Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 50 (25.6.1903)
- Date
- 1903-06-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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O, das Schlimmste kommt ja erst. Noch weißt Du nicht, wer ich bin. Ich bin. Gottfried de Gourdon. der verschollene Knappe!". . . Wie von einer Viper gestochen fuhr Tirzah zusammen. „Allmächtiger Gott, so eile, eile, ehe das Verderben über mein armes, armes Volk hereinbricht. Fort, fort, denn schon kommen sie, die grausamen, blutdürstigen Feinde. Wer hatte das geahnt! Wer hätte das geahnt!" Und trotzdem ihr Herz dabei blutete, trieb sie ihn an, zu eilen. Er schwieg einen Augenblick. Ihm war, als ob er ein Geräusch im Gebüsch gehört hätte. Dann überkam ihn der brennende Schmerz der Trennung. „Ja, Tirzah." sprach er traurig, „ich mutz fort, denn ich darf Dein Volk nicht verderben. Ob es ihm wohl nützen wird? Tirzah, Tirzah, in welch' furchtbarer Gefahr lasse ich Dich zurück. Wie seid Ihr umbrandet ringsum von den Wogen, die hoher und höher sich wälzen. Q, dürft ich mit Euch fallen, mit Euch, dem heiligen Volke. Und wieder zurück müssen zu jenen Leuten, wie schrecklich, wie schrecklich. Könnt' ich doch alle zu Dir herbeiführen, daß Du auch ihnen leuchtetest das Licht Deines Herrn. Wie seid Ihr verkannt und missachtet, wie lieb' ich Euch alle und Dich." Er seufzte tief auf und fuhr voll Leidenschaft im Ton fort: „O Tirzah, sag' nur das Eine, gewähr' mir den einen Trost — o sag', auch Du wohl liebtest mich?" Aber die jüdische Jungfrau wandte sich zur Seite. „O sag' es, sag' es und gewähre mir den einen Trost!" Dringender redete er. und seltsam bewegt sprach sie leise: ..Ich sagte nicht nein! Doch laß ab davon." „Ich danke Dir, Tirzah. O wie wohl dos thut. — Tirzah," fuhr er fort und versuchte leise 311 scherzen.. „weißt Du, wie das bei uns ist mit unglücklicher Liebe? Sie dürfen nimmer heirathen." Aber Tirzah lächelte still: „Wie so schnell seid Ihr doch bei der Hand, zu entsagen und zu darben. Bei uns, da ist's ganz anders. Ich werde Euer vergessen, Herr Ritter, nicht ewig um Euch trauern. Ich werde einem frommen-, jüdischen Mann die Hand zum Bunde reichen. Denn nicht aus Leidenschaft geschieht dies bei uns. es ist Pflicht, das höchste Gebot. Es ist Pflicht des Mannes und der Jungfrau, das heilige Volk zu erhalten. Was hat das mit Leidenschaft zu thun?" Eine wunderbare Hoheit umstrahlte die Jüdin, wie sie so fest da sprach. Unwillkürlich fühlte jener sich mit hingerissen. (Fortsetzung folgt.) Hebräischer Briefwechsel. An dem hebräischen Briefwechsel wollen sich folgende Herren betheiligen, die sich unter sich geil, verständigen wollen: Simon Freu—Duna-Szerdahely (Ung.). Lehr. S. Eoblenz—Frankfurt a.M, OUendstr. 58. Jos. Mtmann—Breslau. Varadiesstr. 5. Mor. Hanau— Frankfurt a. M., Theobaldstr. 25. Fr. Friedmann—Sopran. Theatergaffe 10. Majorovics Jnguacz—Preßburg. Koffuth L. Pl. 29. Karl Sinai. Neligionslehrcr—Szaszregen, Hermann Ortner—Legenye- Mihalqi (Ung.). Präparant» I. Meyer, z. Zt. im itzr. Institut Schwabach, Rabb.-Cand. Samuel Feldmann— Rggyvarad (Ung.), H. U. Kader—Hunfahr (Zipsen) Lehrer Salomon Roßhändler— Ehrzanow. Stern Jeremias—Pöstyen (llng.). A. Tandesar— Zabrze. — 9!eu hinzugekommene Theilnehmer: Wolf Reich—Eperjes (Ung.), Dav. Fischer—Eperjes (Ung.).Also-Körut 16.M.Krajewski—! Jerusalem. Der „Israeliterscheint wöchentlich zweimal, Montags nnd Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend hoher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Me Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehr! durch V. 3F. Slrinarkrr, Leipzig, Rotzplatz jv. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Icchraang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr.. sür's Ausland l6 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3932. Telephon 19!5. Stellesuchende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine AuSgabe deö Jö-ae!!L" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post ans dieselbe unter Nr. 3933 abonniren. Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deck JnserttonSbetragS an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Lenzen: .£emmuanD: oninmiri h. uh. ocuuim, .ouuiw™. auu. _ „ StiliaU Her jtutitm Beilage: Freu- Bereinigung rttr du? J»tere»en des ortbodiwen ^udentbumS. — Zeit. Correspondenzen: Deutschland: Potsdam. Rhina., Ungarn: Budapest. Rns;lain--. Lodz. Ldena. - Miltheikttttgen a vereinen und für dieselben: Göttingen. —Jugenheim. Belletristisch« Bettage: Der Jude. lFortschung.) Pädagogische Beilage: Verein lut», eher NcllgwttLlehrer Ostpreußen«. nigSiiachrichten nnd aus de» jüd. -'lrnien- 'JWrimtJuortlic&e Redaction: OSear Lehmann ln Mainz. — Expedition de« Israelit'. Schottstraß« Kr. 2. Malnr. Druck und Verlag der Jod. Wirtb'sLen Hasbuchdruckecel Acti-n-ÄeseMchaft ln Main». HLerzrr vier BeUagrrr.