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Der Israelit · 1903-06-25 · Heft 50 (25.6.1903) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 50 (25.6.1903)
Date
1903-06-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Schaufäden machen, zizispflichtig ist, wenn auch dem geoffenbarten Sinne dieses Gebotes gemäß durch die Himmelblaufarbe der Schaufäden, welche dem xaa -122 ähnelt, den Träger derselben an die göttlichen Gebote zu erinnern, dies nur bei andersfarbigen Kleidern. nicht aber bei einem rfrsn nte» ri'bv nothwendig scheint; weil wir, die wir den Glauben an Goit und an seine Thora unserer Philosophie voranstellen, an dem Glauben unerschütterlich festhalten, daß jedes Gebot viele Zwecke und Geheimnisse in sich birgt, die der menschliche Geist unmöglich fassen kann. Nicht so Korach, der, stolz auf seine Weisheit, glaubte, daß gar kein Zweck eines Gebotes, so es einen Hai — ihm verborgen bleiben könnte; er mußte an jws roxo, von der ihm nur der bereits erwähnte geoffenbarte Zweck bekannt war. dieser aber für alle Gattungen schaufädenpflichtiger Kleider nicht ausreicht, unbedingt straucheln, es mußte durch dieses Gebot in seiner Brust der Verdacht keimen, daß sich in der Thora ein Jrrthum eingeschlichen habe, was nur darauf zurückzuführen ist, daß die Thora keines göttlichen Ursprunges ist. Sehr leicht begreiflich ist uns nun, warum Korach, als ihm Moscheh in Folge eines Thoraausspruchs nsnav mbv rwr wb'-u r£on als schaufädenpslichtig erklärte, aussprach amn |o rmn. Und in ms rsms norm, wo es heißt rnmn npr. tixt, was laut Interpretation Raschis soviel bedeutet, daß dir die ganze Thora eine Satzung sei, daß es nämlich verboten ist. nach dem Zweck der Gebote zu forschen, glaubte Korach, eine Bestätigung seines Verdachtes in Händen zu haben, indem er dachte, daß Moscheh aus Vorsorge, um durch einen Jrrthum, der ihm in der Thora nachgewiesen werden könnte, nicht bloßgestellt zu werden, das Gebot der non» ms stiftete, um sich durch das darin enthaltene Verbot des Forschens in den ntwa. ’tara den Rücken zu decken. Diesen Jdeengang des Korach will uns der von uns gewährte Textmidrasch wiedergeben. ntws bi p'bnb mp nni ne. Was sah Korach ein, daß er sich ohne Bedenken gegen Moscheh auflehnen konnte, indem er ihn durch seinen Ausspruch üTOr'n p rffifi px zum gemeinen Eharlatan stempelte * ntn nam ms nans antwortet nun der Midrasch; er sah den Abschnitt, der über das Gebot der rothen Kuh handelt, welcher aber auch das Verbot des Forschens in den ’X'X nixo. enthält, was er als Vorsichtsmaßregel Moscheh's auslegte, woraus er folgerte, daß die Thora ein Machwerk Moscheh's sei, wodurch es ihm selbstverständlich schien, daß Moscheh sich bei irx* im», wie wir bereits erörterten, einen Jrrthum zu Schulden kommen ließ. Möge der Allmächtige die Zeit des heißersehntcn Erlösers nähern, und die Anhänger der Korach'schen Ansicht zur Ueberzeugung bringen, daß sie. gleich Korach bekennen mögen, daß narr Wi ne» twe* ZettungsnachriÄlen und Corresporrdeuzen. Deutschland. Berlin, 14. Juni. (Unlieb verspätet.) Die heutige Repräsentantensitzung der jüdischen Gemeinde war insofern sehr lehrreich, als man aus ihr lernen konnte, wie man eine Angelegenheit künstlich in die Länge ziehen kann. Außerdem war die Privakunterhaltung der Herren so laut, daß man kaum etwas verstehen konnte. Der Altersversorgungsanstalt ist von einem Herrn Rieß ein Legat von 10.000 Mk. überwiesen worden, die jüdische Lesehalle hat 300 Mk. und außerdem 200 Mk. Extra-Zuschuß erhalten. Herr Maurermeister Frenkel, der Fachmann der Baukommission, bedauerte. daß in diesem Jahre für eine eingehende Prüfung seitens der Baukommission keine Zeit bliebe, da die Reparaturen in den Ferien gemacht werden müßten. Für die Reparaturen werden 55,700 Mk. bewilligt. — Der jüdischen Arbeiter-Kolonie in Weißensee werden 600 Mk. bewilligt, desgleichen der jüdischen Gemeinde in Steglitz 1300 Mk. In der geheimen Sitzung wurde Herr Dr. Fuchs als wissenschaftliche Hilfskraft für die Gemeinde-Bibliothek angestellt. Diese Wahl ist mit Freuden zu begrüßen, da Herr Dr. Fuchs sich einer großen Beliebtheit im Kreise der Fachgenossen erfreut. E. R. Frankfurt a. M. Keine freudige Veranlassuna ist es heute, die mich zur Berichterstattung bewegt. Denn berechtigter Schmerz und tiefe Trauer hat auch weite hiesige Kreise ergriffen :anpn pix npbrt bis '2 ,iaax rwsBH’n ‘wem* yttd pxrr am ys*n y:nx x wirr am jüngsten p*t? hat er seine fromme Seele ausgehaucht, ist uns entrückt worden in jene Höhen, deren nur die wahren Frommen theilhastig werden können.-Tan vt ’n Ach, wo ist der Bescheidene, wo der Fromme, xjr&a sban msn? ’xn daß auch diese Zierde Israels, dieser Schmuck der Menschheit in den Staub sinken mußte x? ’xm xn by xa’aa wahrlich, darüber haben wir alle Ursache zu weinen. Was diesen echten ra p’-a: auszeichnete, ihn über andere „Fromme" erhob, das war seine unvergleichliche Bescheidenheit, das war seine schlichte, ungeheuchelte und deßhalb unbegrenzte Frömmigkeit! Er war ein großer Tan. weil er ein großer, anerkannter pafr gewesen ist. und er ward ein großer psA, um ein unübertroffener ein seltener tch sein zu können. Er war ein p'-tt, der es buchstäblich bethätigte: snh cx irso vb '2 naw pnnn brr navt min! Wer hätte es diesem bescheidenen, schlichten Manne angesehen, welch' edle Schätze von p'Trier in sich barg, welches warrb er in sich verbarg. Denn er ließ es niemanden ahnen, welch' großes mt'pa, welch immen-

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