Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 48 (18.6.1903)
- Date
- 1903-06-18
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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verständlich, um von selbst gemerkt zu werden. Die Auswahl der Agadastücke aus dem Talmud ist nach den einzelnen rrrr.c geordnet und so für jeden rzv ein gewisses Pensum festgesetzt, das auch im ganzen leicht bewältigt werden kann. Es ist unmöglich, im Rahmen einer solchen Besprechung alle Einzelheiten des Stoffes noch besonders zu berühren. Es soll nur noch darauf hingewiesen werden, daß auch die Fest- und Fasttage des Jahres durch Betrachtungen gewürdigt sind. Besonderer Beachtung empfehlen wir die Abhandlung „Schule und Haus" in •£. Den Werth des Buches erhöhen die im Anhang abgedruckten „Sprüche der Vater" in der klassischen Uebersetzung von Dr. M. S a ch s s. A. Auch dieser Theil wird der Tendenz des ganzen Buches gerecht, „ein treuer Freund des jüdischen Herzens zu sein," um „die jüdische Gesinnung zu stärken und zu heben," wie der Neubcarbeiter, Herr Dr. Bamberger, im Vorwort sagt. Das Buch wird sicher die weiteste Verbreitung finden in Schule und Haus. Und wir tvünschen dem Neubearbeiter, es möge ihm gelingenauch seinen eigenen Plan eines solchen Volksbuches durchzuführen, wovon im Vorwort die Rede ist, „unter besonderer Berücksichtigung des Raschikommentars," der so r e i ch ist an fein psychologischen Deutungen der Schrift, an kurzen Hinweisen auf Midrasch und Talmud, die einer weiteren Ausführung sehr fähig sind. K—r. Tr. M Tavid. Biblische Lese stücke 1. Arnos und Hosea. (Bochum 1903.) Selbstverlag des Verfassers. Preis 60 Pfg. ' Der junge Rabbiner von Bochum, der die jüdische Litteratur schon um zwei bedeutende Schriften bereichert hat, wendet sich in diesem Schriftchen der Schule zu. Er will bei der Jugend Liebe und Begeisterung für die prophetische Litteratur wecken, und das ist ihm gelungen. Das Schriftchen enthält einen kurzen Lebenslauf der beiden Propheten und eine Würdigung ihrer Thätigkeit in der Zeit, in der sie lebten. Aus den Reden beider Propheten sind einige Kapitel mit kurzen Erklärungen und entsprechender Uebersicht gegeben, genügend, um die Jugend lnit den Propheten bekannt zu machen. Wenn die anderen noch erscheinenden Schriften sich in den gleichen Bahnen bewegen, kann dadurch ein gutes Schulbuch für die „Oberklassen der höheren Schulen" entstehen. W. - Rschd. Jiid. Wissenschaft. Ginsburger, Dr. M. Pseudo-Jonathan (Thargum Jonathan ben llsiel zum Pentateuch). Nach der Londoner Landschrift herausgegebem Berlin. S. CalvaryLEo. 1903. M. 8. XXI und 366 S. Mit einer für die Exegese und ihre Geschichte sehr werthvollen Edition des Targum Jonathan zur Thora hat Ginsburger unsere Litteratur bereichert, für dre er des Dankes aller um diesen Litteraturzweig Jnteressirten sicher sein darf. Zu der bis jetzt gekannten Version der Editio princeps, die Ascher Fortes im Jahre 1591 bei Bragadin in Venedig erscheinen ließ, gesellt sich nunmehr eine zweite, die mit der ersten Wohl verwandt, aber mit ihr nicht identisch ist, es ist dies die vorliegende Ausgabe, der ein Manuskript des Britisch-Museum aus der Sammlung Almanzi's zu Grunde liegt. Mit großem Fleiß und in ernster, nachdenklicher Arbeit ist der Text vdn Fehlern befreit und richtig gestellt worden, dennoch wird man die vorgeschlagenen Konjekturen, die der Verf. auf S. V. anführt, dankbar acceptiren, denn sie enthalten theilweise vortreffliche Lösungen einiger schwieriger Stellen. Auch die Quellennachweise haggadischer und halachischer Zusätze reichen, wenngleich sie nach des Verfassers eigenem Geständniß auf Vollständigkeit keinen Anspruch erheben wollen, zum Verständniß des Textes nicht nur vollkommen aus, sondern bieten auch durch zahlreiche Hinweise auf die neuere Litteratur manche literarhistorische Belehrung und Erklärung. Nicht minder dankenswerth und bedeutsam ist die vom Verf. seiner Edition beigegebene Einleitung, die in mehrere Kapitel eingetheilt ist und verschiedene das vorliegende Targum betreffende Fragen behandelt. Erfahren wir aus dem ersten Kapitel alles Nähere über Handschriften und Ausgaben des Targum Jonathan, so bietet das zweite eine wichtige Untersuchung über die Entstehung der falschen Bezeichnung dieses Targums als desjenigen des Jonathan ben Usiel. Der Verfasser weist nach, daß die falsche Bezeichnung überhaupt erst in kabbalistischen Kreisen u. zw. vermuthlich in Italien etwa im 13. Jahrhundert entstanden ist. während alle früheren Schriften und Gelehrten nur .von der Existenz eines Targum Jeruschalmi resp. Targum Erez Israel wissen. Dieser Nachweis des Herausgebers gewinnt eine weitere Perspektive durch den Umstand, daß unser Targum in der That eine ganze Reihe von Engelsnamen und mystischen Begriffen enthält, wie sie die spätere Kabbala entwickelt und ausgebildet hat. vergl. Targ. Jon. Gen. 5. 24; Deut. 34, 6 und a. Man darf daher nunmehr der Vermuthung Raum geben, daß die falsche Auflösung der Abkürzung wohl nicht ganz absichtslos und zufällig erfolgt ist. Das dritte Kapitel spricht von dem Verhättniß Pseudo-Jonathans zum Targum Jeruschalmi und erweist auf Grund von Citaten spätmittelalterlicher Autoritäten die Existenz eines Targums Jeruschalmi noch für das 16. Jahrhundert, das sowohl von Fragmententargum, dem gemeiniglich Jerusalemisches Targum genannten, als auch vom Targum Jonathan verschieden war. Das vierte handelt von dem Verhältniß Pseud. Jon. zu den FragmrnLrntargumin und stellt durch Ver-