Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 47 (15.6.1903)
- Date
- 1903-06-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Einrichtung wird sich auf etwa 75,000 Mk. belaufen; j die Bestreitung des jährlichen Unterhalts der Anstalt! wird eine größere Summe erfordern. Diesen fehlenden Betrag von etwa 25,000 Ml. für den Baufonds sowie die jährlichen Unterhaltungskosten aufzubringen, ist unsere nächste und größte Sorge. Wir haben Vertrauen zu dem Edelmuth, zu dem - Wohlthätigkeitssinn unserer Glaubensgenossen, der sich zu allen Zeiten so glänzend bewährt hat. Kann es ein beseligenderes Bewußtsein geben, als armen und kranken Kindern, die in der Blüthe ihrer Jahre gleich den Blumen des Feldes dahinsiechen, Gesundheit und Lebensfrische, den bekümmerten Eltern ihre Lieblinge der bürgerlichen Gesellschaft rüstige, gesunde Menschen wiederzugeben.' Wer die hohe, hygienische und sozialwirtschaftliche Bedeutung der Kinderheilstätten für das Volkswohl kennt, der wird sicherlich mit allen ihm zu Gebote stehenden Kräften und nach der Größe seines Erbarmens unser Werk unterstützen. Die zu erbauende israelitische Kinderheilstätte in Bad-Kissingen bat vor allen anderen ähnlichen Anstalten den Vorzug voraus, daß eine Reihe von Kinderkrankheiten gerade in Kissingen wegen der diesem Bade eigentümlichen vorzüglichen Quellen besonders günstige Bedingungen für ihre Heilung findet und daß die Anstalt — als die einzige derartige israel. — eine eigene Sooleleitung besitzt, so daß die kranken und schwächlichen Kinder in den Räumen der Anstalt baden können. Der Verein richtet an alle edlen Menschenfreunde die innige Bitte, das gute, humanitäre Werk, das ein Wahrzeichen der echten, wahren Wohlthätigkeit werden soll, zu fördern. Geldsendungen sind zu richten an Herrn Bankier Wilh. Ottensooser in Nürnberg, alle anderen schriftlichen Mittheilungen an Herrn Dr. P. M ü n z - Nürnberg und Bad Kissingen. Oesterreich. Wien. Durch die Qpferwilligkeit mehrerer Mäcene ist es dem Professor der alttestamentlichen Exegese an der Wiener Universität, Herrn Dr. Sellin, ermöglicht worden, eine zweite Expedition nach Palästina zu unternehmen, um seine im vorigen Jahre mit den Mitteln der Wiener Akademie der Wissenschaften und des Unterrichtsministeriums durchgeführten Forschungen, deren Ergebniß bekanntlich großes wissenschaftliches Interesse erregten, sortsetzen zu können. Ueber die bisherigen Erfolge bringen Wiener Blätter den folgenden vorläufigen Bericht: Schon am Tage nach der Ankunft in Beirut konnte Professor Sellin, dank der eifrigen Intervention des österreichischen Generalkonsuls Grafen Khcvenhüller, sich in Begleitung eines Regierungskommissars nach der Forschungsstätte begeben. Die Jisreel-Ebene stand in Folge des Spätregens völlig unter Wasser, so daß die drei Pferde des Lastwagens ertranken. Die Fellachen drängten sich bei der durch die Cholera herrschenden Verarmung schaarenweife zur Arbeit, sodaß gleich zweihundert Arbeitskräfte gemietet werden konnten. Eine ganze Reihe von Privathäusern mit einer Fülle von Einzelfunden, Oel- und Weinprcsscn, Mörsern, Gewichten. Tvngeräthen mit neuen Formen und Mustern, Steinwerkzeugen, Waffen aus Bronze und Kupfer, Schmuckgegcnständen, besonders Perlen und Amuletten, wurden freigelegt. Neu und wichtig erscheinen zwei israelitische Siegel und vor Allem zwei bisher für Palästina ganz unbekannte Typen der Astarte. Auch Trümmer eines Altars, ähnlich dem im vorigen Jahre ausgegrabenen, wurden gefunden. Ferner stieß man auf ein uraltes Mauerwerk, auf zwei Zimmer und eine Cisterne, im Anschlüsse daran auf ein großes, unterirdisches, mit acht Felsplatten zngedecktes Bauwerk, eine rechteckige Vorhalle mit acht in die Tiefe führenden Stufen und zwei Höhlen mit aysgehauenen Thüreinqängen. Professor Sellin vermuthete ein kanaanitisches Mausoleum, erklärt jedoch, daß die Bedeutung dieses Baues noch räthselhaft erscheint. Von größtem Werthe erachtet jedoch der Forscher einen Fund, von dem er in einem anderen Bauwerke überrascht wurde. Auf der Zimmermauer stand eine große viereckige Kiste, 65 Eentimeter hoch, 60 Centimeter breit, aus 4 Centimeter dickem Ton: nicht weit davon lagen zwei Tontafeln, beide mit Keilschrift bedeckt, wie sie im alten Palästina gebräuchlich war. Eine zweite, größere Tafel mit Keilschrift lag in einer zerbrochenen Schüssel und daneben ein reizender kleiner Krug aus Alabaster. Professor Sellin erklärt, daß er die Tafeln zur Entzifferung der kaiserlichen Akademie in Wien Lberbringen werde, doch könne schon jetzt behaupte! werden, daß diese Tafeln für die Geschichte Palästinas vor und während des Eindringens der Hebräer eine hervorragende Bedeutung haben. Bisher ist nur ein einziger derartiger Fund gemacht worden, der aber stark beschädiat ist. während die nunmehr entdeckten Tafeln fast tadellos erhalten sind. Professor Sellin bat jetzt eine kurze Reise tiefer in das Innere des heil. Landes angetreten, um aussichtsreiche Plätze für künftige Grabungen zu erkunden. Ungarn. Prcstbnrq, 9. Juni. (Unlieb verspätet.) Eine traurige Nachricht haben wir unseren gesch. Lesern mitzutheilen. Am Donnerstag p'v 'x verschied hier nach kurzen Leiden einer der rAnpn d. t. tr>no rrw im 73. Lebensjahre. Er entstammte einer hochangefebenen Fam.ilie in Niederstätten (Bayern), war aber seit 50 Jahren hier ansässig. Der edle Verblichene stand in hoher Achtung und Werthschätzung bei allen, die ihn kannten, er war ein Lrn "rtj'wfl pvnt