Bestehens unserer Garnison, des IX. kgl. b. Infanterieregiments