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Der Israelit · 1903-06-25 · Heft 50 (25.6.1903) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 50 (25.6.1903)
Date
1903-06-25
Page
– (sequence 29)
Language
German
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44. Jahrgang. Fnit VminiWS sm die äntfrcicn i>ks oifljototn 5uknt6inti5. (VereinStag.) Frankfurt a. M., 24. Juni. In dem schönen, geräumigen und eleganten Hörsaale der Frankfurter Jeschibah fand heute der satzungsgemätze Vereinstag der in der Ueberschrift genannten Vereinigung statt. Vom Vorstande waren erschienen: Die Herren RabL. DrlDr. B ain.be r g t r-Wurzbürg, Breuer- Frankfurt a. M., Buttenwies e r - Straßburg, C a h n - Fulda, Carlebach - Lübeck, K a h n - Wiesbaden, sowie die Herren Wilhelm Hackenb r o ch - Frankfurt a. M., Justizrath Hirsch- Frankfurt a. M., Hermann Lehmann - Frankfurt a. M. und Sekretär Ginsberger -Frankfurt a. M. Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung mit einem tiefgefühlten Nachruf aus den hochherzigen Förderer der Vereinigung, den Heimgegangenen Baron Wilhelm von Rothschild, sowie auf die leider so früh dahingeschiedenen Vorstandsmitglieder, die Herren Rabbiner Dr.Dr. Auerbach - Halberstadt, K o r e f - Hanau. Zu deren Andenken erheben sich die Anwesenden von ihren Sitzen. Der Vorsitzende ertheilt nunmehr dem Vors. Justizrath Hirsch das Wort, der über die Thätigkeit des Vereins eingehend berichtet. Aus dem interesiantcn Bericht des Vorstandes über die Wirksamkeit der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums" während der Zeit 1900—1903, welcher — wie wir hören — demnächst im Wortlaut veröffentlicht werden wird — . heben wir Nachstehendes hervor: Der Bericht erwähnt zunächst, daß der bereits in früheren Jahren in Kreisen der Vereinigung wiederholt ausgesprochene Wunsch, für die Vereinigung die Rechte einer juristischen Person zu erlangen, sich nunmehr realisirt hat. Dem Beschlüße des jüngsten Vereinstages entsprechend, hat der Vorstand die Eintragung der Vereinigung in das Vereinsregister des Kgl. Amtsgerichts -u Frankfurt a. M. erwirkt. Die Vereinigung hat in der Rechtsfähigkeit, mit welcher sie jetzt ausgestattet ist, solvohl an Konsolidation ihrer Existenz, wie auch die für die ihr anvertrauten Interessen' förderliche Anerkennung als einer rechtsgiltig geordneten Organisation gewonnen. Die Wirksamkeit der Vereinigung charakterisirt der Bericht in zweifacher Richtung. Erhaltung, Pflege und Förderung des überlieferten Judenthums für den Einzelnen wie für die Gemeinden sei die eine hauptsächliche Richtung ihrer Aufgabe, aus welcher ihre vielf seitigen fürsorglichen Maßnahmen für die Besrief digung der auf dem Boden des gesetzestreuen Juden- | thums sich ergebenden religiösen Bedürfnisse resultiren.; j Seitens der Vereinigung wurden während der in Be- Kj tracht kommenden Periode Subventionen im j Betrage von insgesammt Mk. 16,200 gewährt, und j zwar an unbemittelte Gemeinden zum Zwecke der Bej soldung von Lehrer und Schächter, sowie zur Errich-; tung bezw. Reparaturen von Ritualbädern und Repa-. j raturen von Synagogen, zur Erhaltung bezw. Errichtung ritueller Restaurationen, Beihilfe zur Ausbildung zum Lehreberufe, sowie als Mohel und Sofer, zur Beschaffung ritueller Verköstigung während der: Militärdienstzeit u. s. w. Der Bericht gedachte in dieser Richtung ferner der Förderung, welche die Vereinigung israelit. Lehreroereinen zu Theil werden ließ, sowie der Bemühungen des Vorstandes, zur Beschaffung rituell zuverlässiger Thefillin und Mesusoth, und nicht minder der erfolgreichen Thätigkeit der Vereinigung auf dem Gebiete des unentgeltlichen Stellennachweises von an Sabbat unb Festtagen geschlossenen Geschäften. Die Vereinigung erblickt aber andererseits auch die Wahrung einer ungestörten Entwicklung des gesetzestreuen Judcnthums, wo solche gefährdet erscheint, durch sachliche Klarstellung in den betheiligten Kreisen, als ihre ernste Ausgabe. Von diesem Gesichtspunkte aus hat sie auf Veranlassung israelitischer Kreise im Großh. Baden die dort beabsichtigte „Aenderung der Thefilla";um Gegenstand einer in ihren ..Mittheilungen" veröffentlichten Darlegung gemacht Auf vielseitigen Wunsch wurde diese Darlegung mit geeignetem Schreiben an sämmtliche Gemeindevorstände und sonstige geeignete Adressen in Baden versandt bebufs Aufklärung über die Tragweite der auf die Einführung einer solchen abgeänderten Thefilla gerichteten Bestrebungen. und um den dortigen Glaubensgenossen in ihrer Beniübung, den Großh. Oberraih der Israeliten zu einem Abstehen von der beabsichtigten Einführung dieses abgeänderten Gebetbuches zu bewegen. eine förderliche Unterstützung zu gewähren. — Auch die in jüngster Zeit in jüdischen Kreisen, namentlich Norddeutschlands, hervorgetreteuen Bestrebungen zur Schaffung einer „Gesammtorganisation aller deutschen Juden" hat der Vorstand unter Hinzuziehung der Rabbiner-Kommission der Vereinigung zum Gegenstände eingehender, ernster Erwägung gemacht, und die bei einer solchen Organisation im Hinblick auf 'die leider bestehenden weitgehenden religiösen Divergenzen im jüdischen Kreise, für die religiösen Juteressen des gesctzestreuen Judenthums sich ergebenden schweren Bedenken in einer in Nr. 14 der „Vereinsmitthrilungen"

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