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Der Israelit · 1903-06-25 · Heft 50 (25.6.1903) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 50 (25.6.1903)
Date
1903-06-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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raels zu lehren. Und bedarf es wahrlich keiner juridischen Gewandtheit oder besonderer Schlagfertigkeit durch das eben Gesagte das Lächerliche des Korachschen Protestes im rechten Lichte erscheinen zu lassen! Dann heißt es in der- Thora weiter: nt?d rvV'i bs bv':. -.Moscheh hörte dieses und fiel auf sein Antlitz." Es erscheint die Erzählung, daß Moscheh die Worte des Korachs hörte, ganz überflüssig, da wir dies ja auch ohnehin gewußt hätten. Ferner bedarf auch die Frage des an dieser Stelle anknüpfenden Midrasch's: na. „Was hörte er?" einer Erklärung, hörte er ja die Worte Korach's, auf welche sich doch eigentlich dieser Vers bezieht. Diese Fragen, welche sich in Folge der Uebersetzung des Wortes ycm mit „hören" von selbst aufwerfen. berechtigen zur Annahme, daß diesem Worte hier ein anderer Sinn als gewöhnlich beigemeffen werden muß und zwar ntya rrwi „Moscheh verstand." Es' hatte nämlich Korach in seiner Rede gegen Moscheh eine Beleidigung ausgesprochen, die aber in derselben diskret-sarkastisch.angedeutet ist, von ihr erzählt nun die Thora, daß Moscheh sie verstanden, worauf nun mit Recht die Frage des erläuternden Midraschs xvir» nv, was verstand er, was hatte Korach dem Moscheh eigentlich angedeutet, das zu verstehen besonderes Verständniß erfordert? bs .*nr.»r.» nrrtz? nvü wir werden hieraus belehrt, daß sie ihn eines Ehebruchs verdächtigten. Auch dieser Midrasch bedarf vielfach einer Erklärung, da in keinem der Worte Korach's die leiseste Andeutung dieses Verdachtes zu entdecken ist. Ferner ist es schwer denkbar, daß Moscheh trotz aller Verleumdungen ein solch schweres Verbrechen zugemuthet werden konnte. Der eigentlichen Beantwortung, dieser Fragen will ich eine Betrachtung vorausschicken und zwar: Unter den jüdischen Glanbensgrundsätzen nimmt die absolute Anerkennung der nvs m'n als.2'pbrr m*n als göttliche Lehre, eine hervorragende Stelle ein, und wird demnach ein solcher, der die Wahrheit dieser Glaubensgrundsähe, der die Göttlichkeit auch nur eines der Gebote, welche die Thora enthält, in Abrede stellt oder diese nur in Zweifel zieht, zum Leugner an dem Gotte Israels, in Folge dessen die Ausübung der ' Gotiesgebote für seine Seele von dem wohlihätigen Einfluß nicht begleitet sein kann, den dieselbe auf die Seele eines wahren Gläubigen auszuüben im Stande ist; denn ein solcher, mag er auch ein großer Thoragelehrter sein, die mss sogar praktisch ausgeübt haben, hat die Theilhaftigkeit an dem zukünftigen Leben. . das höchste Glück der Menschen, verwirkt, denn nur r.’vn die Lebre Gottes, das heißt wenn sie im Bewußtsein ihrer Göttlichkeit geübt wird, und auch nur dann ncwi, wenn dieses Bewußtsein ihrer Göttlichkeit bei allen, auch von dem menschlichen Verstand nicht dikiirten Gebote, rege ist, dann und auch nur dann re: rcnpa ist sie erquickend und heilbringend für die Seele, nur dann wirkt sie wohlthätig auf dieselbe ein. Doch ist diese Meinung von der Göttlichkeit der Thora keine allgemein getheilte. Schon im Alterthum und noch heute in unserer Zeit herrscht vielfach die Ansicht, daß die Thora nicht von Gott gegeben, sondern ein' Werk Moscheh Rabenu's sei, welche so schön.und erhaben zu schreiben ihm Dank seiner überaus seltenen Weisheit gelungen ist. Nicht zu kühn ist die Behauptung, weny ich Korach als Verfechter, sozusagen als den Vater dieser Ansicht bezeichne, denn so heißt es auch im Midrasch: „Er erhob sich und machte ganz himmelblaufarbene Kleider, und .so kam er zu Moscheh und sprach zu ihm: „Unser Lehrer Moscheh, ist ein Kleid, ganz aus himmelblauer Farbe, zizispflichtig?" „Jawohl," antwortete Moscheh, „denn so heißt es: Du sollst dir Schaufäden machen." Zu jener Zeit sprach .Korach aus: „Die Thora ist nicht von Gott. Moscheh kein Prophet und Ahron kein Hohepriester." Ein Unterschied ist jedoch zwischen Korach und den jeweiligen Anhängern seiner Religionsphilosophie zu bemerken, es können nämlich, und wie es auch in der Regel der Fall ist, letztere die Existenz einer höheren Macht. welche das Weltall und die darin befindlichen ' Geschöpfe erschaffen und dasselbe fürsorglich hütet und regiert, in Abrede stellen, und somit den Götzendienst, wenn auch nicht als Pflicht, jedoch als statthaft und zulässig finden. Doch nicht so Korach, der die göttlichen Wunder in Egypten, am Schilfmeere, wie auch in der Wüste mit eigenen Augen sah. er, der auf Sinai die zwei ersten Gebote unter Posaunenschaü und Donnerstimmen aus Gottes Mund verkünden hörte, der mußte die Existenz und Einzigkeit des Schöpfers zugeben und dies aufrichtigen Herzens zu glauben als Pflicht eines jeden Israeliten, dem diese Gebote aufgeiragen worden, anerkennen, wenngleich er auch die Pflicht, die ganze übrige Thora zu befolgen, in Folge seiner Behauptung, daß sie Moscheh's Werk sei, bestritt, indem er nur die zwei ersten Gebote als von Gott gegeben, anerkannte. Obenerwähntes wollte nun Korach in seinem Proteste dein Moscheh Bipnp n~*n dv 'o 02b n andeuten, in welchem eigentlich die Worte 'n c-rnn ganz überflüssig scheinen, da das Verweilen der göttlichen Glorie in Israel eine selbstverständliche Folge der allgemeinen Heiligkeit ist. von der Korach spricht. „Zuviel Würde für Euch." macht er ihnen den Vorwurf, „denn die ganze Gemeinde besteht ja aus Heiligen, und haben sie ja alle gleich Euch die Gebote: „Ich bin dein Gott und du sollst keine fremden Götter haben," am Sinai von Gott verkünden gehört, und warum erhebt Ihr Euch nun? Euer etwaiger Einwand. daß Ihr deßhalb gegen ganz Israel Vorzug verdient, weil Ihr die übrigen allein von Gott

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