Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 55 (13.7.1903)
- Date
- 1903-07-13
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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ftiiBBaawwwfti 1219 ' - V.*--’ ' .;■ düngen des Zeugen und beantragt wiederholt Zeugenvernehmung. Staatsanwalt Dr. Ehrecke beantragt gegen George ein Jahr Gefängniß. gegen Mayer 300 Mk. Geldstrafe, gegen König 500 Mk. Geldstrafe. R.-A. Dr. Hahn, als Vertreter des Nebenklägers Weichet, beantragte, auch gegen Red. Mayer auf Freiheitsstrafe zu erkennen. R.-A. Dr. Thiele erhob für den 1 Angeklagten Mayer den Einwand der Verjährung; auch sei keineswegs der Beweis erbracht, daß Mayer an dem betreffenden Abend der verantwortliche Redakteur der „Morgenpost" gewesen sei. und ebensowenig. daß er Kenntniß von dem Artikel gehabt habe. Entschieden wandte er stch gegen die Behauptung des Staatsanwalts, daß die Redakteure-der „Morgenpost" sich einer elenden Kneiserei schuldig gemacht hätten; aus früheren Prozessen, in denen er die Redakteure der genannten Zeitung vertreten habe, wisse er. daß ein derartiger'Vorwurf durchaus unberechtigt sei. Er erkläre namens des Angeklagten, dass dieser die von George so fanatisch aufgestellte Behauptung nicht aufrechterhalie und ebenso namens der „Morgenpost". daß sie bedauere, dass der Artikel Aufnahme gefunden. Das Urtheil lautet: gegen George auf ein Jahr Gefängniß. gegen Mayer auf 500. gegen König aus 300 Mk. Geldstrafe. ZertungsnaHrichte« rmd ILorrefpottdenzen. -Deutschland. Berlin, 9. Juli. Bei der Potsdamer Handelskammer (Sitz Berlin) wurde der von der Vromberger Handelskammer bei dem Reichskanzler gestellte Antrag erörtert, die Reichsregierung möge bei dem Abschlüsse neuer Handelsverträge für die Gleichstellung aller auch im Deutschen Reiche gleichberechtigten Reichsangehörigen hinsichtlich ihres Gewerbebetriebes im Auslande und für die Anerkennung dieser Gleichberechtigung ohne Rücksicht auf das religiöse Vekenntniß der deutschen Reichsangehörigen wirksame Fürsorge treffen; insbesondere möge die Regierung darauf hinwirken, daß Rußland nach allgemeinen völkerrechtlichen" Grundsätzen Ausländern ihrer Religion wegen keinerlei Rechtsbeschränkungen im Handelsverkehr auferlege, denen etwa die russischen Juden unterliegen, daß die unterschiedliche Behandlung der deutschen Kaufleute wegen ihrer jüdischen Konfession durch die russischen Paß- und Steuerbestimmungen beseitigt und daß allen deutschen Kaufleuten die an sich selbstverständliche Gleichberechtigung an dem Genüsse der Vortheile eines Handelsvertrages verschafft und gesichert werde. Die Kammer sprach sich für die Unterstützung der Eingabe der Bromberger Handelskammer aus. Eßlingen. 2. Juli. Der 72. Jahresbericht des israelit. Waisenhauses „Wilhelmspflege" gibt recht günstige Mittheilungen über diese Anstalt, die jetzt ein Vermögen von 440,000 Mk. hat. Die Einnahmen betrugen an Zinsen 15,027 Mk., an Spenden 9993 Mark, Legaten 3780 Mk.; die Gesammtausgaben 19,811 Mk. Die Zahl der Zöglinge beträgt 21, sowie 3 Fortbildungsschülerinnen. An der Anstalt wirken zwei Lehrer und eine Aufseherin. Dem Sparhafen' der Kinder hat auch heuer wieder Ihre Maj. die Königin eine huldvolle Gabe zugewendet. Oe st e r r e i ch. Prag, 10. Juli. Die mit dem nächsten Sonntage beginnenden ersten pa veranlassen mich, auch von hier über einen wehmuthsvollen Vorgang zu berichten, der auch weite Kreise interessiren dürfte. Nachdem nämlich die von der Stadtgemeinde durchgeführte Expropriation eines Theiles unseres alten, in der Industriestadt gelegenen Friedhofes nahezu rechtskräftig geworden und auch die letzte, nur sehr schwache Aussicht auf irgend einen Erfolg in dieser Angelegenheit geschwunden war. trat für die Gemeinde, eigentlich richtig für die xphd tnan der traurige Moment ein. dieses nahezu 1900 Quadratmeter, beiläufig einen fünften Theil des ganzen Friedhofes umfassende Grundstück zur Ueberaabe an die Stadt vorzubereiten. das heißt, aus demselben den kostbaren Inhalt, die D'&rnpn wnc» iwsaw herausznholen, die Reste der isa MtVfcon. tfipv» p'X gleich Edelsteinen aus dem Felsen an das Tageslicht zu fördern. Es gibt wahrlich keine, in ähnlicher Weise Herz und Gemüth aufregende Arbeit, wie das mühevolle Streben, die Ueberreste von Menschen, die vor 200 bis 300 Jahren zur „ewigen Ruhe" bestattet wurden, heute aus dieser heiligen Ruhe aufzustören, um sie in ein neues Grab in Sicherheit zu bringen. Und was für Menschen waren es, denen diese Gebeine angehörten! Unsre jetzige Zeit hat kaum ein Verständniß für den hohen, moralischen, religiösen Standpunkt dieser vor längst vergangener Zeit bereits der höchsten Seligkeit theilhaftig gewordenen Verklärten. Das gilt nicht nur von jenen vDo-nrrvi von deren Eigenschaften und hohen Tugenden noch manche Schilderung auf uns überkommen ist, von pv'bm'n nm n^o rm b*sr Verfasser des von rmnö ms n*n S’St tesnri, der nicht weniger als fünf verfaßte und zum Theil veröffentlichte, von bxbzz nno ann b'N xpcsiKC, der durch ein hinterlassenes, reiches r,v''p pp bekannt wurde, nein, nicht von solchen allein gilt das Gesagte, vielmehr war c’cp zu jener Zeit so groß, daß im vollsten Sinne des Wortes i1 Mywj.il. jus*j1