Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 92 (19.11.1903)
- Date
- 1903-11-19
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Central-Organ für das orthodoxe Jlldenthüm. - ♦ . «L 9 » lütter für die israel. Schule. 19. Nov. 1993.^ [9lt. 16. tt ♦ 3n 4 Lektionen nach den 5 formalen Stufen, von A. Mannheimer, Dettelbach. (Forschung.) Zweite Stunde. Ziel: Der weitere Abfall der Juden durch das Zusammentreffen mit den Griechen! (Zeitraum 300 bis "! >0 vor 1.) 1. Analyse. Wir haben bereits gehört, inc um das Jahr 300 die Juden mit den Griechen und d-.ren Leben, Sitten und Gebräuche bekannt wurden. 'Wir haben schon angedeutet, daß die griechischen Sitten und Werke durch den äußeren Schein, durch Schönheit und Frohsinn bezaubernd wirkten. Wir dürfen wohl turmuthen, daß der größte T h e i l des jüdischen Volkes griechisch gesinnt war, vielleicht auch, daß in anderen Ländern der griechische Geist Eingang und Anklang fand. Wie wird es in Egypten gewesen sein, wo seit der Gründung Alexandrias Juden wohnten? Wo wird der Abfall am größten gewesen sein? WelcheVolksschichten werden zuerst sich den Griechen angeschlossen haben? Wie wird sich das griechische Volk und seine Beherrscher hierbei den Juden gegenüber benommen haben? Welche Folgen wird der griechische Einfluß für den Tempel und den Tempeldiensi gehabt haben? Aus Grund der in der ersten Stünde gewonnenen Resultate gibt die Analyse hinreichende Anregung, aus der die Synthese weiter bauen kann. 2. Synthese. Abschnitt a. (Die Juden unter den Ptolomäern.) Als Alexander der Große (um 300) starb, wurde sein Reich unter seine Feldherren getheilt. Der eine, Ptolomäus, erhielt Egypten und dazu noch das heilige Land, welches man als Provinz gewöhnlich Judäa nannte. Diese Provinz behielt ihre Selbstständigkeit und Selbstverwaltung. Ptolomäus ernannte den Hohenpriester zum Statthalter über Judäa. Auch die Nachfolger Ptolomäus', welche man gewöhnlich Ptolomäer nennt, erkannten den Hohepriester als Statthalter an. Die oberste Neligionsbehörde im heiligen Lande nannte man Synhedrion. Im ganzen blieb Judäa als egyptische Provinz ungefähr hundert Jahre unter der Herrschaft der ptolomäischen Könige, von 300—200 vor dem Jahre 1. Während dieser Zeit fanden der griechische Geist, die griechischen Sitten und Bräuche nur sehr wenig Eingang im heiligen Lande. Das sollte erst später kommen, wie wir noch hören werden. Anders war dies in Egypten, wohin Ptolomäus I. noch viele Tausende von Juden führte, so daß die Stadt Alexandria immer mehr wuchs. In Egypten entfaltete sich der griechische Geist frei und mächtig. Die Juden ater nahmen unter der weisen und milden Herrschaft der Ptolomäer lebhaften Antheil daran. Man sprach und schrieb griechisch, las die Worte der griechischen Dichter und Philosophen oder Weltweisen,,und beschäftigte sich mit der griechischen Wissenschaft. Die Juden erhielten hohe Stellungen, sie waren Künstler, Handwerker. Seefahrer, ja sogar Feldherren dex.. ptolomäischen Herrscher. .. . In die Zeit der ptolomäischen Oberherrschaft fällt auch ein eigenartiges wichtiges Ereignis das ist die Ueberseßung der Bibel in's Griechische. Es wird uns' berichtet, daß Ptolomäus 11. gerne den Inhalt-der heiligen Schrift kennen lernen wollte. Er schrieb daher' an den hohen Priester Eleasar in Jerusalem und bat denselben, ihm gelehrte Männer nach Alexandrien zu