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Der Israelit · 1903-06-10 · Heft 46 (10.6.1903) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 46 (10.6.1903)
Date
1903-06-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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kerschafi m's Leben zu rufen. Hierauf hielt Lehrer (ff.i s e «k a n n Vit Festrede.. - Unter Bezugnahme auf das Wort des Psalmisten: tc rr^g-, -7 rx rc? n:rs „Dienet dem Ewigen mit Freuden, kommet mit Frohlocken vor ihn*, betonte derselbe, daß es dreierlei rresr gebe; eine gebotene, eine erlaubte und eine^'verdäfene; Unsere rrzzr zahle zu den gebotenen, zu den wdhren Ms bv irrsv Sodann suchte Redner in einem kurzen überblick alles das klar zu legen, was der Verein feit seiner Gründung an npmr geleistet. Mit dem Wunsche is rzsr ■prrar. *5333 irsrn nrr „War auch dein Anfang klein, - ' Derne Zukunft wird um so größer sein,* ' schloß Redner seine mit großem Beifall aufgenommene Ansprache. - I Herr Menke Guggenheim gedachte der ver- . ftorbenen Mitglieder, namentlich unseres früheren ersten Vorstandes. Herrn Salomon Wolf, der über 50 Jahre seines Amtes waltete, und appellirte in warmen'Worten an den Wohlthätigkeitsfinn der Mitglieder: Caffier Ä. Ottenheim er machte besonders aufmerksam auf die religiösen und politischen .. Zustande, die zur Zeit der Gründung (1860) in Deutschland herrschten. Auch unser ältestes Mitglied, Herr Abraham Metzger, ließ es sich nicht nehmen, einige Worte zur Weihe des Tages zu sprechen. Derselbe führte aus, wie schon es sei, wenn Brüder in Liebe und Freundschaft zusammen leben und stets von dem Gedanken beseelt sind, das Wahre, Gute und Schöne zu lieben und zu bethätigen. Hierauf las Herr Lehrer E i s e m a n.n die von ihm verfaßte Juöelschrnt vor.' Wir entnehmen daraus, daß dieser Wahltbätigkeitsverein, trotz seiner bescheidenen Mittel, doch seit seinem Bestehen viel Gutes geleistet, viele Armen unterstützt und vielen Jüngern zum Thorastudium derholfen hat, und daß derselbe in der Hauptsache noch im gleichen Sinne wirkt und handelt, wie er von den selig verstorbenen Eltern und Großeltern der jetzigen Mitglieder gegründet wurde. Don Herrn Vorsteher Leopold Jak. Guggenheim, hier, wurde der Jubilarin Namens der Gemeinde gratulirt und der Dank gezollt für ihr 106jähriges segensreiches Wirken. ' Nachdem der hiesige jüdische Gesangverein einige herrliche Lieder zum Vortrage gebracht, schritt man zur Versteigerung des Tischgebetes. Herr David Gut aus Rorschach ersteigerte dasselbe für 56 Mk. und übertrug es unserem Cantör Eisenmann. Derselbe richtete vorher noch einige warm empfundene nrn rh'n'an die Chebra und ermahnte dieselbe, an dem c*ra?? festzuhalten und nie zu vergessen, daß es Gottes Huld und Gnade war, die uns diesen Tag in Gesundheit und Frische erleben ließ. Wir aber wünschen'dem Vereine, daß er auch weiterhin wachse, blühe und gedeihe, und daß. wie bisher, auch fernerhin »bv tttt. rrrje „Friede, Brüderlichkeit und Freundschaft" die Leitsterne des Vereins fein und bleiben mögen. Hugo r m Budapest, Dieser Tage fand die 61: ordent-! liche Generalversammlung des „Ungarisch-israelitischen Handwerks- und Ackerbauöereins" statt. Dem Jahresberichte entnehmen wir, daß im abgelaufenen Jahre 535 Zöglinge, und zwar 483 Handwerkslehrlinge, 29 Gewerbeschul-Stipendisten und 23 Ackerbauzöglinge unter der Obhut des Vereins standen, und in Werkstätten und in Oekonomien, sowie im Gewerbe und Ackeröauschulen ausgebildet wurden. Die Ausgaben betrugen 46,400 Kr., die ordentlichen Einnahmen bloß 41.660 Kr., so daß sich ein Defizit von 5466 Kr. ergab. Nichtsdestoweniger hat sich das Dereinsoermögen durch die Stiftung der Gebrüder L. M. und F. M. Kunewalder im Betrage von 16,000 Kronen wie auch durch andere Stiftungen vermehrt, so daß das Gesammtvermögen mit Ende 1962 474,000 Kronen betrug. Im. abgelaufenen Jahre beendeten 106 Zöglinge ihre Lehrzeit und haben als erwerbsfähige Jünglinge den Verein verlassen. Zur selbstständigen Etablirung, insbesondere zur ersten Einrichtung ihrer Werkstätten wurden an 10 ehemalige Vereinszöglinge Unterstützungen im Gesammtbetrage von 7266 Kronen verliehen. Als eine interessante Thatsache erwähnt der Bericht, daß ein ehemaliger Vereinszögling (Buchdruckereibesitzer Elias Neuwald) im verflossenen Jahre sein 46jähriges Buchdrucker- Jubiläum feierte. Von den Ackerbauzöglingen des Vereins haben 7 ihre Ausbildung beendet und sind in Oekonomien in Dienst getreten. In das siebente Dezennium seines Bestandes eingetreten, hat sich der Verein zum Ziel gesetzt, für die Erziehung von jüdischen Ackerbauern in erhöhtem Maße thätig zu sein- und beabsichtigt zu diesem Vehufe eine Ackerbaufchule . zu errichten, wobei der Verein auf die vielbewährte und letzthin auch den rumänischen Juden bewiesene Opferwilligkeit seiner Glaubensgenossen umsomehr rechnet, als es sich hier um die patriotischen Bestrebungen des ungarischen Judenthums handelt. In der gutbesuchten Generalversammlung prasidirie Reichsiagsabgeordneter Hofrath Dr. Armin Neumann. Als Gäste waren erschienen: als Vertreter des königl. ung. Handelsminister Ministerialsekretar Dr. Andreas Andor und in Vertretung des königl. ung. Ackerbau- Ministers der Landesinspektor für Milchwirthschast Johann Sierban. Der Vertreter des Handelsminister Dr. Andor sprach dem Vereine für dessen auf dem Gebiete der Handwerkererziehung erzielten' schönen Resultate den Dank des Ministers aus, indem er mit besonderer Freude hervorhob. daß dieser Verein ein Beispiel und den Beweis liefert, daß die gesellschaftlichen Bestrebungen auch ohne staatliche Unterstützung für

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