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Der Israelit · 1903-06-18 · Heft 48 (18.6.1903) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 48 (18.6.1903)
Date
1903-06-18
Page
– (sequence 26)
Language
German
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den. wird jeder, der den Talmud nicht nur zu „lesen" versteht, sondern ihn lernt, auf seine Rechnung kommen. Wer schon je in der Werkstatt dieser Meister gewesen und ihren wissenschaftlichen Apparat, mit dem ste arbeiten, gesehen, muß die überaus fromme, verklärte, Geist und Leben dem Talmudstudium weihende Hingebung, die sich in diesen Auseinandersetzungen kundgibt, mit höchster Anerkennung bewundern. Und der gelehrte Verfasser, dessen Aufgabe es ist, die gewonnenen Urtheile einer genauen Prüfung zu unterziehen und sestzu stellen, inwieweit sienach Maßgabe ihrer Richtigkeit der Schlußfolgerung beachtet zu werden verdienen — gibt nicht allein das ihm vorliegende Material wieder, sondern zeigt an vielen Stellen, daß er als rrn das Gesammtgebiet des Talmud kennt und viele nrciD beherrscht. Vei der großen Fülle und Mannigfaltigkeit des verarbeiteten Stoffes ist es schlechterdings nicht möglich, die einzelnen willkürlichen, falschen Deduktionen richtig zu stellen. Auch gehört dies nicht in den Rahmen der Besprechung. Im Allgemeinen möchte ich dem Verfasser folgende Winke geben: 1) Religiöse Probleme, die ntsm&i na^nb sind, müßten eine eingehendere Behandlung erfahren, und möge der gelehrte Verfasser die anerkannten 2's:rr: zur Meinungsäußerung einladen. Das geistvolle Frage- und Antwortspiel belebt ja den Vortrag, aber bei einer Entscheidung muß die logische Klarheit, des Gedankens richtunggebend sein. 2) Die Spalten, in welchen die jungen Akademiker zu Worte kommen, möchte ich nicht amna mxen sondern treffender xxwn '2 benennen. Vergl. ''tn in rra-Q 57 a und Targum I Chronik II 55 zu pay. 3) Bei all der Tüchtigkeit des Herrn Schwarz ist es nicht seine Sache, gereifte Männer mit a-n pwn der jnn und dgl. zu betiteln. Es wird diesbezüglich viel gesündigt und möchte ich den geehrten Verfasser blos aufmerksam machen, daß Herr Seminardirektor Dr. Hoffmann in Berlin, der mit s.i'N bezeichnet wird, manchem Rabbiner, den Herr Schwarz Gaon nennt, voll und ganz die Wage hält. Es liegt mir fern, das rrx'pai «Dirn mancher Rabbiner anzuzweifeln, doch in einem wissenschaftlichen Werfe müssen solche Bezeichnungen aus leicht begreiflichen Gründen wegbleiben. Trotz dieser, kleinen, äußerlichen Ausstellungen, die übrigens nur einer subjectiven Ansicht entspringen, bleibt das im Anfang gefällte Urtheil, welches die Zeitschrift als höchst nützlich und anregend hinstellt, voll bestehen - D 0 brisch, p**? innn n:t? ’a'cfr ns. - Rabbiner Dr. S. W. Link. was ba bv in wsn wra .2^21 •sa/lSID iscrn pww aa ,pa p,-;s jfro'rm p-*3?2 nerw .trpxa pp-rax aa:r *1 a*n nxs Rabbiüer, Prediger und Schriftgelehrte, die häufig in die Lage kamen, bei verschiedenen freudigen und traurigen Anlässen öffentliche Ansprachen und Vorträge zu halten, werden dieses Werk des gelehrten Pakscher Oberrabbiners mit Freuden begrüßen. Es ist der fünfte Band des umfassenden und inhaltsreichen Sammelwerkes, mit welchem der würdige Verasser die homiletische Litteratur bereichert hat. Mehrere ähnliche Werke seines berühmten Vaters b’xr a£*a pxy: n pxn wurden von Fachkreisen mit großem Beifall ausgenommen und sind heute vollständig vergriffen rraxa r.'jna xaa Auf diesem vorgezeichneten Pfad arbeitete der würdige Sohn weiter, indem er die reichhaltige Sammlung bedeutend vergrößerte und die einzelnen Midraschim nicht nur nach Wochenabschnitten, sondern auch mit Beziehung auf verschiedene fteudige und traurige Anlässe passend gruppirte. Auch der geübteste Darschan wird von diesem Sammelwerk ausgiebigen Nutzen ziehen und dem verständigen Herausgeber dankbar sein. Fast auf jeder Seite finden sich auch herrliche Erklärungen einzelner Midraschim aus alten und neuen Schriften, die nicht Jedermann zugänglich sind. Die. sporadisch vorkommenden eigenen Kommentare des Verfassers sind auch recht geistreich und zutreffend. Für den edlen antiken Geschmack des gelehrten narc zeigt auch der Umstand, daß in diesem hauptsächlich der Agadah gewidmeten Werke' nahezu siebzig halachische Fragen im Zusammenhang mit den einschlägigen Thematen robrb ws?e*n ausführlich behandelt werden. Druck und Ausstattung sind auch vorzüglich. Das Werk ist vom Verfasser: Oberrabbiner Josef Sofer in Paksch (Ungarn) zu beziehen. Möge er durch zahlreichen Absatz die Mittel erlangen, die nachgelassenen 2'212'n seines großen Vaters s. A. in kürzester Zeit veröffentlichen zu können. cs Pädagogische Litteratur. ‘TID^nm mim Bibel u. Talmudschatz. Ein Buch für die jüdische Familie. Von I. H. K 0 h n. Achte Auflage, neu bearbeitet von Dr. Selig B a m b e r g e r, Hamburg. Hamburg. Verlag von George Kramer, 1903. Brosch. Ml. 4.25. Es ist ein erfreuliches Zeichen, daß in jüdischschriftstellerischen Kreisen, die dem Erzieherberufe ihre Aufmerksamkeit zuwenden, „der Bibel im weitesten Umfange wieder größere Beachtung geschenkt" und auf sie mit allem Nachdruck hingewiesen wird als dem vornehmsten Buche und der ersten Quellenschrift für alle religiöse Belehrung.*) Sie muß der Mttelpunkt *) B. Kuttner. Jüdische Sagen u. Legenden. 2. Bändchen.

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