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Der Israelit · 1903-06-22 · Heft 49 (22.6.1903) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 49 (22.6.1903)
Date
1903-06-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ZettrmgsNLchrichLerr unv Eorrcspouderrze«. Deutschland. Mainz. Der „Verein zur Beschränkung des Wanderöettels in Mainz" versendet seinen achten Jahresbericht. . Demselben ist zu entnahmen: Das achte Jahr des Bestehens des Vereins zeigt, gleich den vorhergegangenen Jahren, das Bild ruhiger Weiterentwicklung. Die Mitgliederzahl ist um zwei zurückgegangen; die Jahresbeiträge betragen 4264.50 Mark (gegen 4367 Mk. des Vorjahres); die Geschenke weisen dagegen eine kleine Zunahme (von Mk. 55 des Vorjahres gegen dieses Jahr Mk. 327) auf. Auch die Ausgaben bewegten sich auf der ungefähr vorjährigen Höhe, so daß beim Vergleich der laufenden Einnahmen und. Ausgaben sich ein kleiner Ueberschuß von 168.76 zeigt. - - - . - Wenn wir in Vorstehendem ein ziemlich zufriedenstellendes Bild unserer Thätigkeit im verflossenen Jahre gegeben haben, müssen wir zu unserem Bedauern die Befürchtung aussprechen, daß der Ausblick auf das kommende Jahr nicht allzu rosig erscheint. Die zur Genüge bekannten Gräuelscenen in Kischinew und die neuen harten Gesetzentwürfe in Rumänien dürften viele unserer armett. bemitleidenswerthen Glaubensgenossen bestimmen,' den häuslichen Herd zu verlassen^ um Hilfe suchend in der Fremde ihr Heil zu versuchen. Es dürsten vielleicht schon demnächst Flüchtlinge und Auswanderer unsere Stadt berühren -und die Mohlthaten unserer Kasse in An-- spruch nehmen, - und wenn wir auch nicht ausreichend helfen können, so wollen wir doch, soviel dies in unseren,Kräften steht, ein Scherflein zur Linderung der augenblicklichen Roth beitragen. : . Wir wenden uns deßhalb immer wieder'an unsere verehrlichen Gemeinde-Mitglieder mit der Bitte, unseren Verein — außer den Jahresbeiträgen — auch bei sonstigen Gelegenheiten durch Zuwendung von Gaben in die Lage zu versetzen, allen an uns herantretenden Anforderungen möglichst ausgiebig gerecht .p werden; Berlitz. Einem, tragischen Ereignisse ist hier ein junger österreichischer Arzt zum Opfer gefallen. Dr. Milan Sachs,, ein. gebürtiger. Agramer. hat bei Ausführung bakteriologischer Arbeiten, den Keim der furchtbarsten . Epidemie, der Pest, in sich ausgenommen und ist der. Beuche erlegem. Die-Leiche wurde sofort nach -erfölgter Obdultion auß behördliche Anordnung von einemLeichenwagen-der jüdischen Gemeinde in,Kr ChaK<- abgeholt unL unmittelbarmach dem Eintreffen auf Km Wischen Friedbose: in Weltzensee ohne.westere.- Trauxrzeremoine S^erdigst - ..SoryüaL Äwrgests utz ± 8 Uhr fa&ftraf dem. geschlossenen 'Grabe eine Leichen- - feier'itattrs^>r2>Lr^Rabbrner.5DrL^'Es,-ch el cherch^hielt.^ die Trauerrede, in der er mit ergreifenden Wortes das < tragische Ende des jungen Arztes schildere-MM den - von Schmerz gebrochenen Eltern, welche aus- Agranz herbeigeeilt waren, Trost' zu spenden suchte '.SamMt^ liche Mitglieder des Instituts für Infektionskrankheit, ten, unter Führung des stellvertretenden..Direktö^ Geheimraths Dönitz, nahmen, an der Leichenfeier-. thM Die zum Institut kommandirte'n Militär-Aerzte wären: in Gala-Uniform erschienen. Auch die'. AerM.W.^ Charitch welche den Kranken behandelt, hatten. ssch eiH gefunden. Einer der zum Institut kommändirtew Sanitäts-Offiziere legte einen. Lorbeer kränz'nustdenü Grabe nieder. Aus Oberschlesien. Das Zentrum scheint rntmek mehr in Antisemitismus zu machen, so sehr .ihin Auch' die Stimmen der jüdischen Wähler am.Herzen.,lteHeiU Aber ein bischen Antisemitismus ist imytex gütass Wahlparole, wenn man sich an die niederen Volksmassen wendet. Die Juden sind, äss Blitzableitergu^ für so Manches, von dem man die Augen abgewendef wissen will. Auch , hier — in einer/Hychburä des Zentrum — hat der letzte Wahl'-'Auftnf für Kattowitz- Zabrze manches Interessante gebracht. Der Aerger^ der durch das Wuthgefühl die Klarheit des Denkens trübt, hat auch hier Gedanken-reifen lassen, die die innersten Bestrebungen des Zentrums und seine-Gesinnung klar aufgedeckt hat.. Da witV'dei freisinnige Kandidat , sofort zum „Kandidaten.des # U? d i s ch e n. G r.o ß ka p i t a l s",. der da.eintrist,/,W die Interessen des jüdischen. Großkapitals, die.treibende Kraft des Freisinns und der Sozialdemokrasse, ieithe^ Singer König geworden." Und mit bewunders'wer.th'eln Scharsinn werden die Kischinewer Excesse in den .Be-- - reich der Wahlbewegung gezogen und die Ursachen >i)evselben ausgeklügelte Jetzt wissen, wir. genau,^lvetU alledem schuld hat; es klingt fast wie eine BlasPhMie/ wenn in jenem Wahlaufruf steht: „Die ausgleichende' Gerechtigkeit Gottes." So werden, auch , h^ü je! dick Unschuldigen. gläubigen Juden in Nüßländ'he!ntges«cht als Opfer für die. Sünden ihrer ungläubigenPrudA in Deutschland,, welche in freventlichem UebeplNnH'% Wort und Schrift. In der .Presse tagtäglich die'chrlsskr; die', katholische.Religion in,den Sjaubziehen^chid 'mit dem Koth der Berläumdung bewerfen."': Abgesehen von der durch nichts bewiesenen letzten Behauptung; eröffnet das'Zentrum hier den.„unschuldigen,,Lustigen Juden" asser Länder eine-sehrberuhigendeMnssicht, .wenn es meint, daß eppsüelle Verfolgungen.'HM selben'sich so leichte mit der „aüsgleicheyden- Gerechtigkeit Hott.es" erklä^n lassen,- welche^ die Gläuhige'n für „die-Sünden ihrer ungläübraen ßzütyp" ^Äinffuche. Wahrlich, klug gesprochen, -edlerWWkrrjÄ^^M^ aufrufes! Allzuvsil Stimmen - hakt er ^vchs^jüd.' dem Centrum nicht' zugefüärt ünd.wärK<Z'auH^sur Ke ^Stichivah^michL.-embringech Winvkhorst's WL''Mber's

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