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Der Israelit · 1903-06-25 · Heft 50 (25.6.1903) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 50 (25.6.1903)
Date
1903-06-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1097 ses jtä'Vi er sein eigen nennen konnte. Wer aber so glücklich war. ihm näher getreten zu sein, der mußte ihn anstaunen als 12^121 pro einen Quell, der im Sprudeln sich selbst überbot, der in zv in tmc o'Dt zu Hause war, wie es heute nur wenige sind. Er gehörte eben noch der alten Schule an. jenen Großen, jenen heute so Seltenen, die in ihrer Jugend zu den Füßen der bnisn saßen, unermüdlich deren Lehren lauschten, ihrem Beispiele treu folgten auf Lebensdauer. Als einziges Kind frommer Eltern, erhielt er doch schon frühe einen solch' gediegenen Unterricht pTN7i2. daß er schon als Knabe in die 12'V' des damaligen berühmten Gräher 21: Rabbi Elia Gutmacher s. A. ausgenommen werden konnte. Zu seiner nsrc 12 hielt er eine selbst verfaßte nem, die schon von seiner großen Begabung und von seinem Wissensreichthum beredtes Zeugniß ablegte. Er blieb bis zu seiner Hochzeit ein pi2A i'r^ri des genannten Großen, um'dann im bewegten Leben als Geschäftsmann zu zeigen, wie ein Jude zu leben, zu wirken habe. Er hatte sich zu Laudenburg als Kaufmann ansässig gemacht und wußte durch einen lauteren Charakter, durch eine unverbrüchliche Ehrlichkeit die Hochachtung aller Kreise zu gewinnen, so daß er selbst hochstehende Beamte seine Freunde nennen konnte, deren unbegrenztes Vertrauen er ganz und voll besaß. Wenn er da auch ein fleißiger Kaufmann!var, für p'.im no^ fand er doch stets die nöthige Zeit; dazu war keine Morgenstunde zu früh, keine Nachtstunde zu spät. Er wandte selbst große Mittel auf. ein i'2i'2 in seinem Heimathsorte zu begründen und dann zu unterhalten. In Folge ungünstiger Zeitverhältnisse mußte er ^sich später wohl manche Entbehrungen auferlegen, doch das hinderte ihn nicht, dem Lernen in gewohnter Weise ..obzuliegen, 1^2221 Lm non nte unermüdlich zu üben. Seit etwa dreißig Jahren wohnte der nwn pnx in hiesiger Stadt. . Sein Haus gestaltete sich auch hier zu einem echten nun hv bux. Er verstand es, nicht nur seine Söhne in pinn einzuführen, für dieselbe zu begeistern, und seine Töchter für unsere nxex zu gewinnen, wer auch immer bei ihm lernen wollte, der fand ihn dazu stets bereit, und so.konnte man ihn in seinen Mußestunden bis spät nachts lernend und lehrend antreffen. Selbst am 2't? gönnte er sich mittags keinen Schlaf, um mit Jünglingen und Männern lernen zu können. * Ich erinnere mich nicht, auch nur ein einziges Mal in seine Wohnung zu ihm gekommen zu sein, ohne daß er in seine Folianten vertieft gewesen wäre, und wie strahlte da sein gutes Auge, wenn er nnxi 'vii'.i mittheilen konnte, wenn es ihm gelungen war, vermeintliche Widersprüche bnar* *1212 lösen zu können. Und war er einmal in seinen Mußestunden nicht zu Hause, dann konnte man sicher sein, daß er auf Mizwoth-Gängen sich befand, um für Dürftige und Leidende Spenden zu sammeln und für diese warm einzutreten, besonders wenn es galt, für arme '■vota 2'22N thätig zu sein. Was er aber nicht verstand? Die Gebrechen unserer Zeit zu beschönigen! Sein gerader Sinn ließ ihn die einmal erkannten Schäden mit scharfen Worten geißeln. Da kannte er kein Ansehen, keine Schonung! „In meiner Jugend," pflegte er dann zu sagen, „gab es keine solch' hohe Ansprüche, aber — wir hatten mehr prraa!" Daß dieser w p'ir keine 112x2 versäumte, selbst aus 12212 2'i-2 bedacht war. bedarf eigentlich keiner Erwähnung. Seine treue, fromme Gattin war ihm schon seit Dezennien xvrnpi xzhvb vorausgeeilt. Wenn ihn dieser Schlag auch schwer traf, so raffte er sich doch auf, um für seine Kinder zu leben, für sie zu sorgen. Er hatte aber auch das Glück, seine Kinder zu frommen Jehudim heranwachsen zu sehen, fromme Schwiegersöhne und Schwiegertöchter für dieselben zu finden. So gestaltete sich denn auch sein Lebensabend zu einem freudevollen; er wußte sich umgeben von der Liebe seiner .Kinder, beglückt durch das Erblühen vielversprechender Enkel und geehrt und geschäht von einem großen Bekannten- und Freundeskreis. Die Betheiligung zur 71112p am verflossenen Sonntag war eine imposante, und tvieder zeigten sich so recht p xin nx i2'2 vix brr> 1122.12' :bi2n 1121 X27I cbw* An der Bahre hielt zunächst einen warm empfundenen Hesped Se. Ehrw. Herr Rabb. Dr. Breuer: Er führte in schwungvoller Rede etwa aus: Pv 12 w'i px cx. Der Baum, von dem hier die Rede, ist ein Bild von dem rrn, welcher — wie jener durch seine Zweige und Blätter, Schirm und Schuh und Stühe bietet — durch sein Lernen, durch seine aufrichtige Frömmigkeit, durch sein Gottvertrauen für seine ganze Umgebung Schuh und Halt bietet. Bon einem solchen irr» heißt es: 'iivx 11121 xl? 12^2 'x 1111. Es gibt viele, deren Gelehrsamkeit man bewundern, verehren muß; deren Handeln und Thun aber steht gar oft im Widerspruch mit ihrem Wissen. Anders war es bei dem theuren Verblichenen, der nicht nur unermüdlich seine Mußezeit dem Lernen widmete, sondern der es sich auch zur Lebensaufgabe gestellt, in der Auffassung und in dem Sinne zu leben und zu wirken, wie er es bei seinem Lehrer, dem berühmten Gräher Rabbiner Eljahu Gutmacher s. A. gelernt und vor sich gesehen habe. Wenn der Schluß auch nicht berechtigt ist, daß schlechte Kinder entsprechende Eltern gehabt haben müssen, so könne man doch umgekehrt von guten Kindern einen Rückschluß ziehen auf deren Eltern, denen es sehr am Herzen gelegen sein mußte, sie in ihrem Sinne zu erziehen. /

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