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Der Israelit · 1903-07-13 · Heft 55 (13.7.1903) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 55 (13.7.1903)
Date
1903-07-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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zember 1901 21 Zöglinge. Ebenso vom 1. Januar bis 1. April 21. vom 1. April bis 17. November 19. vom 17. November bis 3L Dezember 1902 17 Zöglinge. Prämien erhielten: a) aus der Kommissionsrath Schie Jaffi'schen Stiftung 1901 7 Zöglinge und 3 Lehrlinge, 1902 ebensoviele Zöglinge und Lehrlinge; b) aus der Manasse Wedell'fchen Stiftung in den Jahren 1901/02 3 bezw. 2 Zöglinge; e) aus der Benjamin Lubozynski'schen Stiftung 1901/02 je 2 Zöglinge, d) die Dr. Santer'sche Buchprämie je 2 Zöglinge; <) aus der Salomon Latz'schen ^amerikanischen) Stiftung 1901/02 je 1 Zögling und f) aus der Heimann Bremer'schen Stiftung 1901/02 2 bezw. 2 Zöglinge. Spenden kamen ein 1901 35,-in Höhe von 16—150 Mark. 1902 38, von 15—100 Mk. Schenkungen und Legate waren zu verzeichnen 1901 13, von 300 bis 1500 Mk.; 1902 8, von 300 bis 600 Mk.; 4 Stiftungen in Summa 4500 Mk. kamen neu hinzu. Die Einnahmen u. Ausgaben pro 1901 schließen mit 31,023.23 Mark, pro 1902 mit 23,365.99 Mk. ab. Beitragende Mitglieder sind 434 und 431 verstorbene Personen, für welche an den Jahrzeitstagen in der Synagoge der israelitischen Waisenknabenanstalt hier Jahresfeiern abgehalten werden. Würzburg, 8. Juli. Heute feierte unsere Stadt ein herrliches Fest, das der Enthüllung des Denkmals, welches Würzburg, besonders als Geburtsstadt, dem allgeliebten Landesherrn, Sr. Kgl. Hoheit dem Prinzregenten Luitpold aus Anlaß dessen 80. Geburtstags in Liebe, Treue und Verehrung gewidmet hat. Bei den festlichen Veranstaltungen zeigte sich das Paritätsprinzip in schönster Weise, einen Unterschied gegenüber den verschiedenen Konfessionen nicht kennend. So war unser Herr Rabbiner Bamberger, wie alle übrigen hohen Beamten und Spitzen der Behörden, zur Begrüßung Sr. Kgl. Hoheit des Prinzen Leopold als Vertreter Sr. Kgl. Hoheit des Prinzregenten, ferner zum eigentlichen Festakte der Enthüllung und endlich zur Hoftafel geladen. Auch wurde derselbe mit huldvoller Anrede von Sr. Kgl. Hoheit beehrt. Am Festzuge nahmen die israelitische Schule, das israelitische Lehrerseminar und die israelitischen Studentenverbindungen Theil. und wurde denselben je einer der ersten Plätze angewiesen. Zur Hoftafel waren auch zwei Israeliten aus dem Handelssiande hinzugezogen worden. So bot auch diese Gelegenheit ein Zeichen schönen, konfessionellen Einvernehmens. Schweiz. Basel, 6. Juli. (Einweihung.) Am vergangenen Sonntag Vormittag wurde das neuerbaute israelitische Waisenhaus an der Gotthelfstraße in schöner und würdiger Weise eingeweiht. Zu dem festlichen Akte hatten sich so viele Besucher eingefunden, daß der geräumige Saal kaum die speziell Geladenen zu fassen vermochte und viele sich in dem anstoßenden, Zimmer und auf dem Korridor aufstellen mußten oder gar nicht Einlaß fanden. Unter den Ehrengästen bemerkten wir als Vertreter der Staatsbehörden Herrn Regierungsrath Reese. Die Feier wurde vom Sy-, nagogenchor Basel eingeleitet mit dem Vortrag des Psalms Ma tauvuh und mit einem trefflichen Prolog, gesprochen von Frl. Elsa Bloch und Frl. Helena Wolf (Caritü und Clementia), der die Nächstenliebe und Mildth'ätigkeit, deren Werk das neue Waisenhaus ist, dankbar feierte und in schwungvoller Sprache verherrlichte. Hierauf trat Herr D r e y f u s - Neumann. Präsident der Kommission für das Waisenhaus, vor, um die Versammlung in herzlicher Ansprache zu begrüßen und einen kurzen Rückblick auf die Gründung des Werkes und die Durchführung desselben zu werfen. Das. Fundament zu der Stiftung legte ein Wohlthäter mit der Spendung eines Fonds von 10,000 Fr. Der Gedanke an die Gründung eines isr. Waisenhauses in Basel wurde lebendig, als hier auf einmal sechs Waisen zu versorgen waren und der Genossenschaft keine ihr entsprechende Anstalt zur Unterbringung derselben zur Verfügung stand. Es bildete sich ein Komitee, das die Sache an die Hand nahm und mit der hiesigen bürgerlichen Waisenanstalt in Verbindung trat, unl sich über die Einrichtung eines derartigen Instituts belehren zu lassen. In zuvorkommender und dankenswerther Weise wurde von Seiten des Waisenvaters, Herrn Frey, dem Kolliitee mit Auskunft und Rathschlägen gedient. Das Werk wurde beschlossen, eine Ausschreibung zur Gewinnung von Plänen veranstaltet und Herrn Architekt Sandreuter von Basel auf Grund seines Entwurfes die Ausführung des Baues, der auf 170.000 Fr. veranschlagt wurde, übergeben. Das Areal von 1600 m2 wurde vom Staate der Genossenschaft zu dem mäßigen Preise von 25 Fr. per Quadratmeter überlassen. Aber nun galt es. dem Gründungsfonds diejenigen Mittel beizusteuern, die' zur Ausführung des Werkes nothwendig waren. Auch dies ist gelungen dank der Mildthätigkeit von Israeliten und Christen, die in Basel und änderen Orten ihre freiwilligen Gaben für diesen Zweck spendeten. Die Bauarbeiten wurden sämmtlich an hiesige Unternehmer vergeben und alle sind nach dem Zeugniß des Redners gut und zu bester Zufriedenheit der Bauleitung und des Komitees ausgefllhrt worden. Die Ausstattung und Möblirung des Hauses geschah unter Mitwirkung und Aufsicht eines Damenkomitees, das sich in dieser Beziehung um die Anstalt hochverdient gemacht hat. Als Waisenvater wurde unter 46 Angemeldeten gewählt Herr Haas aus Kembs. Die Zahl der Zöglinge ist selbstverständlich im Anfang noch .'eine bescheidene; es wurden ausgenommen drei Waisenkinder aus Basel und vier von auswärts. Mit einem

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