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Der Israelit · 1903-06-25 · Heft 50 (25.6.1903) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 50 (25.6.1903)
Date
1903-06-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Ausdauer verliehen Hai. uns trotz der schwersten Bedrückungen Jahrtausende unter den Völkern zuerhalten, das ist die ewig jung und unverändert bleibende Thora —das göttliche Gesetz!" Wilhelm Fr eyh an -Breslau. Ze?LrmgZrrachrichLerr imD Esrrespo«Derrrerr. Deutschland. Frankfurt a. M. (Belgrad und Bibel.) Wie man weiß, sind im Gegensatz zu den harten, grausamen, blutdürstigen Semiten und besonders deren unter dem Namen Hebräer in der Weltgeschichte auftretenden Zweige die Arier von jeher voll jenes ritterlichen Groß-Sinnes gewesen, der den Schwachen schont und nichts mehr verabscheut, als Hinterhalt und Verrath. Wie schön aber ist es, daß unseren^ Tagen, in denen so .manche altbewährte Tugend zu'wanken beginnt, ja zu sinken droht, leuchtende Exempel erstehen! Kaum hat die Welt sich über die weichherzige Langmuth russischer Behörden ausgewundert, welche christliche Milde anstatt des brutalen Rechtes walten ließen gegenüber einem Häuflein Bemitleidenswerther, die ein Weniges üch an Leben, Leib und Gut einer einzelnen Klasse von Mitmenschen zu vergreifen beliebt hatten — da erfährt sie mit Interesse, wie wieder eine Blntthat von seltener Ausdehnung und Gründlichkeit von dem. der ihre Früchte schmunzelnd erntet, zufällig einem Könige, nngesühnt gelassen wird. Ja, dieser zufällige König sieht noch in der von Königsmördern ihm daroebotenen Krone, der verbindlichst acceptirten, ein Geschenk von den „Gnaden Gottes". Welches Gottes? Nicht desselben sicherlich, der Herzen lentie und Gewissen schärfte in grauen Zeiten, die weit hinter dem Mittelalter zurückliegen, mit dessen vorweltlichen Zuständen jetzt die serbischen Greuel von den Achselzucken so vieler Zeitungsleser entschuldigt werden. Nicht desselben Gottes, der den „Juden-König" David, den wahrhaft Gottbegnadeten, im Heldengrimme aufklammen ließ, da sein langjähriger Widersacher König Jsboseih. der Sohn Sauls, „als er eben auf dem Bette lag und Mittagsruhe hielt," von zweien seiner Hauptleute, Rechab und Vaana, verrätherisch überfallen und hingeschlachtet war. und die Ruchlosen vor den Herrscher traten, ihm' ihre Glückwünsche zu bringen. Die Bibel <2. Samuelis 4, 5—6) erzählt den Vorgang so: „Sie brachten das Haupt J.sboseths zu David nach Hebron und sprachen: „Siehe da das Haupt Jsboseths, des Sohnes Sauls, deines Feindes, der dir nach dem Leben trachtete. Also hat Gott an diesem Tage unserem Herrn dem Könige Rache verschafft an. Saul und seinen Nachkommen." David jedoch antwortete ihnen und sprach: „So wahr der Ewige lebt, der mein Leben erlöst hat aus jeglicher Noth! Den Mann, der mir berichtete: Saul ist todt — und er glaubte doch ein guter Bote zu sein — den ließ ich ergreifen und tobten in Ziklag, statt ihm einen Botenlohn zu geben: wie viel mehr, wenn frevelhafte Menschen einen gerechten Mann in seinem Hause und auf seinem Lager erschlagen! Wie sollte ich sein Blut nicht fordern aus eurer Hand und euch wegschaffen von der Erde?" Dann gebot er seinen Leuten, und sie tödteten Rechab und Baana. Das Haupt Jsboseths aber begruben sie im Grabe Abners zu Hebron." Also empfand, also handelte ein Fürst, ein Judenkönig. vor fast 3000 Jahren, nicht zu lange nach Hammurabi, dem Semiten, sehr lange aber vor der Zeit, in der Peter, der Abkömmling des schwarzen Georg, den Mördern seines gleichfalls „von Gottes Gnaden" gewesenen Vorgängers dankbar zusagt, er wolle über alles Geschehene den Schleier des Vergessens breiten. (Frkf.Ztg.) Benthe« (O.-S.), im Juni. Am 7. dss. Mts. fand hier der „Verbandstag der Rabbiner OberschKsiens" statt.- Anwesend waren die Herren Rabbiner Cohn-Kattolvitz. Münz-Gleiwitz, Koppstein-Beuthen, Friedniann-Lublinih. LLwenihal-Tarnowitz, Kaatz- Zabrze, Böck-Oppeln, Emerich-Beuthen und Ellguter- Neisse. Aus den zur Verhandlung gelangten Punkten der Tagesordnung . heben tvir hier nur hervor eine Besprechung der Stellung der Rabbiner und eine eingehende Erörterung des Herrn Rabbiner Kaatz über die Stelle Deuteronomium 4,19., und ihre Auffassung bei Delitzsch (Bibel und Babel 2, S. 37). An die Ausführungen des Redners schloß sich eine längere Diskussion. Auf dankenswerthe Anregung des Herrn Rabb. Friedmann wurden einzelne Fragen von praktischer Bedeutung besprochen. München, 23. Juni. Hier erscheint seit vierzehn Tagen ein Schmutzblatt, Organ des Herrn W e n n g, unter dem Titel „Münchener christlich-soziale Zeitung". Gleich in seiner zweiten Nummer vom 14. dss. Mts. (vielleicht schon die letzte?) hat das Blättchen einen schweren Neinfall zu verzeichnen: Die von uns gebrachte Jjob - Uebersetzung des Altmeister Mendel Hirsch hat es ihm angethan. Es zitirt einige Verse „als Proben jüdischer Poesie" und knüpft daran folgende geschmackvolle Bemerkung: „Tie grobe Sinnlichkeit, die sich in den Klagen einer lamentirenden Jüdin offenbart, ist bezeichnend für die sexuelle Entartung des Volkes Israel. In nichts dokumentirt sich die unllberbrückliche Kluft zwischen Juden- und Germanenthum in schrecklicherer Art, als in den Volksliedern der beiden Rassen. Man

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