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Der Israelit · 1903-07-20 · Heft 57 (20.7.1903) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 57 (20.7.1903)
Date
1903-07-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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äaüii gengcmeinden, die nicht zum Bezirke einer als öffentliche Schule anerkannten jüdischen Elementarschule gehören, den gesetzlichen Bestimmungen Genüge geleistet" wird, nach denen eine jede Synagogengemeinde verbunden ist, solche Einrichtungen zu treffen, daß es keinem jüdischen Kinde während des schulpflichtigen Alters an dem erforderlichen Religionsunterrichet fehle. Die königliche Regierung wird veranlaßt, hierüber Ermittelungen anzustellen. Dabei find auch die Anstellungsbedingungen der mit dem Religionsunterricht beauftragte^ Lehrer näher zu erörtern. Ganz besonders aber ist d>-Frage eingehend zu prüfen, ob etwa eine ungenüg-ndr tierung der Religionslehrerstellen auch einen ung* nügenden Religionsunterricht zur Folge hat. Ferner ist zu erwägen, ob nicht die Synagogengemeinden nach Lage ihrer Verhältnisse anzuhalten sein werden, ausreichende Mittel zu dem Zweck zur Verfügung zu stellen. Das Ergebniß der Ermmittelungen ist in einer nach dem beigefügten Formular anzusertigenden Uebersicht zusammenzustellen, deren Einreichung wir binnen sechs Wochen entgegensehen. In dem Formular werden etwa zwanzig Fragen ausgestellt. Die wichtigsten sind die folgenden: Hat der Religionslehrer zur Ausübung seines Amtes vom Staate die Erlaubniß erhalten, wenn nicht, welche Vorbildung hat derselbe? Ist der Religionslehrer lebenslänglich oder auf Kündigung angestellt, beziehungsweise welche Kündigungsfrist ist festgestellt? Ist die Besoldung des Religionslehrers eine feste, oder steigt dieselbe in gewissen Zeitabschnitten, bejahendenfalls wie? Ist die Gemeinde verpflichtet, dem Religionslehrer im Falle der Dienstunfähigkeit ein Ruhegehalt zu gewähren, bejahendenfalls welches? Haben dessen Wittwe und Waisen Anspruch auf Versorgung seitens der Synagogengemeinde? Sind Mängel in Beziehung auf die Ertheilung des Religionsunterrichts vorhanden, welche auf ungenügende Dotierung der Lehrerstelle zurüäzuführen sind, und welche? Ist dis Synagogengemeinde in der Lage, ausreichende Mittel für die Ertheilung des Religionsunterrichts zur Verfügung zu stellen?" Diese seit langem viel erörterte Angelegenheit dürfte somit binnen kurzem ihre Erledigung finden. Köln, 17. Juli. (Antisemitismus auf der Kölner Handelshochschule.) Der allgemeine studentische deutsche Turnerbund, der satzungsgemäß keine Juden ausnimmt, hat beschlossen, die Mitglieder des an der Kölner Hochschule bestehenden Turnvereins aufzunehmen. Damit scheiden von selbst die jüdischen Turner, die zudem noch alle Mitgründer des Turnvereins an der Kölner Handelshochschule sind, aus. Da weder Hanse« noch Ubia, die beiden farbentragenden Verbindungen an der Kölner Handelshochschule, Juden aufnehmcn, so hat nfan ihnen also auch an der Stätte, wo ein freier kaufmännischer Geist herrschen sollte, den Zugang völlig versperrt. ' - Stiel, im Juli. Das Kieler Konsistorium hat den bekannten Pastor Jakobsen aus Scherrebeck von feinem Amt suspendirt und wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten in der Leitung gemeinnütziger Gründungen eine Disziplinar-Untersuchung gegen ihn eingeleitel. Pastor Jakobsen ist nicht nur der Begründer des „judenreinen" nordschleswig'schen^Bades Rönn, sondern auch an der . Ermattung des „Uvenreinen" Nordscebades Amrum betheiligt., für welches er im vorigen Jahre in Hamburg eine größere Summe aufzunehmen suchte, nach dem Wortlaut seines Inserates aber nur „arisches Geld wünschte". Als die einzige Stelle für diese Zeichnung war die im Fahrwasser des antisemitischen Abgeordneten Fritz Raab segelnde „Hamburger Generalbank, G. m. b. H." angegeben. Das „Berliner Tageblatt" schreibt von ihm: „Die unglaublichsten Wandlungen hat er durchgemacht, um ein parlamentarisches Mandat zu erreichen. Das war sein höchster Ehrgeiz. Um einen Parlamentssitz zu erringen, stellte er sich den verschiedensten Parteien als. Kandidaten zur Verfügung. In Schaumburg-Lippe' kandivirie er bei der Neichstagswahl 1898 als Antisemit, in demselben Jahre in Tondern bei der Landtagswahl als Nationalliberaler, 1902 in Hadersleben- Sonderburg als deutscher parteiloser Kandidat. Nirgends gelang es ihm, den Sieg zu erringen, obwohl er es an Versprechungen nicht fehlen ließ. Zur Förderung seiner geschäftlichen Unternehmungen in der Nordmark schloß er sich den Alldeutschen an, und die Hasse, Lehr haben nicht mit Unterstützungen gegeizt." Fürth i. B. Dies isr. -Realschule nebst Vorschule wurde zu Beginn des Schuljahres von 51 Vorschülern und 67 Realschülern besucht. Im Laufe des Schuljahres trat 1 Schüler in die Vorschule. 1 in die Realschule ein; dagegen traten 3 Schüler aus der Realschule aus, so daß sich nunmehr eine Frequenz von 62 Vorschülern und 66 Realschülern ergibt. In der Lehrmittelsammlung wurde in diesem Jahre namentlich der Kartenbestand bedeutend vermehrt. Die Schülerbibliothek wurde durch ca. .60 Werke vergrößert. Bei der am 11. Juli v. I. unter dem Vorsitz des königl. Ministerialkommissars, Herrn Prof. Dr. Rackl aus Nürnberg, abgehaltencn mündlichen Absolutorialprüfung bestanden 3 Schüler und erhielten das Zeugniß der wissenschaftlichen Befähigung für den Einjährig-Freiwilligen Dienst. Zum Ministerialkommissär für die diesjährige, schriftliche und mündliche Absolutorialpriifung wurde durch höchste Ministerialentschließung vom 10. Juni d. I. wiederum Herr Dr. Jos. Rackl, kgl. Prof, an der

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