Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 53 (6.7.1903)
- Date
- 1903-07-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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eines Arztes"') — „machen sich bald in einer vollständigen Zerrüttung des Nervensystems bemerkbar. Und wenn es soweit gekommen ist, was geschieht weiter? Es werden jetzt die verschiedensten Acrzte zu Rathe gezogen, die mit seltener Uebercinstimmung eine mehrwöchentliche oder sogar mehrmonatliche Ruhe in einer Kaltwasserheilanstalt für dringend nothwendig erachten, damit die defekten Nerven wieder reparirt werden. r.'rzzv rx r'jrn *x ist auch auf den Menschen anwendbar. Aber diese unfreiwillige u. oft theuer erkaufte Ruhe hätte der Betreffende sich ersparen können, wenn er nach den sechs vorgeschriebenen Arbeitstagen den siebenten Tag als, vollständigen Ruhetag betrachtet hätte, lind wenn die meisten von diesem sanitären Gesichtspunkte aus handelten, so würden die zahllosen Heilanstalten, die als böses Zeichen eines ungesunden und nervösen Zeitalters wie Pilze aus der Erde hervorschießen und bald nach ihrem Entstehen bis auf den letzten Platz mit Patienten angefüllt sind, von der Erdoberfläche verschwinden, wie sie gekommen sind." In Anbetracht dieses fachmännischen ' Urtheils müssen wir sprechen pxm trctm •kn und mit unseren Weisen im Midr. r. z. St. hinzufügen: Alles hat seine Grenzen, nur etwas hat keine Grenzen —,die Thora. Die Weisheit der Thora ist unbegrenzt, ist unermeßlich. Darum ergeht an uns der Ruf: ^2 22'tzrr »irscx. „Alles, was ich euch sage, beobachtet!" Damit, meinen unsere Weisen") sei gemeint. Gibt es aber kostbarere c'bs, kostbarere Gefäße, als die Blutgefäße des Menschen? Das ist es, woran die Menschheit krankt, daß sie 2^2 r>w2V nicht kennt, daß man seinen Blutgefäßen keine Ruhe gönnt. „Herz und Blutgefäße, der ermüdenden und abnutzenden, vielfach eintönigen und stets und dauernd an derselben Stelle sich wiederholenden Aufgabe der Alltagsarbeit hingegeben, werden einzig und allein durch des Sabbattages längere Ruhedauer ihrer ursprünglichen Frische wiedergegeben" — sagt ein moderner Forscher der Gegenwart.") Der Strom Sambation ist ein Beweis für die Heiligkeit des Sabbat — heißt es im Midrasch und Talmud'") — denn alle Tage der Woche wirft er Steine aus, aber am 7. Tage ruht er. n: u n rzvz» Durch den Sabbat kommt zur Ruhe unser Blui und unser Lebensstrom, der durch die Arbeitsleistung der Woche giftige Abfallsprodukte und Schlacken mit sich führt. „Nerven und Muskeln der stets gleichen und sich wiederholenden, stetigen Leistung der Berufsarbeit unterworfen, Herz- und Blutgefäße. . . werden einzig und allein durch des Saböattages längere Ruhedauer freigemacht von 10) Die Krundzügc der. mofnifdicn Gesetzgebung vom ärztlichen Standpunkte aus von Dr. Heilbronn. Zürich 18!)6. S. 0. 11) O'csb^o eipV 12) Aaginsky. die hygienischen Grundzüge der mosaischen Gesetzgebung. Vraunschlveig 1895. S. 12. . 13) Midr. r. 1 M. '.'lösch. 11; Tanchuma zu Kithifsa 2.30 2R* 11 und Sanhedrin 65 d. den durch die Arbeitsleistung angesammelten giftigen .Abfallprodukten und Schlacken" — meint der bereits - •; erwähnte Forscher") — und das sind vielleicht die 2'ivtr, die Schlacken des Flusses Sambation. - Schon die mrs* netw die besondere Seele, die dem Juden nach dem Talmud Beza 16 am Sabbat zu Theil - wird, oder mit anderen Worten, die Veränderung der ' Gedankenrichtung von dem Alltäglichen ab zum Höhe- ' ren ist dazu geeignet, die Wiederherstellung der Frische / von Körper und Geist zu unterstützen. In jedem Kiduschwcin erkannten unsere Weisen ' ein Lebensverlängerungsmittel, und in der That liegt in der freudigen, heiteren Sabbatheiligung ein Lebenselixir, wie es wirksamer nicht gedacht werden kann. Nicht umsonst sprechen wir beim pnp von den Worten ixn die Worte cr.% weil die Anfangs-, buchstaben dieser vier Worte den Gottesnamen ergeben." . Wollen wir uns von der Göttlichkeit, von der Erhaben-' heit des Sabbats überzeugen, so müssen wir be» .ar . - des sechsten Tages, dessen gedenken, was an ihm - in's Dasein gerufen wurde— des Menschen. Blicket hin auf die Krone der Schöpfung, auf den ~ Menschen, dessen Kopf den siebenten Theil seiner Körperlänge ausmacht und ihr werdet in den Ruf ausbrechen ewv'N "ten. Alles hat seine Grenzen, Himmel und Erde haben Grenzen, nur die Weisheit der Thora ist unbegrenzt! ..... Wenn Jemand — sagt Philo in seiner Abhandlung über die mosaische Schöpfungsgeschichte p. 29. die inneren und äußeren Theile des Körpers untersuchen wollte, so würde er bei beiden die Siebenzahl, , finden. Die äußeren sind folgende: Kopf, Brust, Bauch, . die beiden Arme und die beiden Beine;, die inneren aber, die Eingeweide genannt werden: Magen, Herz, Lunge, Milz. Leber und die beiden Nieren. Wiederum ' der herrschende Theil an den lebendigen Wesen, der / . Kopf besitzt sieben nothwendige Dinge: die beiden Augen, die beiden Ohren, die beiden Nasenlöcher und den Mund. Blicket hin auf die Krone der Schöpfung. auf das Werk des nmi rrv, auf den Menschen, und ihr werdet zustimmen den Worten: „Seitdem man in den übermüdeten Organen bezw. in den Muskeln im . Stande gewesen ist, giftig wirkende, die Organe schädigende Ausscheidungsstoffe auch chemisch nachzüweisen, und seitdem man erkannt hat/ daß die Ausscheidung . , derselben nur eine langsame ist, kann es keinem Zweifel. unterliegen, daß materielle, in der Physiologie des Organismus gegebene Grundlagen für die Nothwendigkeit der Sabbatruhe vorhanden sind und daß mit dem Gebote der vollen Ruhe eines Tages ein großes Gesundheitsgebot gegeben ist??) - . . Doch nicht nur gegen das Gift im Organismus . des Menschen, auch gegen das Gift im Organismus der-? 14) BagmSky a. a. O. /d . - . \ , 15) BaginSkq a. a. 0. S. 12; - " ' - . - I H.IH;