Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 49 (22.6.1903)
- Date
- 1903-06-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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So schenkte der Herr selbst Gelingen dem Juden David ben Sebulon, um ihn als Wahrzeichen aufzustellen für kommende Zeiten.-?• XL ' Inzwischen kam der Frühling in's Land.. Die.- gefesselte Natur rrwachie zu neuem Keimen und Blühen. Milder, warf die Sonne den lachenden Strahl auf's- Angesicht der Erde. Es schüttelten die Thiere den starren Bann des-Winters ab und blickten verwundert in die verjüngte Welt.' Da erhob sich unter ihnen Helle . Freude/ Lustig sprangen in de» grünenden Wäldern, die flinken Rehe/Herum, schlaftrunken verliest der Hamster /seinen dunkeln Bau und die Nachtigall Hub neue Lieder an im sicheren Schutz des Gebüsches. Sie alle waren wie wiedergeboren.. Vergessen die Drangsal des harten Winters, vergessen Hunger,-Kälte, Schnee/ der Frühling war ba;unb mit ihm neues / Leben und neue ßufLT'i;/ sr's lr:;V- -/ Aber die Menschen in jenem Jahre mochten'nichts vergeffem; Sie wandten das Auge vom heiteren Frühling 'und brüteten .ungestört die Plane des Hasses und. der Leidenschaft,^.: .// / Anders die Juden. Nicht ihrer Willkür war die Feier des Frühlings überlassen, daß.sie in den Zeiten getrübter Stimmung ihr Herz davor verschlossen. Keine That ihres Lebens entschied je ihre Stimmung. Ueberall waltete über ihnen das Gesetz/ und das Gesetz befahl, daß sie trockneten die Throne/ verbannten den Kummer, verscheuchten das Leid und sich aüfmachten, zu feiern die Feier des Frühlings, das Fest der einstigen Erlösung. ..Merkwürdig/ daß gerade, diese Zeit so häufig zugrößten-Qualen, bestimmt war. Wollte da- -mit der Herr. Seinem Volke zu verstehen geben, daß es sich unwürdig gezeigt/vom Herrn'befreit zu »»erben? Mit dem weißen Mönche schien das Verhängnis; der Juden nach Jork gekommen zu sein. Schon loderte der Haß, schon brannte die Gluth des tollsten Fanatismus. , Er aber goß noch Oel in das Feuer und erhitzte zu ui Wahnsinn die Geister. . -. Denn besonderer Mittel bedurfte es in Uork. das M'lübad zu bewirken. .Hier hgktendie Juden'lange Jahre in Ruhe gelebt und'waren geachtet; soweit dies .überhaupt ,möglich. war.'Es bedurfte eines' besonderen Anlasses; de» Käiiipf zürn Ausbruch zu bringen.- Da- , für nun sorgte -der Mönch. '' ' ' Er.spengte das Gerücht aus, die Juden bätten^den Kn^ps>enlGoitfried.dLGourdön..den man -schon: längere 3Ä.hejchiItr> ermckrDt, um sein Blut zu den Passa- . suchen zu gebräüihen.^ - . n^-.H-DL-NryW'/^;eM^ j Beschuldigung .' überraschte^ WMEseglüuh^'- ^Und/es'-wari gla«KeM> Yä^:- KL | sriedigürlg^rhres' Fanatismus erhofften; es glaubten die Bürger daran, weil sie die'Wohlhabenheft-der; Juden beneideten; es glaubten die Edelleute dakchr/ weil sie Schuldner der Juden waren. So verstrichen^ sich viele Gründe, das Verderben der Juden zu schnneHen. - Die Wuth der Christen . kannte keine 3 Hrtnzen mehr. In jeder Minute hätten sie das BlutbiM öegonnen/wenn nicht der Befehlshaber der ZitgdeMihrer Stadt mit seinen Kriegssnechten sie ein-wetngMmge- - dämmt hätte/da dieser da^ Strasgerich^Wchtxks, das die Könige nach vollbrachter That, von der siech^nsVorthcil zogen, häufig über die Anstifter verhängtem Aber der weiße Mönch that noch mehr. Cr-sbollie den »Christen auch einen offenbaren Beiveis Verbrechens der Juden zeigen, dann, das'wüßt^ W war deren Schicksal besiegelt.. | Er verstand; es, sich eine Leiche/ zü' /versMisfen. Dieser Leiche brachte er eine tiefe ./Schniiswstnde am Halse bei und zapfte ihr,das Blut ab.Dastn überlegte er, wie er sie in's Judenviertel spielen. kotinte^/da die Thore stets verschlossen waren und kein. Men^chHunerkannthineinkam. f p| Bald fand er das richtige Mittels Ar e^fsihß, daß as Haus des verstorbenen Juden Büruch'-W dem Garten bis an den Ouse stieß. Auf dem Flstsse-konnte man daher diesen Garten erreichen. \ V/*' M Er miethete ein Boot, hüllte sich ist .er)reD-weiten Mantel, der auch die Leiche verbarg, utA'HichWämmerungszeit, da sich das Dunkel auf die Erde/senkte, ließ er das Boot in den Fluß, stieg selbst^histem und glitt langsam in unheimlicher. Stille iibeorden/kuhigen Rücken dahin/- Voll Entsetzen hörten-die Juden .von/det/furchtbaren Beschuldigung, die gegen'.sie/eHKy' Mrdest chgx. Also nicht einfach morden wollte man sie, .. .Erst, entehren, dann tödten. Unendliche Bitterkeit, erfuMdw Herzen der Unglücklichen. Wilder Haß kochte im Busest der Jünglinge. Die knirschten mit den Zähneü'-Vb'der neuen Schmach, die dem Volke. der Judest wat, üyg^- than worden, und zum er.st.en Male stieg ln ..ihntzr brennendes Verlangen nach Räche astf.' '/Nstr.M.itM.ühe vermochte David ben Sebulon.sie;zurückzuhaltK,;chaß sie die Thore-öffneten und sich vstss Gk'i.innj HüMje/Perhaßten stürzten, die ihnen solches-zufügten., Er yieh sie warten,,bis die Zeit' gekommen wäre.///, ///, .Es dauerte sänge,'bis auch Jehuda'die schlimme Kunde e.rfuhr. Seit deiis Tode Barüch's blieb. er/sch«u und zurückgezogenr Mit^ den übrigen Jünglingen wer- —^Dcr- ^cha^/tm^Drna7^die-'^ alte^-Haushälterin, ihrer Herrin das neue Unglück berichtete;-das nun die