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Der Israelit · 1903-07-23 · Heft 58 (23.7.1903) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 58 (23.7.1903)
Date
1903-07-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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mehr man hat. desto mehr kann man hergeben!" An den Kollegen ist's, diese logisch unbestreitbare Lehre .zu beherzigen, fie -nach allen Regeln der Taktik in die Praxis — d. h. hier in klingende Münze — umzusetzen, um dem edlen Wunsche gerecht zu werden. Vielleicht gelingt's auch, Testatoren für die Vereinsziele zu erwärmen, wie dies bereits einmal in diesen Blättern näher ausgeführt ward. Gerade in letzterer Hinsicht ist den Lehrervereinen gegenüber noch viel gut zu machen. Jedenfalls darf aber nichts an der nöthigen „Kleinarbeit" versäumt werden; denn viele Wenig geben ein Viel, vereinte Kräfte führen zum Ziel! ZeitungsKsHrichLerr uirv Correspsnvenrerr. Deutschland. Berlin. Dem Jahresbericht der „Hilfskasse für israelitische Kultusbeamte und deren Wittwen und Waisen in Deutschland" entnehmen wir: In mehreren Fällen nahm der Vorstand der „Hilfskasse" auf Ansuchen Veranlassung, bei Differenzen zwischen Gemeinden und Beamten vermittelnd einzutretn. Der Vorstand der „Hilsskasse" entfaltete während des verflossenen Vereinsjahres eine rege Propaganda über Berlin zur Gewinnung außerordentlicher Mitglieder und darf als Resultat dieser Bemühungen die erfreuliche Thatsache konftatiren, daß eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Mitgliedern mit einem regelniäßigen Jahresbeiträge, sowie Spender von einmaligen Beiträgen gewonnen worden sind. Ferner wurden sämmtliche Kultusbeamten Deutschlands durch Aufruf aufgesordert, der „Hilfskasse" als Mitglieder beizutreten. Der Verein erhielt hierdurch einen Zuwachs von dreiundzwanzig ordentlichen und neun außerordentlichen Mitgliedern. An Wittwen verstorbener Mitglieder und Jnvalidenunterstützungen wurden im verflossenen Vereinsjahre insgesammt 2200 Mk., an Richtmitglieder einmalige Unterstützungen im Gesammtbetrage von 110 Mark gezahlt. Breslau. Dem Verwaltungsbericht des Verbands-Ausschusses des Bezirks-Gemeindeverbandes Breslau-Liegnitz pro 1902/1903 ist zu entnehmen: Um den Verband finanziell zu kräftigen und damit seine Leistungsfähigkeit zu erhöhen, war unser Augenmerk in erster Reihe darauf gerichtet, weitere Einzelmitglieder für unseren Verband zu gewinnen. Zu diesem Zwecke setzten wir unsere Propaganda zunächst in Breslau fort und erzielten hierdurch das erfreuliche Resultat, daß zu den 144 Mitgliedern des Vorjahres 53 neue Mitglieder hinzutraten, sodaß wir in Breslau jetzt 197 Mitglieder mit einem Jahresbeiträge von 1398 Mk. haben. Aber auch Seitens der Provinzial-Gemeinden wurde uns kräftige Unterstützung zu Theil. Die Gesammtzahl der Einzelmitglieder belauft sich auf 270 mit Jahresbeiträgen von zusammen 1798 Mark. Die größeren, uns zur Verfügung stehenden Mitte! setzten uns in den Stand, auf den anderen Gebieten unserer Thätigkeit eine erfreuliche Wirksamkeit zu entfalten. Der schwere Kampf, den die kleinen Verbandsgemeinden um ihre Existenz kämpfen, und die finanzielle Bedrängniß, in welcher sie sich wegen ihrer geringen Mitgliederzahl ständig befinden, haben wiederum eine größere Zahl von Subventionsanträgen zur Folge gehabt, zusammen an 13 Gemeinden mit 1606 Mark. Mit nicht geringerer Freude dürfen wir auf die Aussendung der Wanderprediger und die Gewährung von Vorbeterbeihülfen Hinweisen. ' Nicht weniger als 11 Gemeinden hatten Anträge auf Zusendung von Predigern eingereicht, von denen wir acht berücksichtigen konnten. Um Vorbeterbeihülfen hatten 10 Gemeinden gebeten. Von diesen haben wir in der Erwägung, daß die Ermöglichung der Abhaltung eines Gottesdienstes an den hohen Festtagen nach Kräften zu erstreben ist, 9 Gemeinden mit 450 Mk. bedacht haben. Widriger Umstände wegen haben im vergangenen Jahre nur 13 Schulen inspizirt werden.können. M.-0»ladbach, 17. Juli. Die Handelskammer befaßte sich auch mit einer Eingabe des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, die dahin geht, die Handelskammern sollten bei der Reichsregierung dahin vorstellig werden, daß in den bevorstehenden Handelsvertragsverhandlnngen mit Rußland endlich den jüdischen Kausleuten volle Gleichberechtigung ausgewirkt werde. Der Vorsitzende führte aus, die von Rußland vorgenommene Differenzirung müsse beseitigt werden, und die Bestimmungen des Vertrages sollten allen Bürgern gleichmäßig zu Gute kommen. Die Kammer nahm einstimmig den Antrag an. sich dem Standpunkt des „Centralvereins" anzuschließen. Witten, 17. Juli. Dem Lehrer und Kultusbeamten I. Ostwald ist aus Anlaß seiner Pensionirung der Adler der Inhaber des König!. Hausordens von Hohenzollern verliehen und von den Mitgliedern der städtischen jüdischen Schulkommiffion überreicht worden. Herr Bürgermeister Dr. Haarmann betonte in einer längeren Ansprache, Herr Ostwald habe sich in einer nahezu 46jährigen Amtsthätigleit mit Liebe und - pädagogischem Geschick der ihm anvertrauten Jugend gewidmet. Auch über den Rahmen seiner Lehrthätigkeit hinaus habe sich Herr Qstwald durch sein gemeinnützig'es Streben nützlich gemacht und namentlich in jüngeren Jahren manche erfolgreiche Anregung gegeben, was in

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