Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 50 (25.6.1903)
- Date
- 1903-06-25
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
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veröffentlichten Darlegung eingehend begründet. Zur wählt: Kahn-Wiesbaden. Car leb ach-Lübeck, Klarstellung dieser Angelegenheit in den betheiligten Samuel Strauß-Karlsruhe, Sänger-Mer- Kreisen wurde diese Darlegung sämmtlichen israelit. Gemeinden. Deutschlands zugesandt. — Auch während dieser Berichtsperiode waren einigemale gegen das rituelle Schlachtverfahren gerichtete Bestrebungen hervorgetreten, und hat sich der Vorstand auch hier veranlaßt gesehen, namentlich unter Verwendung der von der Vereinigung herausgegebenen Gutachtensammlung. sowie durch persönliche Vorstellungen ausklärmd zu wirten. Mit Rücksicht auf das preußische Gesetz über die „Fürsorge-Erziehung Minderjähriger" hat der Vorstand in einer an den preußischen Minister des Innern gerichteten Eingabe sich bereit erklärt, in vorkommenden Fällen der Unterbringung israelit. Pfleglinge geeignete, der gesetzestreuen Richtung angehörende, isr. Pflegefamilien zu ermitteln und in Vorschlag zu bringen. Seitens des Herrn Ministers ist hiervon den Oberpräsidenten Mittheilung gemacht worden mit dem Ersuchen, den Kommunalverbänden von diesem Anerbieten Kenntniß zu geben. Der Vorstand war bereits in der Lage, einer Provinzialbehörde derartige Familien namhaft zu machen, und richtet an die Vereinsmitglieder die Bitte, ihn in der Ermittelung solcher geeigneter Familien zu unterstützen. Einen weiteren Ausbau der Vereinswirksamkeit erblickt der Bericht in der in jüngster Sitzung des Ausschusses beschlossenen Veranstaltung von „Wandervorträgen". Diese Vorträge sollen solche Themata zum Gegenstände haben, bei deren Behandlung eine Förderung des gesehestreuen Sinnes und Lebens, sowie der Kenntniß und Würdigung des überlieferten Judenthums zu erzielen ist, und die eine anregende, für weitere Kreise leicht verständliche Darlegung zulassen. Das jähere über diesen in gesetzestreuen Kreisen gewiß freudig zu begrüßenden Plan wird der Vorstand demnächst veröffentlichen. Aus dem eingehenden Bericht über die finanzielle Entwicklung der Vereinigung entnehmen wir. daß der Verein in seiner Mitgliederzahl sowie an Zuwendungen und Jahresbeiträgen in den jüngsten Jahren einen erfreulichen Aufschwung zu verzeichnen hat. Ueberhaupt zeigt der Bericht aus allen Gebieten der Ausgaben des Vereins eine rührige und erfolgreiche Bethätigung und beweist zugleich, daß die Vereinslcitung mit aufmerksamem Blicke und umsichtiger Vigilanz für die religiösen Interessen des. gesetzcstreuen Judenthums der Entwicklung der Zeit gefolgt ist. — , Der Bericht wird allseitig mit lauten Bravo-Rusen entgegengenommen. Es erfolgt nunmehr der Bericht der Revisoren und Entlastung des Vorstandes. Bei der nunmehr stattfindenden Wahl des Ausschusses werden die nachfolgenden Herren neu- resp. wiedergegentheim, Cohn-Basel, Georg Marx-Königsberg, Lerner- Altona, Hackenbroch -Frankfurt a. M., C r a m e r - Frankfurt a. M., Bamb e r g e r - Hanau, Direkt. Lange- Frankfurt a. M. Zu Revisoren werden ernannt (wie auch im' Vorjahre) die Herren: Jacob E. Eisemann, Louis Feist. Aron Wolf, sämmtlich in Frankfurt a. M. Aus dem Kassabericht ist ersichtlich, daß das Vereinsvermögen ca. 46,000 Mk. beträgt. Es entspinnt sich eine längere Debatte über Propaganda-Vorschläge und werden verschiedene diesbezügliche Anträge zum Beschlüsse erhoben. Unter allgemein freudiger Zustimmung hat sich Herr Herrmann L e h m a n n, der seither bereits so erfolgreich für den Verein wirkte, bereit erklärt, seine schätzenswerthe Kraft auch fernerhin der guten Sache zu widmen. Rabbiner Dr. Cahn - Fulda beantragt eine Erhöhung der Jahresbeiträge, da der Betrag von 3 Mark zu minimal sei. doch wird vorerst von einer Erhöhung abgesehen. Redner findet begeisterte Worte für die Thätigkeit des Schrniftühres, Justizrath Hirsch, der die Seele der ganzen Vereinigung sei.' Der Dank der Versammlung wird ihm einstimmig ausgesprochen. Um 8*4 Uhr Schluß der Versammlung, die zur Befriedigung aller Teilnehmer verlief. ZerLrmgsrrachrrchterr tttsd Correspsnveirzerr. Deutschland. Potsdam, 24. Juni. (Telegramm.) Hier fand eine Delegirten-Versammlung der „Deutschen Thierschutzvereine" statt, in der beschlossen werden sollte, bei der Negierung dahin zu wirken, daß ein Gesetz erlassen werde, daß sämmtliches Schlachtvieh vor der Tödtung durch Schlag zu betäuben sei. Ein von der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums" abgeordneter Metzgermeister, Herr Mayersohn, stellte den Antrag auf Ablehnung dieses-Absatzes, und wurde derselbe hierauf auch mit Majorität abgelehnt. Rhina, Kreis Hünfeld. Am 29. Mai feierten der Kreisvorsteher Simon Hahn und dessen Ehefrau Fanny geb. Klebe in seltener Rüstigkeit, umgeben von ihren hindern und Enkeln, das Fest der goldenen Hochzeit. Herr Rabbiner Dr. C a h n aus Fulda, sowie der Landrath des Kreises Hünfeld waren bei ihm erschienen; letzterer überreichte dem Jubelpaare die goldene Ehejubiläumsmedaille, wobei beide Herren eine längere, ergreifende Ansprache hielten. Zur Feier des Tages schenkte das Jubelpaar der Gemeinde Rhina ein von Frau Kantor Silber-