Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 92 (19.11.1903)
- Date
- 1903-11-19
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2449890-2449974--59478-2522736- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2032 senden, welche die Bibel aus dem Hebräischen in's Griechische übertragen könnten. Eleasar erfüllte mit Bereitwilligkeit den Wunsch des Königs und sandte 72 weise Männer nach Egypten. Sie führten eine mit goldenen Lettern, d. h. Buchstaben geschriebene Bibel mit sich. Ptolomäus empfing sie mit großer Ehre und Gastfreundschaft. Auf einer Insel wurde ihnen ein Palast eingeräumt, wo sie ungestört arbeiten konnten. Tie Gelehrten fertigten die Uebersetzung in 72 Tagen an und befanden sich während dieser Zeit in 72 getrennten Räumen. Dennoch stimmten alle Arbeiten vollständig überein. Mit Freuden empfing Ptolomäus das Uebersetzungswerk, welches nach seinen 72 Verfassern den Namen Septuaginta führt. DieSeptuaginta fand auch in den jüdischen Gemeinden Egyptens Freunde und vielfache Verwendung. Das beweist aber, daß'man dort die hebräische Sprache mehr und mehr vergaß durch die Vorliebe für das Griechische. Dennoch muß den egypiischen Juden das löbliche Zeugn i s ausgestellt werden, daß sie in ihrem Leben treu auf dem Boden des jüdischen Gesetzes standen und dessen Anforderungen genügten. (Wegen der Größe der einzelnen Geschichtsabschnitte ist das sofortige Abfragen hier rathsamer.) Um welches Jahr starb Alexander? Was geschah mit seinem großen Weltreiche? Wer bekam das heilige Land? Wie nannte man die griechisch-egyptischen Könige? Welchen Namen erhielt Palästina? Wer verwaltete Judäa für den egypiischen Oberherrscher? Wie nannte man die oberste Neligionsbehörde? Wie lange blieb Judäa egyptische Provinz? (Anschreiben!) Wo hatte der griechische Geist rasch Eingang gefunden? Warum wohl? Wie verhielten sich die Juden Egyptens dem Griechenthume gegenüber? Welche Stellungen bekleideten sie im Lande? Womit beschäftigen sie sich im bürgerlichen Leben? Was ist somit von der ptolomäischen Oberherrschaft zu sagen? Welches wichtige Ereigniß fällt in diese Zeit? Was war der Grund der Bibelübersetzung? Was wird uns über die Abfassung selbst berichtet? Welchen Namen führt das Werk? Welche Bedeutung hatte es für die damalige Zeit? Was ist über das religiöse Leben der egypiischen Juden zu sagen? Was kann also mit weltlicher Bildung und weltlichem Berufe wohl vereinigt sein? Erzähle zusammenhängend die Geschichte der egypiischen Juden zur Ptolomäerzeit! Abschnitt d. (Die Juden unter den Seleukiden.) Ganz anders als in Egypten gestalteten sich die jüdischen Verhältnisse im Lande Israel oder in Judäa. Solange dieses Land unter der egyptifch-ptolemäischen Oberherrschaft stand, fand das Griechenthum fast keinen Eingang dortselbst. Als jedoch um das Jahr 200 Antiochus der Große von Syrien Judäa noberte und zu einer syrischen Provinz machte, sollten bald große Kämpfe zwischen dem Judenthum und Griechenthum im heiligen Lande entbrennen. Antiochus und seine Nachfolger, die man nach ihrer Abstammung von Seleukos gewöhnlich Seleukiden nennt, waren eigentlich an und für sich den Juden nicht übel gesinnt, ja, sie stellten sogar die Juden den übrigen Unterthanen des syrischen Reiches gleich. Zu unserer eigenen Beschämung müssen wir aber sagen, daß das spätere Unheil von den Juden selbst ausging. Es standen sich nämlich bald zwei Parteien in bitterer Feindschaft gegenüber. Die fromme oder gesetzestreue Partei führte den Namen Chassidäer. Sie wußten, daß mit der griechischen Bildung, mit den griechischen Sitten auch sündhafte Gebräuche, Zuchtlosigkeit und Ausgelassenheit in das Volk drangen, was doch die heilige Religion der Väter strenge verbietet. Sie waren voller Besorgniß für den Bestand des Gesetzes und suchten dasselbe mit aller Kraft zu schützen. Ihnen gegenüber stand die Partei der Griechenfreunde, auch Hellenenfreunde oder hellenistische Partei genannt, da die Griechen auch den Namen Hellenen führten. Diese suchten sich in Sprache. Sitte und Lebensgewohnheiten immer mehr den Griechen zu nähern, ja sogar äußerlich wollten sie als Hellenen erscheinen. Die hellenistische Partei wurde allmählich immer stärker und gewann überall Einfluß. Die angesehensten Familien und Männer des Volkes zählten zu ihr und förderten so das griechische Heidenthum, ja den Götzendienst. Endlich traten sie als Verräther und Verleumder auf, verklagten die Gesetzestreuen beim Könige, als wären sie ihm weniger gute Unterthanen, weil sie nicht griechische Sitten annehmen wollten. Man schmeichelte um die Gunst der Syrerkönige, selbst das heilige Priesteramt im Tempel entehrte man, man suchte es gewaltsam für die Griechlinge auszunützen, man verkaufte es um Geld und verdrängte die frommen Priester; nichts war den Hellenisten heilig genug, wenn sie nur ihren Zweck erreichen konnten. Die Geschichte erzählt uns zunächst von dem .frommen Hohepriester Onias. gegen den die Hellenisten verruchte Pläne aussonnen. Die Hellenisten hatten nämlich einem syrischen Herrscher, der in Geldnoth war. die Tempelschätze angeboten. Das empörte den Onias und er machte den königlichen Boten Vorstellungen, daß nur wenig Silber , in der heiligen Schatzkammer sei, das dazu größtentheils Eigenthum